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Splitter 1.11.2011

01 Nov

[Mach ich bloß, weil ich unbedingt 1.11.11 schreiben wollte.]

Fefe amüsiert sich
mal wieder über die sonderbare Wahrnehmung der Akzeptanz des neuen Personalausweises. Der Herr Friedrich findet den, wenig erstaunlich, auch ganz toll. Jörg Tauss hat dieser Tage bei Gulli erläutert, was daran so begeisternd ist. Ach so, über die DNA-Datensammlung steht in dem Fefe-Artikel auch was.

Ferner wird laut Hamann ein DNA-Sensor in der Ausführung als Micro-TAS-Chip (micro total analysis-System) mit subkutaner Probeentnahme bereits erprobt. Die Speicherung und DNA-Überprüfung könnte im hoheitlichen Teil des nächsten „neuen“ Personalausweises die Massenfahndung und -auswertung von DNA-Daten entscheidend erleichtern, hieß es unter Verweis auf Polizeiwünsche. (Heise)

Mehr darüber gibt es hier.

Jubelt nicht zu früh
darüber, dass die eiserne Kanzlerin jetzt über Mindestlöhne nachdenkt. Jürgen Fenn hat das mal auseinander klamüsert und trifft es, glaube ich, ganz gut. Ziemlich clever, diese Dame.

Gibt jetzt auch
einen Schultrojaner. Das heisst, noch gibt es ihn nicht in freier Wildbahn, aber die Verträge mit der Verlagsmafia sind schon mal unterschrieben. Die haben sicher nur an die Kinder gedacht.

Papandreou
kann man verstehen, muss man aber nicht. Michalis Pantelouris kann es. Frank Lübberding hat eine interessante Sichtweise, und auch Schirrmacher und der Spiegelfechter haben kommentiert.

Die Bundesregierung
sieht rapide zunehmend, mittlerweile fast täglich, älter aus. Bietet sich eigentlich als Crowdsourcing-Projekt an. Habe bei Netzpolitik schon vorgeschlagen, anschließend die Ergebnisse an die Regierung zu verticken – hilf deinem Vaterland.

Diese,

für pakistanische Ansprüche äußerst geschmackvoll gestaltete, Website erfreute sich heute hoher Beliebtheit. Vermutlich hatte sie so viel mehr Klicks als sonst, dass sie was gemerkt haben und die Seite jetzt etwas weniger, hm, farbig aussieht. Mittlerweile hat es das Ding zu dapd geschafft.

Lorenz Meyer kommentiert auf Google+:

Das Internet hält so manche Designperlen bereit… Eine derartige Perle in Medizinballgröße stellt die Internetseite der SPD Engenhahn dar. Aber Vorsicht beim Aufrufen der Seite: Das ästhetische Gesamtkunstwerk raubt selbst dem erfahrenen Internetbenutzer und Kunstliebhaber beim Durchscrollen fast den Atem.
Der Link wandert übrigens seit heute als Geheimtipp für Liebhaber durchs Internet. So wurde die Seite gestern laut Homepagezähler 5-mal aufgerufen, nach Entdeckung durch Ton angebende Multiplikatoren zum jetzigen Zeitpunkt bereits an die 18.000 mal… via ganz ganz viele hier…

 
18 Kommentare

Verfasst von - 1. November 2011 in Splitter

 

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18 Antworten zu “Splitter 1.11.2011

  1. VonFernSeher

    2. November 2011 at 17:53

    Gefährlich (ja, gefährlich) finde ich bei der Diskussion um den Schultrojaner (der weder Trojaner noch Plagiatssoftware ist) die Stimmen, die fordern, an Schulen nur noch Werke mit freien Lizenzen einzusetzen. Darunter können nicht viele Lehrer sein. Wer weiß, wieviel Arbeit die Vorbereitung von Unterrichtsmaterial ist, der wird so etwas nicht fordern. Für mich als Dozent lohnt sich die Vorbereitung nicht, wenn ich einen Kurs nur einmal gebe, denn der Aufwand steht in keinem Verhältnis zur Bezahlung. Ich muss von meinen Materialien mehrfach profitieren können, um ins Plus zu kommen.

    Schulbuchverlage machen nichts anderes als Lehrern einen Teil dieser Vorbereitung abzunehmen. Dafür werden sie mit dem Erwerb von Kopien entlohnt. Wer fordert, dass man nur noch freie Werke (was in dem fall auch kommerziell frei heißt) im Unterricht benutzen soll, der muss auch sagen, wie man die Urheber entlohnen soll. Das wird nicht wie bei freier Software funktionieren, da andere Voraussetzungen vorliegen. Es lässt sich bestimmt eine Lösung finden, aber bis dahin halte ich meine Materialien unter Verschluss. Ich überlege schon sehr lange Teile für die freie Nutzung bereitzustellen, habe aber noch kein tragfähiges Finanzierungskonzept gefunden.

    Außer der Forderung kam da auch von den Piraten nichts. Aber die wollen ja auch erstmal keine Antworten haben.

    Eins trifft die Bezeichnung „Schultrojaner“ aber gut. Es handelt sich im Kern um das gleiche Problem wie beim Bundestrojaner: Unfähige und/oder böswillige Politiker privatisieren Strafverfolgung und treten Grundrechte mit den Füßen. Schade, dass auch hier der eigentliche Skandal von Nebensächlichkeiten (à la „Schulbücher erreichen doch sowieso keine Schöpfungshöhe“) überlagert wird.

     
  2. opalkatze

    2. November 2011 at 18:25

    Witzig, hab soeben das hier gelesen: UNESCO empfiehlt freie Lehrmaterialien

     
  3. VonFernSeher

    3. November 2011 at 03:41

    Witzig ist nur die irreführende Überschrift des Heise-Artikels. Die UNESCO empfiehlt nicht freie Lehrmaterialien gegenüber proprietären, sondern die Verwendung von freien Lehrmaterialien aus finanziellen Gründen und hat Richtlinien dazu erarbeitet.

    Wer aber freie Lehrmaterialien primär empfiehlt, um Geld zu sparen, der bestätigt mich ja in meiner Aussage: Ich würde gerne meine Materialien freigeben, wenn ich nicht befürchten müsste, dass ich dann aus Spargründen ruiniert werde. (Nicht, dass ich momentan Reichtümer anhäufen würde.)

    Das hat übrigens nichts mit der Lizenz zu tun. Egal ob Copyright oder CC, man hält sich in vielen Bildungseinrichtungen nicht an die Lizenzen, wenn man einmal das Material hat. Man kann auch noch ruiniert werden, wenn man sein Material alles unter CC stellt.

    Die Richtlinien stehen übrigens unter CC-BY-SA. Und schon das mit dem BY und dem SA funktioniert zu neunzig Prozent nicht, was, wenn jetzt noch ein NC oder ND dazukommt? Ich bin nicht dagegen, wirklich nicht. Aber ich muss mit der Wirklichkeit klarkommen, die um mich herum ist, weil nur die Wirklichkeit meine Tortillas zahlt.

    [Wir arbeiten auch hier in Panama daran, dass sich das ändert, es gibt sogar ein staatlich finanziertes Projekt mit Helpdesk, das Lehrenden und Lernenden diese Ideen näherbringen soll. Aber das ist ein hartes Unterfangen. Ich berichte in ein paar Jahren dann nochmal davon, wenn sich hoffentlich Fortschritte zeigen.]

     
  4. VonFernSeher

    3. November 2011 at 03:48

    Eine Anmerkung noch, bevor die Steine fliegen:

    Alles, was ich auf Basis von Steuergeldern oder anderen Fördermitteln erarbeite, ist frei zugänglich (s. open access). Denn wer meine Arbeit bezahlt (in dem Fall z.B. ein ganzes Volk), der soll auch uneingeschränkt davon profitieren. Das, was ich als privater Dozent erarbeite, bleibt aus Selbstschutz meins.

    Sodann, frisch ans Werk! Jehova!

     
  5. opalkatze

    3. November 2011 at 14:44

    Ich fang gerade erst an, mich wirklich damit zu beschäftigen. Anscheinend gibt es noch kein Modell, das tatsächlich funktioniert oder sich so anhört, als könne es von einer breiten Masse akzeptiert werden. Werde mich da in der nächsten Zeit mal einlesen. Sehe ich es aber richtig, dass das Generalproblem der freie Zugang zu bereits erstellten Materialien bei gleichzeitiger finanzieller Absicherung des Autors unter Wahrung seiner Rechte ist?

     
  6. Angela

    3. November 2011 at 15:50

     
  7. VonFernSeher

    3. November 2011 at 17:33

    Mehr oder weniger. Das Danach ist immer das Problem. Ich stelle meinen Studis ja in den privatwirtschaftlichen Kursen (also bei den Weiterbildungen, die sie meistens selbst bezahlen) auch die Materialien zur Verfügung. Die dürfen die natürlich für Ihre Lernzwecke benutzen und vervielfältigen, die sollen ja auch schon für die Kurse selbst Derivate herstellen.

    Ich würde theoretisch all das gerne unter CC-BY-NC (je nachdem mit oder ohne SA) bereitstellen. Ich bin mir aber sicher, dass sich leider keiner daran halten wird.

    Wenn ich z.B. einen weiterbildenden Abendkurs im Semester anbiete und dafür Materialien erstelle, dann ist das nie und nimmer gewinnbringend, denn ich werde ja nur für die Unterrichtsstunden bezahlt. Wenn ich diese Materialien dann aber noch ein paar Mal in Intensivkursen in den Semesterferien oder in Sommerkursen benutzen kann, kommt irgendwann auch mal was bei raus. Hielte sich jetzt jeder an die CC-Lizenz, könnte ich die Matrialien direkt nach der ersten Stunde öffentlich ins Netz stellen. Es gibt immer Leute, die das gebrauchen können. So aber muss es geschützt in einen privaten Bereich, zu dem nur der jeweilige Kurs Zugang hat.

     
  8. opalkatze

    3. November 2011 at 22:31

    Tauss ist rechtskräftig verurteilt, mehr werden wir nicht erfahren. Spekulationen sind obsolet.

     
  9. Angela

    3. November 2011 at 22:51

    „Tauss ist rechtskräftig verurteilt,…“ Das reicht doch. Ein rechtskräftig verurteilter Pastor, der einen Aufsatz schreibt, würde nicht diese Aufmerksamkeit bekommen…

     
  10. Angela

    3. November 2011 at 22:58

    … Aufsatz beispielsweise zum Thema ‚Kirche 2.0‘ oder ‚Internet und Kirche‘ oder ‚Die moderne Kirche im Informationszeitalter‘ …

     
  11. opalkatze

    4. November 2011 at 02:24

    Ja, aber ich würde das auch lesen, wenn er im Knast säße, weil mich das Thema interessiert und es dazu nicht viel gibt. Das sagt ja nichts darüber aus, wie ich zu der ganzen Sache stehe (offen gesagt, ich weiß es immer noch nicht, obwohl wir das an anderer Stelle rauf und runter diskutiert haben).

     
  12. opalkatze

    4. November 2011 at 02:26

    Ja, kenn ich. Vielleicht ist es nicht sehr klug, das hier zu verlinken, andererseits sehe ich nicht ein, weshalb ich verschweigen sollte, dass ich es interessant finde.

     
  13. VonFernSeher

    4. November 2011 at 03:36

    Zu dem mir suspekten Beitrag: https://diasp.org/posts/390756

    (eigentlich ja Schleichwerbung, aber das ging mir vielleicht auf den S…)

     
  14. VonFernSeher

    4. November 2011 at 03:41

    Um was fürchtest du denn, dass du es vielleicht nicht sehr klug findest? Wenn er zwischen den egozentrischen auch mal einen interessanten Text verfasst, kann man das doch verlinken.

     
  15. opalkatze

    4. November 2011 at 04:25

    Du hast Teile der Debatte im letzten Jahr mitgekriegt, und gerade ist sie ja wieder im Schwange. Ich werd dazu nichts mehr sagen. Wenn ich es tatsächlich für unklug hielte, hätte ich es nicht verlinkt.

     
  16. Angela

    4. November 2011 at 11:24

    Ja, schwierig. ;)

     
 
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