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Nicht nur für Google+: Wünsche an Social Media-Nutzer

18 Nov

Anatol Stefanowitsch hat anläßlich der Öffnung von Google+ eine Wunschliste „An die Neuen“ geschrieben. Und weil ich mich jeden Tag über mindestens einen der angeführten Punkte ärgere, habe ich ihn gefragt, ob ich sie für mein Blögchen übernehmen darf – vielen Dank, Anatol!

***

Ich bin eigentlich nicht auf Google+, um über Google+ zu schreiben, sondern, weil es das bessere Facebook sein könnte (wenn die befremdliche Pseudonympolitik nicht wäre, aber dazu ein anderes Mal mehr).

Aber seit der allgemeinen Öffnung des Netzwerks werde ich (genau wie alle anderen) im Minutentakt zu neuen Kreisen hinzugefügt (und endlich mal nicht nur von Social-Media-Beratern und Anbietern von Get-Rich-Quick-Quatsch). Den Überblick zu behalten ist da schon deshalb unmöglich, weil G+ einem auf den ersten Blick immer nur die letzten zehn Nutzer anzeigt, von denen man hinzugefügt wurde.

Deshalb ein paar dringliche Tipps für die „Neuen“. Die Tipps sind nicht alle von mir, manche habe ich auch irgendwo gelesen, ich weiß aber nicht mehr wo.

1. Fülle dein Profil aus, bevor du Leute zu deinen Kreisen hinzufügst. Wenn ich nicht weiß, wer mich da neu gecircelt hat, ist es unwahrscheinlich, dass ich zurückcircle.

2. Poste ein paar für dich typische Inhalte, bevor du Leute zu deinen Kreisen hinzufügst. Gerade bei mir (noch) unbekannten Nutzern möchte ich sehen, was für Inhalte ich mir in meine Timeline hole, wenn ich zurückcircle.

3. Sei dir bewusst, dass derzeit eine Flut von neuen Nutzern über Google+ hereinbricht, und dass du in dieser Flut leicht übersehen wirst. Wenn du von bestimmten Nutzern gerne eingekreist werden möchtest, kommentiere bei ihnen und erwähne sie in deinen eigenen Beiträgen (in dem du ein Plus und dann ihren Nutzernamen eintippst, so: +Anatol Stefanowitsch ). So bemerkt man dich eher. Befolge aber vorher 1) und 2), sonst nützt das Bemerken nichts.

3a. (Sei dir aber bewusst, dass Google+ nicht wie Facebook [ist,] sondern eher wie Twitter. Hier gibt es keine „Friends“ sondern nur „Follower“, die sich nicht zwingend gegenseitig folgen.)

4. Wenn du dich unter einem Pseudonym angemeldet hast, wird Google+ dich jagen, finden und löschen. Das finden alle doof, ich auch. Trotzdem ist ein unbekanntes Pseudonym ein Grund, neue Nutzer nicht zu seinen Kreisen hinzuzufügen. Nutze deshalb dein bereits bekanntes Pseudonym oder sorge durch ein Foto oder von deinen Online-Präsenzen anderswo bekanntes Symbolbild oder durch Links zu Twitter, deinem Blog, o.ä. dafür, dass man weiß, wer du (pseudonymerweise) bist.

5. Wenn du ein Social-Media-Berater oder ein Anbieter absurder Get-Rich-Quick-Methoden bist, geh bitte, bitte weg und komme nie wieder. Außer du bist eigentlich ein interessanter Mensch, und Social-Media-Beratung oder Trickbetrug sind nur deine Nebenbeschäftigung (dann muss man aber sehen, was dich interessant macht — siehe Punkte 1) und 2).

Außerdem sind wir alle nur vorläufig hier. Wir warten eigentlich nur auf dieses „Diaspora“, von dem alle reden. Und wenn Google+ seine absurde Namenspolitik nicht ausdifferenziert, bleiben wir sowieso nicht hier.

***

Was mich noch nervt:

  • Menschen, die alle Beiträge plussen, aber sehr selten oder gar nicht kommentieren.
  • Menschen, die nur die Überschrift lesen und einen bereits abgegebenen Kommentar wiederholen.
  • Auch bei kritischen Kommentaren sollte man höflich bleiben. Die deutsche Sprache ist durchaus geeignet, auch Unnettes zu ‚verpacken‘.
  • Ganz toll finde ich Menschen, die nichts zu einer Diskussion beitragen, den thread beobachten und bei dessen Verlangsamung den Beitrag heraussuchen, der am meisten geplusst wurde. Der wird dann umformuliert und als Eigener ausgegeben.

Noch eine Erklärung: Ich circle viele eigentlich interessante Leute nicht, weil sie sich mit Dingen beschäftigen, mit denen ich nichts anfangen kann. Die muss ich dann nicht im Stream haben. Außerdem sorgt mein rasend schnelles DSL-780 dafür, dass Videos und animated gifs nicht zu meinen Lieblingsinhalten zählen.

 
8 Kommentare

Verfasst von - 18. November 2011 in Web 2.0

 

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8 Antworten zu “Nicht nur für Google+: Wünsche an Social Media-Nutzer

  1. VonFernSeher

    18. November 2011 at 22:17

    Ihr müsst nicht auf Diaspora warten, wir warten da auf euch!
    (Und man braucht auch kein Einladungsförmchen, um mitzubuddeln. Es gibt genügend Sandkästen.)

     
  2. Veronika Kaiser

    18. November 2011 at 22:34

    Und wer mehr braucht/will als eine (englischsprachige) Sandkastenliste – bei netzwertig gibt es einen nützlichen Artikel dazu:
    http://netzwertig.com/2011/02/25/diaspora-facebook-alternative-mit-facebook-integration/

    (Ich war gestern bei einer Konferenz, da wurde auch dieses „Diaspora“ mal wieder erwähnt – und das MIR, die ich in der Diaspora aufgewachsen bin – ich dachte WIRKLICH, das sei was irgendwie religiöses ;) und wunderte mich, was da an mir vorbei gegangen ist. Was aber natürlich nichts ändert an den sehr sinnvollen o.a. Punkten – die gelten sinngemäß sicher dort genau so.

     
  3. opalkatze

    19. November 2011 at 00:31

    Tut mir leid, Veronika, mein Akismet spinnt seit einiger Zeit. Eigentlich soll es erst ab drei Links melden, es macht aber, was es will.

     
  4. journelle

    22. November 2011 at 23:30

    Wenn das die Leute doch mal lesen würden, die wild und vor allem wahllos alles einkreisen.

     
  5. Martin

    27. November 2011 at 19:39

    Danke für die Hinweise. Hmm.. ich bin nicht besonders darauf aus, gecircelt zu werden. Ich will mich lieber an Diskussionen beteiligen.

     
  6. opalkatze

    27. November 2011 at 20:40

    Probier es aus :)

     
  7. CEEA

    27. Dezember 2011 at 23:34

    Das sind ein paar sehr schöne Punkte.
    Danke fürs Auf-den-Punkt-bringen. Leider wird gerade so etwas viel zu selten ausgesprochen.
    Bei Punkt 2 ist es aber wohl so, wenn dieser jenige nicht-öffentlich postet, dann kannst du es nicht lesen. Somit musst du ihn circlen und erst dann kannst du mal kurz über ihn drüberblicken. Wenn nichts interessantes dabei ist, kannst du ihn auch gleich wieder uncirclen (oder wie man das auch nennt).

    Mal schauen, wie gerade die Entwicklung bei Google+ weitergeht. Anonymität soll bald möglich sein. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
    :)

     
 
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