RSS

Mein Dank an Giovanni di Lorenzo

26 Nov

Sagen wir mal so. Die Schmidt-Steinbrück-Nummer, die ZEIT und Spiegel in Allianz abgezogen haben, war ja schon – hoch interessant.
Was di Lorenzo jetzt in Sachen zu Guttenberg veranstaltet, ist nicht nur interessant. Es ist ein schallend lauter Weckruf für alle, die noch an die Trennung von Politik und Journalismus geglaubt haben. Hätte Herr di Lorenzo das auf eigene Rechnung gemacht, wäre es fragwürdig gewesen. So aber hat er den Ruf einer bedeutenden Zeitung beschädigt. Die Belegschaft wird nicht in toto mit diesem ungeheuerlichen Scoop einverstanden sein. Das jedenfalls möchte ich glauben, nachdem schon der Spiegel nur noch ausnahmsweise zitierfähig ist.

Für die deutschen Blogger allerdings ist das ein Geschenk auf dem Silbertablett; eine ausgezeichnete Gelegenheit für den einen oder anderen kleinen Arbeitsnachweis. Berichten bedeutet schildern, erläutern, auch erzählen. Nicht: irreführen. Deshalb möchte ich Herrn di Lorenzo ausdrücklich für dieses Stück Qualitätsjournalismus danken. Tut mir leid für die ZEIT-Journalisten, die ihre Arbeit noch nicht als PR verstehen. Bedankt euch beim Chef.

  • Sehr schönes Interview mit dem FAZ-Journalisten Jürgen Kaube bei DRadio Wissen. Ein höflicher Mensch. (Noch ein Vorteil des Bloggens.)
  • Weitere Links im (ohnehin immer lesenswerten) Altpapier von Donnerstag und Freitag
  • Noch mehr Nachhall im Altpapier

 
10 Kommentare

Verfasst von - 26. November 2011 in Blogs, Journalismus, Medien, Web 2.0

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , ,

10 Antworten zu “Mein Dank an Giovanni di Lorenzo

  1. VonFernSeher

    26. November 2011 at 04:57

    Das hier kennst du wahrscheinlich schon, oder?

     
  2. opalkatze

    26. November 2011 at 05:20

    Hab gestern erst mal geschlafen und hole jetzt gerade nach: DRadio und einmal par force quer durch die Wälder.

     
  3. rauskucker

    26. November 2011 at 19:18

    In irgendeinem Paralleluniversum dessen Mitbewohner ich gerne wäre wird nächsten Donnerstag die „Zeit“ aufmachen mit „Die 267 Lügen des Betrügers Guttenberg“. Darin wird der großartige Journalist Lorenzo di Mar minutiös sämtliche Verdrehungen und Falschaussagen des guten Berggrafen aus jenem unsäglichen Plauderstündchen auflisten und widerlegen.
    In diesem Universum müssen wir das wohl selber machen. Ich habe für den Anfang mal an Dietmar Bartsch geschrieben, ob das mit seiner angeblichen Entschuldigung (für seinen Satz über alte Adelssitten) etwa wahr ist.

     
  4. opalkatze

    26. November 2011 at 23:05

    Da reicht Parteipolitik nicht aus, mag ich ja eh nicht so besonders.

     
  5. rauskucker

    26. November 2011 at 23:22

    Deine Antwort versteh ich nicht. Es geht nicht um Parteipolitik, sondern um eine Tatsachenfeststellung. Hat er sich echt beim Grafen entschuldigt?
    Andere Lügen lassen sich leider nicht so leicht aufdecken.

     
  6. opalkatze

    27. November 2011 at 01:43

    Kann dir nicht ganz folgen, bin allerdings auch nicht auf dem Quivive. Dietmar Bartsch, Graf, hä?

     
  7. rauskucker

    27. November 2011 at 13:42

    Ich dachte, du hast das Interview gelesen? Auf S.19 unten :

    ZEIT: Dietmar Bartsch von der Linkspartei hat gesagt: »Früher wusste der Adel, was an so einer Stelle zu tun ist.«

    Guttenberg: Bartsch hat sich am nächsten Tag per Handschlag im Beisein von Kollegen bei mir entschuldigt.

    ZEIT: Haben Sie die Entschuldigung angenommen?

    Guttenberg: Ja.

    Und das sollte sich doch verifizieren lassen. Und das mit den 40 Disketten vielleicht auch.

     
  8. opalkatze

    27. November 2011 at 14:16

    Ah, der Graf hatte mich drausgebracht.

     
  9. rauskucker

    29. November 2011 at 11:41

    Herr Bartsch hat mir geantwortet. Er hat tatsächlich Guttenberg gegenüber gesagt, daß er den Satz nicht so gemeint habe, wie alle ihn verstanden haben (weshalb ich ihn z.B. ausgesprochen witzig fand), und Gutti hat das wohl als Entschuldigung angenommen.
    In dreifacher Hinsicht schade.
    Ein Aufschneider bleibt der hochgestapelte Graf aber trotzdem.

     
  10. opalkatze

    30. November 2011 at 01:34

    Sss – Freiherr, Baron. So viel Genauigkeit muss sein.

     
 
%d Bloggern gefällt das: