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Nachtkritik: Anne Will

01 Dez

Wenn mich das Thema interessiert, guck ich Talkshows. Sie sind eine gute und zudem oft unterhaltsame Möglichkeit, etwas über Volkes Meinung zu erfahren. Für mich sind die Spins, die dort offenbar werden, die wichtige Information. Sendungen mit Journalisten finde ich witziger als solche mit Politikern, die sowieso nur Textbausteine von sich geben. Davon Informationen zu erwarten, ist verschwendete Liebesmüh.

Jede Talkshow folgt einer bestimmten Dramaturgie. Dazu gehört immer ein Bürger als Gast, der irgendwie mit dem Thema der Sendung zu tun hat; oft reichlich konstruiert. Auf diese Art werden menschliche Schicksale dargestellt, es geht um den Protagonisten eines bestimmten Ereignisses, oder eine Person, die zu einem Prominenten in Beziehung steht.

So war es heute bei Anne Will. Die Bäckereifachverkäuferin Monika Müller aus Karl-Theodor zu Guttenbergs Heimatort kennt ihn seit seiner Kindheit. Substanzielle Informationen sind von ihr nicht zu erwarten, nur ein paar persönliche Geschichtchen. Aber das ist nicht der Grund für ihre Anwesenheit. Der besteht in ihrer hingebungsvollen Anhänglichkeit an die Familie zu Guttenberg. Der Höhepunkt ihres Auftritts ist die entrüstete Verteidigung „KT“s: „Das ist kein Betrüger!“

Kann man so machen, schließlich ist diese Meinung weit verbreitet. Was man nicht machen kann: Die Kamera draufhalten, wenn eine Frau zusehends den Boden unter den Füßen verliert, ihr ganzes Weltbild in Frage gestellt wird und sie nicht in der Lage ist, mit der Situation umzugehen. Bei Anne Will wurde aus einer freundlichen Frau ein grotesker Clown gemacht, zum bloßen Amüsement des Publikums. In der Vorproduktion werden solche Gäste ausführlich interviewt. Es war den Redakteuren klar, wen sie da einladen. Wenn das unser medialer Umgang mit Menschenwürde ist, ist das eine Schande. Und ein Armutszeugnis für das Format Anne Will.

Übrigens: Die nächsten Sendungen zur Förderung des Guttenbergschen Comebacks gibt es heute bei Phoenix und bei Frau Illner.

  • Christian Bartels schreibt im Altpapier vom Donnerstag:

    Noch mehr Guttenberg: Besprechungen der gestrigen Anne-Will-Show ohne den Freiherrn himself, aber mit Hans-Ulrich Jörges und Norbert Bolz gibt’s bei faz.net von Jürgen Kaube, bei tagesspiegel.de von Caroline Fetscher und bei handelsblatt.com von mir.

  • Pachl bei Phoenix war übrigens äußerst gut aufgelegt.
  • Mely Kiyak: Schafft die Polit-Talkshows ab! Plädoyer für eine bessere Kommunikationskultur
 
32 Kommentare

Verfasst von - 1. Dezember 2011 in Frauenbilder, Medien, Menschen, Politik

 

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32 Antworten zu “Nachtkritik: Anne Will

  1. Corenn Nuavar (@c0r3nn)

    1. Dezember 2011 at 07:35

    Ich muss offen zugeben, dass mich dieser ganze Talk-Show-Müll inzwischen einfach nur noch anwiedert und zwar aus den gleichen Gründen, die du nennst. Leider kann man da im deutschen Fernsehen keinen Unterschied zwischen privaten und ÖR-Sendern machen.

    (Die einzige Ausnahme davon ist die NDR-TalkShow, einfach weil sie nicht auf den Leuten rumtrampelt)

     
  2. opalkatze

    1. Dezember 2011 at 08:13

    Fünf Talkshows in der Woche, sinkende Quoten (oh Wunder!) – da ist dann wohl jedes Mittel recht.

     
  3. altautonomer

    1. Dezember 2011 at 08:30

    Derartige Talkshows sind Politikersatz und gleichzeitig Amüsement für den Bildungsbürger mit autoritärem Staatsverständnis (Bestätigungseffekt). Die Propagandamaschine kam mit Gülle Günter neuerdings erst so richtig an Gang und entließ die Zuschauer nicht aus ihrer Zange:. Mo: Plasberg, Di: Maischberger, Mi: Anne Will, Do: Illner, (freitags Stammtisch).

    Ein ganz besonderes Schmankerl war die vorletzte „Münchner Runde“ mit Heribert Prantl und Arischnulf Baring. Beim Spiegelfechter gab es dazu in der vorigen Woche eine hervorragende Diskussion im open Thread. Das Video vorangestellt.

    Werd mir „Anne Will“ gleich mal auszugsweise ansehen.

     
  4. Robson Bottle

    1. Dezember 2011 at 11:51

    Die Bäckereifachverkäuferin Monika Müller aus Karl-Theodor zu Guttenbergs Heimatort hat m.E. keineswegs den Boden unter den Füßen verloren und hat sich ihr Weltbild eben gerade NICHT erschüttern lassen. (Das ist doch das Schlimme, diese Unbelehrbarkeit trotz offensichtlichster Beweise!)) Sie ist ein Paradebeispiel für die Stimmung in bestimmten Teilen des „einfachen“ Volkes, die sich einen strahlenden, absolutistischen (um so adeliger, desto besser!) Führer (König? Kaiser?) wünscht. Diese irrationale Stimmung, die ja auch durch den Film-Einspieler dokumentiert wurde – in dem ein Guttenberger Bürger auf die Frage, was ihm an KT gefalle, antwortete: „Seine Ehrlichkeit!“ ;) – hat ja den Guttenberg-Unterstützer-Hype während der Plagiats-, Rücktrittsaffäre erst so richtig entfacht und deshalb war es gerechtfertigt Frau Müller einzuladen. Was Herr Glos von sich gegeben hat war übrigens nicht weniger dumm: Zitat: “ Ich glaube KT, dass er nicht bewusst betrogen hat, solange nicht das Gegenteil bewiesen ist.“ — Das bringt Glos fertig zu sagen, obwohl dieses Gegenteil eben längst bewiesen ist!
    (Danke übrigens für die Pressemitteilung der Uni Bayreuth!)

     
  5. opalkatze

    1. Dezember 2011 at 12:40

    Sie ist völlig unnötig vorgeführt worden, zu dem einzigen Behufe, die Zuschauer zu amüsieren bzw. ihnen zu zeigen, wie viel Ignoranz es doch gibt. Eine Person wegen nichts als ihrer Ignoranz zu exponieren, die weder der peinlichen Situation noch den Mitdiskutanten noch dem ungewohnten Umfeld gewachsen ist, ist unanständig.

    Glos spielt in einer anderen Liga, er kann sich auch zur Wehr setzen, wenn man ihn angreift.

     
  6. opalkatze

    1. Dezember 2011 at 12:42

    Die Münchner Runde werde ich mir noch ansehen, danke für den Tipp. Ich hinke im Augenblick arg hinterher …

     
  7. altautonomer

    1. Dezember 2011 at 14:28

    Einerseits hast Du ja Recht Katze, aber, Frau Müller spielt zwar nicht in der intellektuellen Liga der anderen Gäste, gehörte jedoch offensichtlich auch nicht zum Keis der Pisa-Geschädigten. Trotz Kenntnis der erdrückenden Argumente ihrer Mitdiskutanten, der Einspieler und der Konfrontation mit diesen durch Frau Will blieb sie bei ihrer Sympathie für KTvuzG. Ihre Sturheit erinnerte mich an Figuren, die trotz Auschwitz auch heute noch Adolf H. verehren. Ich würde ihr daher viel mehr den Kontakt zu einer „Selbsthilfegruppe Kognitive Dissonanz“ empfehlen.

     
  8. Robson Bottle

    1. Dezember 2011 at 17:22

    Genau, und ich halte es durchaus für angebracht und notwendig, solchen ignoranten, unkritischen obrigkeits- und adelshörigen Leuten das „Weltbild zu erschüttern“. Solchen Leuten ist 1933 viel zuwenig das führergestützte Weltbild erschüttert worden. Es gibt keinen Grund diese Haltung in Schutz zu nehmen, es sei denn, man muss seinen Beschützerinstinkt befriedigen, mit dem man sich so bequem selbst erhöht.

     
  9. opalkatze

    2. Dezember 2011 at 03:36

    Schon erstaunlich, wie kurz der Schritt von Guttenberg zu Godwin ist.

     
  10. altautonomer

    2. Dezember 2011 at 09:18

    Ne, ne, ne Katze so leicht kommst Du nicht da raus.

    Dann nehme ich eben ersatzweise als Beispiel Helmut Schmidt, den Elder Statesmann und Liebling aller an autoritäre Persönlichkeiten mit grauem Haar gebundene „Loyalitäten“, die seine Endlosschleife an Plattitüden zu philosophischen Thesen hochjazzen.

    Mir geht der Schmidt auf den Geist, bei allem, was man ihm zugute halten mag. Mit seiner tatsächlich wohl absichtlich zu Schau gestellten miesen Laune, seinen kurzen Antworten und seinem mürrischen Gehabe taugt er doch nur noch zur Klamaukfigur für jene, die eigentlich genau das an ihm mögen und fehlende Manieren mit Staatsmännischkeit verwechseln. Und generell ist mir beim Schmidt auch nicht klar, was genau ihn denn zum großen Analytiker qualfiziert. daß er quarzt wie ein Schlot und es ihm wurscht ist? Alle, die ihn bis heute blind verehren, können bis auf die Tatsachen, dass er damals eigenhändig das Elbehochwasser wieder ins Meer zurückgeschaufelt hat und für den Tod von Hans-Martin Schleyer politisch verantwortlich ist, nichts Positives aufzählen, was ihn als couragierten Politiker auszeichnet.

     
  11. opalkatze

    2. Dezember 2011 at 09:36

    Dass ich diese Art Vergleiche überhaupt nicht mag, weisste ja mittlerweile.

    Die einzige Person, die in den entfernten Verdacht meiner Verehrung geraten könnte – würde ich zu solchem Verhalten neigen – ist Harald Lesch. Vielleicht noch der eine oder andere Mensch, der nach meinem Verständnis Dinge auf bemerkenswerte Weise gut macht.

    Schmidt ist während seiner Amtszeit umstritten gewesen, daran ist nicht zu ruckeln. Ich halte ihn heute für einen der wenigen, wenn auch nicht mehr aktiven, politischen Menschen, der immerhin Klartext redet. Ob ich damit immer einverstanden bin, ist eine andere Sache. Ich habe mehr übrig für Leute, die zumindest gelegentlich einen guten Gedanken haben, als für laufende Anzüge.

    Was hat Schmidt jetzt mit Frau Müller zu tun?

     
  12. flatter

    2. Dezember 2011 at 12:17

    Godwin? Müller? Hitler?
    Das Phänomen Guttenberg mit Hitlervegleichen zu begleiten, ist kein Verdienst von Herrn Godwin. Der Adrette schneidige Wundertäter und sein in der Tat masochistisch-devoter Anhang bilden m.E. schon ein Konglomerat zum Fürchten. Die Beziehung der Fans zu ihrem Idol ist nicht nur unkritisch, sondern eine entrückte Vergötzung, die hysterisch danach strebt zu folgen. Bizarre Befehle werden dann ggf. später ausgeführt.
    Die mediale Inszenierung kotzt mich auch an, ich meide daher auch solche Sendungen, Andererseits kann ich es durchaus gutheißen, wenn autoritätsgeile Antidemokraten gelegentlich sprichtwörtlich zur Verantwortung gezogen werden. Das ist zwar eine recht grobe Erziehung zur Mündigkeit, kann aber auch zweckdienlich sein.

     
  13. opalkatze

    2. Dezember 2011 at 14:08

    [Oh, du hast zum Mittagessen wieder heimlich Blut getrunken …]

    Könnten wir das mal ’ne Nummer kleiner machen? Es geht nicht um das Verdienst, wer weswegen wie genannt wird, sondern dass man auch auf andere Weise vergleichen kann. Die Einwände gegen zu Guttenberg: ok. Die Einwände gegen Frau Müller: ok. Wollte ich aber alle mir bekannten Menschen, die auf diese Art gestrickt sind, dergestalt einordnen, befänden wir uns schon längst im mindestens 9. Reich.

    Beziehungen von Fans (beachte den Wortstamm) zu den Subjekten ihrer Verehrung sind naturgemäß unkritisch und können, ja, in Hysterie und Schlimmeres münden. Daraus folgt womöglich, dass Hysterie plus Verstärkung durch Masse unheilvoll ist, jedoch keineswegs, dass Fantum per se pathologisch ist.

    Alles Übertriebene ist unschön bis schädlich. Deshalb muss man es aber nicht zwanghaft zur Bewegung im historischen Sinn stlisieren.

     
  14. Robson Bottle

    2. Dezember 2011 at 15:05

    … bis die „Bewegung“ Fakten geschaffen hat, die nicht mehr zu ändern sind, auf jeden Fall aber großen Schaden angerichtet haben …
    Wie wär’s mit Berlusconi? Ich sehe durchaus große Ähnlichkeiten zwischen der unkritischen Verehrung der Guttenberg-Fans und der genauso irrationalen und bizarren Anhimmelung Silvios durch seine Berlusconistinnen (komischerweise oft gutsituierte Frauen zwischen 45 und 65 Jahren, die er ja eigentlich gar nicht mag) in Italien.

     
  15. flatter

    2. Dezember 2011 at 19:04

    @opalkatze: Ich trinke nur Blut, immer ;-)
    Im Grunde hast du ja recht, ich mag auch nicht die ewige Leier von Hitlers und Faschisten, aber:
    Die Zeit unmittelbar vor der Machtergreifung und die heutige weisen deutliche Ähnlichkeiten auf. 1933 war durchaus nicht klar, dass „mein Kampf“ so konsequenz umgesetzt würde, es hätte ja auch weniger blutig weitergehen können, wäre dann aber trotzdem eine Diktatur geworden. Wie haben nicht so irrsinnig viele Analogien, die wir ziehen können, daher habe ich Verständnis für du weißt schon welche.
    Guttenberg ist kein Hitler, der Mann ist viel zu faul und eitel für echten Fanatismus. Aber es beunruhigt mich zutiefst, dass solche medial designten Führerfiguren nach wie vor funktionieren. Ich will auch keine Diktatur light, die dem Vergleich nicht standhält. Ein autoritäres Deutschland ist durchaus denkbar, und da will ich nicht leben.

     
  16. opalkatze

    2. Dezember 2011 at 19:37

    Hier war aber die Rede von Frau Müller und dem Umgang der Will-Redaktion mit ihr. Über zu Guttenberg brauchen wir nicht zu diskutieren, da sind wir uns im Prinzip einig. Allerdings sehe ich ihn bei allem Charisma, schauspielerischem Talent und Idolfähigkeit einfach als konservativen Politiker, der schon an seiner Indolenz und den Granden seiner eigenen Partei scheitern wird.

     
  17. opalkatze

    2. Dezember 2011 at 20:18

    [Hm, Geschmackssache, ich bloß einen halben Liter zum Frühstück.]

    Ich hab seit Wochen den Klingelton ‚Weimar‘ in den Ohren. Die Parallelen sind augenfällig und die Konstellation insgesamt ähnlich. Das an dem armen Guttenberg festzumachen, ist allerdings Unfug. Dummheit und Stolz …

    Die Henkels, Sarrazins, Bolz‘ und Clements sind mir deutlich suspekter. Wie weit rechts Gesamteuropa mittlerweile schon ist, ebenfalls. Auf das – hoffentlich nie notwendige – Korrektiv aus dieser Richtung würde ich mich ungern verlassen. Solange aber Menschen lieber klagen und stammtischlern, als sich tätig zu engagieren, wird diese Gefahr bestehen.

    Eine Liste von NGO, die jeden Helfer dankbar aufnehmen, liefere ich gerne bei Bedarf; allerdings keine schicke, gut bezahlte Lobbyarbeit mit Lunches im Borchardt. Statt dessen nächtliche Telefonkonferenzen, um noch eine Pressemitteilung oder Folder samt Übersetzungen in die wichtigsten europäischen Sprachen fertig zu kriegen; Verhandlungen, Ärger, oftmals kein Wochenende und kein Feiertag, die Familie leidet auch. Und lernen, lesen, sich informieren, um immer à jour zu sein. Ehrenamtlich.

    Nee, schon klar.

     
  18. pantoufle

    2. Dezember 2011 at 23:17

    Pantouflen vergleichen ja gerne mit Hitler & co – Godwin hin oder her. Aber in diesem Fall… ich weiß nicht. Guttenberg erinnert mich mehr an Loriots „praktischen Familienbenutzer“. Abwaschbar, praktisch, zweckfrei – und rundherum aus Plastik. Wer immer diese Kunstfigur erschuf, hat vergessen, ihm eine Eigenschaft mitzugeben, die mich in irgend einer Form anspricht. Das macht es schwer, über ihn zu urteilen. Seine unzweifelhafte Gefährlichkeit besteht wahrscheinlich aus seiner beliebigen Formbarkeit in jeder Richtung. Der lachende Pirat in Strumpfhosen, berauscht von den laufenden Kameras, gibt sein Bestes: „Nimm dies! Und dies! Und das hier auch noch! Hahaha! Wer sagt, das ich lüge? Heraus mit dem Schuft! Mein Degen wird ihm die Antwort geben! Ha…“ und so weiter… Nur daß der Schauspieler diesmal die Leinwand verläßt und in den Zuschauerraum tritt, wo ein seliges Volk ihn als humanoides Viagra feiert. Endlich ein vorzeigbarer Außenminister! „Ha, Sarkozy! Ziehe er blank!“ Oh Gott – alleine die Vorstellung… und das alles in Strumpfhosen!
    Ja, die Situation hat gewisse Ähnlichkeiten mit dem Ende der Weimarer Republik. Nein: Ich befürchte keine faschistische Machtübernahme. Wie Flatter so richtig bemerkte: Guttenberg ist zu faul und zu eitel für einen echten Radikalen. Und wie ich hinzufügen möchte: Das Volk ist es auch. Bis auf die ganz Doofen haben doch alle begriffen, daß die deutsche Art des Faschismus die denkbar ineffizienteste Regierungsform von allen war. Nein: Da gibt es eine Klientel, die möchte die Welt so wie in der Bunten oder dem goldenen Blatt. Genau so. Keine Abstriche, kein Pardon! Mit Heizdecken, Treppenlift und Prinzessin Soraiadingsbums. Für diese Art von Prinzessin suchten sie einen passenden Politiker und haben ihn nun gefunden!
    Nicht, daß man davor keine Angst haben sollte, aber wenn man auf Teufel komm raus einen Vergleich für 1933 sucht… wie wäre es mit Eric Jan Hanussen? Das ist unser Mann! Ein Scharlatan! Hellseher, Löffelbieger und Wahrsager. Hanussen betrieb angeblich das erste elektrische Karussell, das in Wirklichkeit von Kindern angetrieben wurde. Also wenn das kein passender Vergleich ist! Oder die Ausstattung der österreichischen Armee mit Wünschelruten…
    da war doch was mit der Bundeswehr…
    Ja, dann gute Nacht
    Pantoufle

     
  19. Robson Bottle

    4. Dezember 2011 at 18:24

    @opalkatze
    Kaffeekränzchen ist natürlich besser als Stammtisch, weiß ich doch! Aber dass Sarrazin, Clement, Bolz und Henkel suspekter sein sollen als der „Liebling der Götter“ KT, glaub‘ ich nicht. Die werden doch erst gefährlich, wenn sie einen wie KT als Zugpferd kriegen.

     
  20. opalkatze

    4. Dezember 2011 at 21:50

    Du vergisst die Finanzmacht und -möglichkeiten dahinter. KT wäre bestenfalls schmückendes Beiwerk, das sie, nach eigenem Bekunden, gar nicht wollen (zu viel mehr taugt er auch – noch – nicht). Wenn es eine rechte Partei gibt, wird die auch gewählt werden, allein aufgrund ihrer Aussagen und der Deutschen Sehnsucht nach Sicherheit und Abgerenzung. Die Klientel verlangt nicht nach europäischer Gleichmacherei, sondern nach Stärke. Die künftigen Pole werden nicht mehr rechts und links sein, sondern ‚Abgrenzer‘ und ‚Vernetzer‘.

     
  21. Robson Bottle

    5. Dezember 2011 at 11:35

    @opalkatze
    Ist doch egal wie man es nennt. Rechts, links, abgegrenzt, vernetzt? Entscheidend ist doch nach wie vor, wer die meisten Wählerstimmen bekommt. (Und abstimmen darf immer noch jeder, auch Frau Müller.) Willst du behaupten, KT hätte KEINE Medien- und Massenwirksamkeit (vor allem auf die Unkritischen) ausgeübt, oder das sei irrelevant? Denkst du in einer „schönen, neuen Netzwelt“ werden charismatische Führerfiguren unnötig und wirkungslos? Schau doch mal, wer und mit welch z.T. unterirdischen Mitteln in den Social Networks Zustimmung und Begeisterung bei den Lieschen „Müllers“ erreicht! Das Netz macht die Leute nicht automatisch gescheiter, denn sie picken sich nur die einfachen, leicht konsumierbaren Reize und Schlagworte heraus, die den Denkapparat nicht zu sehr „erschüttern“ und beanspruchen, nach wie vor. Und du hast diesen bedauerlichen Umstand, personifiziert durch Frau Müller, in Schutz genommen. Nur das hat mich gestört. Ich weiß, es ging dir um die arme Frau – die sich selbst übrigens gar nicht so „arm“ gefühlt hat, die hat sich vielmehr ganz toll gefühlt, im Sinne von „hab‘ ich’s den Großkopferten im Fernsehen mal gezeigt!“. Wenn es aber um die Faszination geht, die KT auf gewisse (und leider eben nicht wenige) Leute ausgeübt hat und nach wie vor ausübt, sobald er auftaucht, muss man auch mal solche Leute zeigen dürfen, die massenhaft auf ihn abfahren. Wenn man jetzt noch diejenigen dazuzählt, die bspw. auf den Leseveranstaltungen von Sarrazin so frenetisch dessen Buch und Thesen bejubelt haben (soll ja durchaus „Bildungsbürgertum“ gewesen sein), dann kann/muss es einem bange werden und dann darf man das nicht verharmlosen und von irgendeiner intellektuellen, „höheren“ Warte aus belächeln und abtun.

     
  22. opalkatze

    5. Dezember 2011 at 12:23

    Ich habe die Praxis der ARD angemeckert, nicht Frau Müller bedauert. Zum Rest hab ich jetzt alles gesagt.

     
  23. monika müller

    7. Dezember 2011 at 12:24

    Ich, Monika Müller, bin erschüttert über Ihren small- talk, daß grenzt ja schon an Beleidigung!
    Was kann ein junger Mann dafür, adlig geboren zu sein, gute Erziehung genossen zu haben, von Kind an schon immer belesen war, die Gene seines Großvaters geerbt hat, nämlich die Politik, ein schönes Zuhause hat, eine tolle Familie und dann noch sehr gut aussieht!
    In der Politik etwas bewegt hat, nämlich unsere Jugend begeistert, die ja unsere Zukunft ist.
    Ich verstehe das alles nicht, jeder spricht über seine Doktorarbeit, aber keiner über den Politiker.
    Sie glauben doch nicht, daß ein K.T. sich vor Leute wie Sarrazin o.ä. vor den Karren spannen läßt,wo doch in seiner Familie ein Stauffenberg schon gegen solche Leute Wiederstand geleistet hat und dann erschossen wurde.
    Er ist ein Mensch der kein Unrecht duldet, er hat schon als Kind für Schwächere eingestanden.
    Vergessen Sie doch einmal die Doktorarbeit, würden Sie dann ebenfalls so über ihn urteilen?
    Das nun seine Partei, voran Herr Seehofer ihn nicht gern wiedersehen möchte,oder jedenfalls nicht so schnell, können wir doch alle verstehen, er würde sich bei seiner, immer noch Beliebtheit,
    schnell wieder ganz nach vorn arbeiten und daß er ein paar unschöne Worte über seine Partei verloren hatte, ist ja wohl mehr als richtig.
    Nun beende ich meinen Lobgesang, und möchte Ihnen aber noch mitteilen, daß ich bei Anne Will keinesfalls das Gefühl hatte vorgeführt zu werden, es war ganz toll und Anne ist eine Superfrau, sie hat mir nicht eine Minute das Gefühl gegeben, dem nicht gewachsen zu sein.
    Übrigens mein Telefon steht seit dem 1.Dezember kaum still und es sind Menschen aus ganz Deutschland, die alle mit Karl- Theodor zu Guttenberg sympatisieren. Monika Müller

     
  24. opalkatze

    7. Dezember 2011 at 12:36

    Es liegt nicht in meiner Absicht, jemanden zu beleidigen. So war meine Wahrnehmung.

    Ihre Meinung bleibe Ihnen unbenommen. Eine Doktorarbeit zu plagiieren, ist kein Kavaliersdelikt. Jeder, der einmal eine akademische Abschlussarbeit geschrieben hat, wird dem folgen. Politische Erfolge Herrn zu Guttenbergs sind mir nicht bekannt, Fehleinschätzungen und -handlungen dagegen schon.

     
  25. Angela

    7. Dezember 2011 at 13:02

    @Monika Mueller, ein Fake-Kommentar? :)

     
  26. pantoufle

    7. Dezember 2011 at 13:09

    wartewartewartewarte: Beleidigung? Guttenberg? Hier? Da liegt ja wohl ein Missverständnis vor! An dieser Stelle wird, was weiter oben als „small talk“ bezeichnet wird, ja wohl noch sehr respektvoll und bestenfalls lächelnd mit dem Herren umgegangen. Wer nach – nennen wir es einmal „starken Formulierungen“ sucht, sollte seine Suche auf die FAZ, die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Rundschau bis hinab zum Spiegel verlegen. Dort wird der Freiherr tatsächlich nach allen Regeln der Kunst zerlegt – natürlich immer im Rahmen der Pressefreiheit. Das nennt man übrigends „Meinungsfreiheit“. Und diese Freiheit ist in erster Linie immer die Freiheit der andersdenkenden. Was unter anderem auch für Monika Müller gilt.
    hochachtungsvoll
    Pantoufle

     
  27. pantoufle

    7. Dezember 2011 at 13:11

    @Angela. Es klingt schon sehr nach Realsatire. Aber wer will das in dieser Welt noch auseinanderhalten ;-) Die Formulierung „schon als Kind“ hat schon etwas weihevolles. Advent, advent…
    P.S. Kleiner Nachtrag… wo wir hier alle gerade so gemütlich beisammen sitzen: Unter dem Titel „ganz viel heiße Luft“ veröffentlicht die SZ eine Besprechung über das Buch zu Serie „vollkommen gescheitert“:
    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/buchhandlung-verzichtet-auf-guttenberg-buch-ganz-viel-heisse-luft-1.1228486

     
  28. opalkatze

    7. Dezember 2011 at 13:25

    Nee, hört sich echt an. Aber wer weiß das schon …

     
  29. Angela

    7. Dezember 2011 at 14:41

    @pantoufle, gelungene Realsatire, finde ich. :))

    Sarrazin oder was von oder über zu Guttenberg (er oder sie ist egal) kaufe ich aus Prinzip nicht. Den einen Euro (?) Buchtantieme bekommen die von mir nicht. Da bin ich kniepig.

    Zum Posting zurück: In die AW-Sendung habe ich später reingeschaut, war ein Fehler. Frau Will braucht wohl derzeit eine ältere Dame zum Vorführen. Heute ist es die arbeitende Rentnerin Monika Bauch http://daserste.ndr.de/annewill/archiv/gaesteliste609.html . Ich gucke fast kaum noch diesen Boulevard-Mist.

     
  30. Angela

    7. Dezember 2011 at 14:51

    Ok, die Gäste machen es freiwillig, keiner wird gezwungen, sich bei einem Talk zur Verfügung zu stellen. Die 500,00 € (?) Talkprämie wird gerne genommen. Für manche Wiederholungs-Gäste ist dies inzwischen schon ein kleiner Nebenerwerb, zum Nachteil der zuschauenden GEZ-Zahler…..

     
  31. madmosellchen

    25. Dezember 2011 at 01:44

    Wer freiwillig ins Fernsehen geht, darf sich auch nicht wundern……ist ja auch spannender an zu sehen. Anders rum gehen sie freiwillige zu Britt, wenn sie nicht wissen wer genau der Vater des Kindes ist. Einer zieht immer denn kürzeren.

     
 
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