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Pantoufle: Herr zu Guttenberg in Strumpfhosen

03 Dez

Pantoufle hat „Nachtkritik: Anne Will“ kommentiert, das kann ich euch einfach nicht vorenthalten.

Pantouflen vergleichen ja gerne mit Hitler & co – Godwin hin oder her. Aber in diesem Fall… ich weiß nicht. Guttenberg erinnert mich mehr an Loriots „praktischen Familienbenutzer“. Abwaschbar, praktisch, zweckfrei – und rundherum aus Plastik. Wer immer diese Kunstfigur erschuf, hat vergessen, ihm eine Eigenschaft mitzugeben, die mich in irgend einer Form anspricht. Das macht es schwer, über ihn zu urteilen. Seine unzweifelhafte Gefährlichkeit besteht wahrscheinlich aus seiner beliebigen Formbarkeit in jeder Richtung. Der lachende Pirat in Strumpfhosen, berauscht von den laufenden Kameras, gibt sein Bestes: „Nimm dies! Und dies! Und das hier auch noch! Hahaha! Wer sagt, das ich lüge? Heraus mit dem Schuft! Mein Degen wird ihm die Antwort geben! Ha …“ und so weiter … Nur daß der Schauspieler diesmal die Leinwand verläßt und in den Zuschauerraum tritt, wo ein seliges Volk ihn als humanoides Viagra feiert. Endlich ein vorzeigbarer Außenminister! „Ha, Sarkozy! Ziehe er blank!“ Oh Gott – alleine die Vorstellung … und das alles in Strumpfhosen!

Ja, die Situation hat gewisse Ähnlichkeiten mit dem Ende der Weimarer Republik. Nein: Ich befürchte keine faschistische Machtübernahme. Wie Flatter so richtig bemerkte: Guttenberg ist zu faul und zu eitel für einen echten Radikalen. Und wie ich hinzufügen möchte: Das Volk ist es auch. Bis auf die ganz Doofen haben doch alle begriffen, daß die deutsche Art des Faschismus die denkbar ineffizienteste Regierungsform von allen war. Nein: Da gibt es eine Klientel, die möchte die Welt so wie in der Bunten oder dem goldenen Blatt. Genau so. Keine Abstriche, kein Pardon! Mit Heizdecken, Treppenlift und Prinzessin Soraiadingsbums. Für diese Art von Prinzessin suchten sie einen passenden Politiker und haben ihn nun gefunden!

Nicht, daß man davor keine Angst haben sollte, aber wenn man auf Teufel komm raus einen Vergleich für 1933 sucht… wie wäre es mit Erik Jan Hanussen? Das ist unser Mann! Ein Scharlatan! Hellseher, Löffelbieger und Wahrsager. Hanussen betrieb angeblich das erste elektrische Karussell, das in Wirklichkeit von Kindern angetrieben wurde. Also wenn das kein passender Vergleich ist! Oder die Ausstattung der österreichischen Armee mit Wünschelruten … da war doch was mit der Bundeswehr …

Mehr vom Pantoufle findet ihr hier und auf der Schrottpresse.

 
7 Kommentare

Verfasst von - 3. Dezember 2011 in Kolumne, Medien, Politik

 

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7 Antworten zu “Pantoufle: Herr zu Guttenberg in Strumpfhosen

  1. ...der Berliner

    3. Dezember 2011 at 11:15

    Ganz super interpretiert und dargestellt. Brauchen wir wirklich nicht !!!
    Mir gefällt Dein Blog, ich komme ganz bestimmt wieder!

    G. l. G. Jochen

     
  2. rauskucker

    3. Dezember 2011 at 18:21

    „Wer immer diese Kunstfigur erschuf …“ Das ist für mich genau die spannende Frage: wer steckt eigentlich dahinter? Wer hat den Kerl aufgebaut und flüstert ihm ein, was er zu reden hat? Und das ist genau das, was der Giovanni di Mare ihn natürlich nicht gefragt hat. Vielleicht kommt er ja aus der selben Retorte.

     
  3. VonFernSeher

    4. Dezember 2011 at 02:22

    @opalkatze
    Tschuldigung, aber wann genau hast du das jemandem vorenthalten?

     
  4. opalkatze

    4. Dezember 2011 at 03:36

    Um eben das zu vermeiden, habe ich den Kommentar ja hierher geschrieben.

     
  5. Don Krypton

    4. Dezember 2011 at 10:04

     
  6. Medienkanzler

    4. Dezember 2011 at 12:42

    Gut auf den Punkt gebracht. Nein, ein Radikaler ist er sicher nicht. Aber er hat das Zeug zum Demagogen. Und seine aktuellen Umfragewerte können einem da schon etwas Sorge bereiten…

     
  7. opalkatze

    4. Dezember 2011 at 21:38

    Macht haben und Macht gebrauchen können ist glücklicherweise zweierlei.

     
 
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