RSS

Aktion gegen die elektronische Gesundheitskarte – Macht mit!

08 Dez

Die elektronische Gesundheitskarte droht – ein guter Grund, zum Arzt zu gehen

Haben Sie auch schon Post von Ihrer Krankenkasse bekommen mit der Aufforderung, ein Foto einzuschicken? Das Foto ist der erste Schritt zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte.

Fünf wichtige Gründe sprechen gegen die elektronische Gesundheitskarte (eGK):

  • Patienten werden gläsern: Die Daten werden zentral gespeichert und viele können darauf zugreifen.
  • Einmal krank – immer krank: Alle Diagnosen – auch Fehldiagnosen – werden lebenslang zentral gespeichert.
  • Die eGK kostet, aber nutzt nichts: Bis zu 14 Milliarden Euro fließen in ein technisches Großprojekt, die dem eigentlichen Gesundheitswesen fehlen werden.
  • Zukünftige Risiken sind unbekannt: Es wird in der Zukunft weitere Funktionen der Karte geben. Niemand kann garantieren, dass die Gesetze uns dann auch noch ausreichend schützen werden.
  • Ihr Arzt muss mehr Zeit in die elektonische Verwaltung investieren – und hat damit noch weniger Zeit für Sie als Patientin oder Patient.

Um die Versicherten direkt in den Praxen zu informieren, haben wir ein Paket mit Flyern, Plakaten und Aufstellern für Ärztinnen und Apotheker geschnürt.

Auf Sie kommt es nun an: Helfen Sie mit!

Sprechen Sie mit Ärzten und Apotheken Ihres Vertrauens und fragen Sie, wie er oder sie zur elektronischen Gesundheitskarte steht, berichten Sie von der Aktion und zeigen Sie unser Info-Faltblatt zur elektronischen Gesundheitskarte. Die Muster können Sie gratis beim FoeBuD bestellen.

  • Gratis eGK-Info bestellen – 3 Muster-Faltblätter zum Mitnehmen zum Arzt
  • Ärzte und Apotheker können das Infopaket direkt beim FoeBuD bestellen
  • Selbstverständlich können Sie auch Faltblätter anfordern, um diese in Ihrem Geschäft auszulegen, sie an Bekannte und Kolleginnen zu verteilen
  • Weitere Informationen zur elekronischen Gesundheitskarte
  • eGK-Infos im FoeBuD-Shop

(Textübernahme vom FoeBuD)

 
20 Kommentare

Verfasst von - 8. Dezember 2011 in Datenschutz, Menschen, Politik

 

Schlagwörter: , , , , , , ,

20 Antworten zu “Aktion gegen die elektronische Gesundheitskarte – Macht mit!

  1. AlterKnacker

    8. Dezember 2011 at 09:53

    Auch wenn ich den Beitrag begrüße, bin ich persönlich ein Befürworter der E-GK, denn sie erleichtert vieles in der Praxis, was heute noch von Hand beim Arzt gemacht werden muss.

    Was aber als negativ angesehen werden muss, ist wieder mal die Bananen-Software (reift beim Kunden) und die Kosten für die Erstellung dieser Karte, denn es werden nicht die besten Programmierer engagiert, sondern die sogenannten ‚Spezl‘, welche wohl abkassieren und sich wieder mal sanieren, aber die nicht sichtbaren Mittelfinger in Richtung Politik zeigen.

     
  2. Janice

    8. Dezember 2011 at 12:27

    Meine Ärztin ist schon ein gutes Stück weiter und klärt ihre Patienten selbst auf. Gute Ärztin!
    Jedenfalls habe ich von ihr den Hinweis auf folgenden Artikel bekommen, Focus 2008: http://tinyurl.com/yajk7ta Danach haben Versicherungen bisher keine rechtliche Handhabe, Passfotos von ihren Versicherten anzufordern. Hat sich das inzwischen geändert? Wenn nicht, müsste ich mal laut lachen.
    Wer von euch kennt sich mit der Rechtslage aus: Wie ist das denn eigentlich? Dürfen die nun meine Krankheitsdaten zentral außerhalb der Arztpraxis speichern? Gibt’s dafür eine wasserdichte Gesetzeslage? Wenn’s die noch nicht mal fürs Passfoto gibt, dann ahne ich ja schon die Antwort voraus. Noch ein Grund zum Lachen. Oder zum Weinen. Wie man’s nimmt.

     
  3. opalkatze

    8. Dezember 2011 at 12:56

    Hallo Janice, so viel ich weiß, gibt es Teilregelungen, die aber noch im Zusammenhang mit ELENA entstanden sind (war ja mal als ein Projekt geplant). Ich schreib gerade noch was anderes, werde mich aber schlau machen und hier antworten.

     
  4. VonFernSeher

    8. Dezember 2011 at 13:47

    Nein, mit ELENA hat das nichts zu tun, das steht im § 291 SGB V und gilt als eigener Punkt unabhängig von der eGK, die sehr wohl aber laut dem Gesetz seit dem gleichen Zeitpunkt verpflichtend sein soll. Dass Passfoto sollte die Krankenkasse also rein theoretisch schon seit Ende 2005 haben. Das gehört übrigens nicht in eine zentrale Datenbank, sondern auf die Karte, um den Inhaber mit der Person in der Praxis abzugleichen. Meine damalige Krankenkasse hat das auch – zumindest in meinem Land – umgesetzt.

    Insgesamt nimmt der FoeBuD eine seltsame und nicht hilfreiche Position zur Gesundheitskarte ein. Dass die Gesundheitskarte so nicht an den Start gehen kann, ist klar. Warum sie aber an sich eine schlechte Idee sein soll, ist es nicht. Letztlich wären die Daten auf einem zentralen, gut gesicherten System (das es aber noch nicht ansatzweise gibt) wesentlich besser aufgehoben als in der miesen EDV der Ärzte und der Krankenkassen, und auch besser als direkt auf einer Karte; das gehört auch mit zur Wahrheit für diejenigen, die sich etwas ausführlicher damit beschäftigt haben.

    @opalkatze
    Hier bei dir gibt es mir zuletzt zu viele übernommene und zu wenig überdachte Texte.

     
  5. Sabine Engelhardt

    8. Dezember 2011 at 14:01

    Meine Krankenkasse wollte mir das ja auch aufzwingen. Klappte nicht :-)
    http://blog.atari-frosch.de/2011/11/02/bild-fur-die-elektronische-gesundheitskarte/

     
  6. opalkatze

    8. Dezember 2011 at 14:25

    Schenk mir ein Zeitguthaben :) Doch, ursprünglich war das alles zusammen auf einer Karte geplant (wie du nachlesen könntest, wenn du nicht ebenfalls wenig Zeit hättest).

     
  7. bravo56

    8. Dezember 2011 at 15:44

    Was soll ich denn da mitmachen? Mit meinem Arzt über die eGK reden? Ich bin froh, wen er sich Zeit nimmt, um über meine Krankheiten zu reden. Flyer bestellen? ich glaub es hackt!
    Der sinnvolle Weg für einen Versicherten, sich gegen die eGK zu wehren, ist der in dem Link zu Björn Grau beschriebene.
    Man kann sich natürlich auch in der Partei seines Vertrauens dagegen stark machen.

     
  8. VonFernSeher

    8. Dezember 2011 at 16:36

    Nicht ganz. Die Übertragung und Authentifizierung war mittels der Karte angedacht, aber das ganze war nicht als ein System geplant.

    (Zum Nachlesen hätte ich wohl tatsächlich wenig Zeit, aber ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, mich damit an der Uni beschäftigen zu dürfen. Wenn man übrigens einmal ein paar wirkliche Experten unter den Ingenieuren und Informatikern daran gelassen hätte, würde es ja vielleicht mittlerweile funktionieren. Das passende Institut an meiner Uni hatte das Ganze jedenfalls eher unter S wie Späßchen abgelegt und da waren/sind die glaube ich nicht allein.)

     
  9. altautonomer

    9. Dezember 2011 at 07:39

    Als die Aufforderung meiner KK kam, hab ich sie per e-mail mit seitenweisen Argumenten gegen die EGK konfrontiert. Das Angebot einer telefonischen „Aufklärung“ habe ich einfach ignoriert. Wenige Tage danach bekam ich eine neue -bis Dezember 2015 gültige- Karte. Da sag ich einfach mal Danke!

     
  10. Janice

    9. Dezember 2011 at 09:51

    Mir ist immer noch nicht klar, warum zentral angelegte Datensammlungen, die rein rechnerisch nur mit einem Passwort geschützt sind, sicherer sein sollen, als dezentral vorgehaltene Datensammlungen, die mit n-Passwörtern geschützt werden können. Zeugt vielleicht von technischer Naivität meinerseits. Wenn dem so ist, verzeiht mir, aber dann klärt mich bitte mal auf. ;-)
    Und auf die rechtliche Grundlage für diese zentrale Sammelwut bin ich wirklich, wirklich gespannt. Aber ehrlich gesagt, glaub ich nicht an deren Existenz. Das wird wohl wieder erst vor’m Verfassungsgericht geklärt. Bis dahin gehen noch ein paar Jahre ins Land. Zeit genug, um Fakten zu schaffen.

    @VonFernSeher: Klar, das Foto gehört auf die Karte, damit der Arzt den Patienten auch zweifelsfrei identifizieren kann. Man fragt sich nur, wer von der KK im Vorfeld den Abgleich vornimmt. Schicken die jemanden raus? Oder muss man auch gleich seinen Personalausweis in Kopie einreichen? Ach nee, das wäre ja auch nicht so ganz zweifelsfrei. Schließlich könnte ich ja den von Miss Piggy kopiert haben … Ach, die werden schon wissen, was sie tun. Glaub ich mal. Sonst würden einige Kassen wohl kaum auf die Idee kommen, einen „supersicheren, gut durchdachten“ Upload fürs Foto anzubieten.

     
  11. bel

    9. Dezember 2011 at 13:14

    Ich frage mich immer warum wir das system nicht mit seine eigenen bröseligen waffeln schlagen.

    Sie wollen fotos?
    Gebt ihnen fotos!!
    Im www existieren wunderschöne bilder von hans & erika mustermann.
    Sie wollen ein foto von euch?
    Kein problem.
    Keiner hat gesagt, wer auf dem foto drauf sein soll. In der deutschen sprache bedeutet ein eigenes foto, dass es nicht von einem fremden gemacht wurde. Gebt ihnen fotos von eurem hund, eurer katze, eurem wellensittich oder auch von eurer lieblingsvoodoopuppe.

    Haut sie in die fresse, aber mit samthandschuhen!

    gruß bel.

     
  12. VonFernSeher

    10. Dezember 2011 at 01:53

    Warum sollte jemand ein Foto auf seiner Karte speichern lassen, das nicht ihn oder sie zeigt? Man möchte ja vor allem einmal selbst in den Genuss der Versicherungsleistungen kommen. Nebenbei muss eine Krankenkasse den Kranken- und den Sozialversicherungsstatus vergleichen, um Sozialbetrug zu verhindern. Sie haben eh schon ein Foto von jedem. Beim Abschluss meiner Krankenversicherung habe ich mich bis jetzt noch immer identifizieren müssen. Man hat zwar keine Kopie von meinem Personalausweis gemacht, aber die entsprechenden Daten übertragen.

    Eine deutsche Krankenkasse besitzt weit intimere Daten über uns alle als ein Foto oder den Wohnsitz. Wenn nun vertrauliche Patientendaten zwischen dem Patienten, dem Arzt oder der Krankenkasse ausgetauscht werden sollen, dann ist es ganz klar sicherer dies über eine Struktur zu tun, die sich von den Karten nur die Authorisierung besorgt, die Daten aber woanders zentral speichert. Das haben auch etliche Gutachten zu dem Thema festgestellt.

    Die Daten „auf dem Server“ sind ja nicht einfach durch ein Kennwort zugänglich, sondern sind durch Verschlüsselungsmechanismen geschützt. Der Zugriff soll jeweils nur mit der Zustimmung von Arzt und Patient geschehen.

    Ich würde das auch näher und genauer und richtiger ausführen, aber mir fehlt momentan die Zeit dafür
    Es gibt aber dazu schon eine ganze Menge im Netz.

     
  13. anne genehm

    10. Dezember 2011 at 17:19

    also leute!

    von uns allen werden schon heute alle krankheitsdaten bzw. diagnosen und therapien zentral bei den kassen(zahn-)ärztlichen vereinigungen und natürlich auch bei den krankenkassen gespeichert. die ärzte übermitteln diese daten, um ihre leistungen abrechnen zu können.

    übrigens: die daten werden NICHT lebenslang gespeichert!
    bei den kassenärztlichen vereinigungen werden sie nach 5 jahren, und bei den krankenkassen nach 6 jahren gelöscht.
    das heitßt: alle diagnosen etc., die älter als 5-6 jahre sind, kennt nur noch eurer arzt.

    und noch was: wenn ich mir die miserable, veraltete und schlecht gewartete hard- und software in den meisten arztpraxen anschaue, wird mir angst und bange.
    da habe ich lieber ein professionelles (groß)projekt, das trotz aller kosten, probleme und verzögerungen wenigstens verschlüsselung implementiert.

     
  14. opalkatze

    10. Dezember 2011 at 18:15

    Implementiert, ja.

    — Der Einfachheit halber empfehlen wir, mit dem Labor die Vereinbarung zu treffen, die Labordaten unverschlüsselt
    zu übertragen. In diesem Fall wird das Kästchen „Labor-DFÜ entschlüsseln“ mit „aus“ belegt, andernfalls mit „an“.

    Gibt noch mehr hübsche Beispiele.

     
  15. VonFernSeher

    10. Dezember 2011 at 20:17

    Aber genau das ist doch der Punkt. Die Idee der Karte und des Systems dahinter ist wirklich durchdacht, das Problem liegt nicht bei den Akademikern. Die Umsetzung ist mies, genauso wie die Umsetzenden, die die Politik ausgewählt hat. Das ist in den letzten Jahrzehnten immer so gewesen. Schimpft deshalb nicht auf Bologna, ELENA oder eGK,nehmt euch die vor, die die Umsetzung versaut haben*.

    Das hat, am Rande, etwas damit zu tun, dass ich die Verbreitung dieses Artikels über die sog. Technokratien so unsäglich fand. Schiebt nicht immer den „Experten“ die Schuld in die Schuhe, sondern sucht sie bei denen, die ein Eigeninteresse an einer solchen Umsetzung haben, und bei den Politikern, die ihnen hörig sind.

    Es ist nicht so, als könnten wir das nicht ordentlich. Es gibt nur Menschen mit Einfluss, denen es so besser gefällt.

    *die das übrigens mit Absicht tun

     
  16. opalkatze

    11. Dezember 2011 at 12:05

    Ich zumindest mache für die unsäglich schlechte Ausführung nur die Unternehmen, Lobbyisten und Politiker verantwortlich.

     
  17. VonFernSeher

    11. Dezember 2011 at 19:29

    Deswegen ja auch die Überschrift:

    Aktion gegen die dilettantische und partikularinteressengeleitete Einführung der eigentlich gut konzipierten elektronischen Gesundheitskarte – Macht mit!

     
  18. opalkatze

    11. Dezember 2011 at 21:29

    Sehr schön. Schenk mir mehr Platz für Überschriften!

     
  19. VonFernSeher

    11. Dezember 2011 at 23:55

    .
    .
    .
    .
    .
    .
    .
    Reicht das so? ;)

     
 
%d Bloggern gefällt das: