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Ein Schluck Wasser in der Kurve

03 Jan

Man könnte auch sagen, ein laufender Anzug. Obwohl den meisten Deutschen klar sein dürfte, dass ihr höchster Repräsentant eben auch „bloß“ ein Politiker ist, reiben wir uns erstaunt die Augen: So viel Dreistigkeit und so wenig Rückgrat konnten wir uns dann doch nicht vorstellen. Das Unvorstellbare wird auch durch die Berichterstattung in den großen Zeitungen dokumentiert, die dem Springer-Verlag und speziell dessen Spitzenprodukt sonst alles andere als gewogen sind. Es hört sich an, als sei die Vierbuchstabenzeitung das neue Sturmgeschütz der Demokratie – jeder Außenstehende würde das spätestens seit gestern vermuten.

Wie die Nachricht von Wulffs Diktieraktion zur FAS und zur Süddeutschen gelangte, ist vorerst Spekulation. Bei einer so brisanten Meldung ist nur merkwürdig, dass noch keine Mitschrift aufgetaucht ist, die es immerhin zu geben scheint. Eine von mehreren Merkwürdigkeiten, die uns jetzt bereits seit Wochen zugemutet werden. Die Situation ist völlig bizarr. Kein Wort aus Berlin, dort versteht man sich besser auf Aussitzen und Totstellen. Was mag sich Frau Merkel gerade denken? Und wann wird sie endlich zu erkennen geruhen, dass ein gewisser Handlungsdruck entstanden ist?

 
6 Kommentare

Verfasst von - 3. Januar 2012 in Journalismus, Kaffeesatz, Medien, Menschen, Politik

 

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6 Antworten zu “Ein Schluck Wasser in der Kurve

  1. Andreas Moser

    3. Januar 2012 at 13:52

    Horst Köhler wäre in den letzten Wochen jeden einzelnen Tag zurückgetreten.

     
  2. opalkatze

    3. Januar 2012 at 13:57

    Zum Teil gleich mehrfach …

     
  3. Uriel Septim

    3. Januar 2012 at 14:03

    Fra Merkel denkt – so glaube ich nie besonders viel – denn sonst hätte sie als Physikerin längst wissen müssen wie es um die Sicherheit von Atomkraftwerken und dessen Jahrtausendelang strahlenden Giftmüll bestellt ist.
    Worauf ich jedoch mit allergrösster Spannung warte ist: der Leak der Anrufbeantwortermitschnitte!
    DAS wäre mal wirklich interessant für mich als Bürger, wie unser „Repräsentant“ ohne PR-August klingt.

     
  4. Patrick Breitenbach

    3. Januar 2012 at 14:54

    Man beachte auch den Printartikel des Spiegels vor einigen Wochen zu Hans Olaf Henkel. Diese Deals scheinen nicht gerade selten zu sein. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-83180904.html Der Bruch der Zweckbeziehungen wohl auch nicht. Da scheint jemand im Turm der macht kräftig aufs Gas treten zu wollen.

    Übrigens mich schreibt man mit haddem „t“ ;-)

     
  5. opalkatze

    3. Januar 2012 at 15:38

    Ich vermute – abseits aller Vt – einen größeren Plan dahinter, nämlich Merkels Sturz. Cui bono, das alte Lied. Ich nehme nicht an, dass Kai Diekmann plötzlich seine soziale Ader entdeckt hat.

     
  6. t.h.wolff

    3. Januar 2012 at 18:51

    Auf den jüngsten Bildern wirkt Diekmann zunehmend wahnhaft, etwa als stünde er kurz davor sich die Brille abzuschneiden. Aber kann er ohne Schenkeldruck von Friede Springer den Sturz – passender wäre vielleicht: das Verblassen – der Nichtgestalt Merkel betreiben? Oder hat sich gar das Trio Infernale Merkel/Springer/Mohn entdreit? Wichtiger aber noch die Frage: was dann? Neuwahlen? Die SPD-Troika? Haha.Ha.

    Wie’s aussieht wird 2012 ein großes Kabarett-Jahr.

     
 
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