RSS

FoeBuD enttarnt RFID-Schnüffelchips in Kleidung

15 Jan

In einer publikumswirksamen Aktion vor einem Geschäft der Bekleidungskette “Gerry Weber” in Bielefeld lasen Aktivisten die Daten von in der Kleidung eingenähten Funkchips aus. Eine Reportage der ARD, die die Aktion mit einem Kamerateam begleitete, wird nächsten Montag ab 21 Uhr auf WDR ausgestrahlt.

Die sogenannten RFID-Chips haben eine Reichweite von bis zu acht Metern und können von allen handelsüblichen Lesegeräten ausgelesen werden. Ihre eindeutige Identifikationsnummer ermöglicht eine Wiedererkennung und somit die Erstellung von Bewegungsprofilen.

  
Der 1987 gegründete “Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs” FoeBuD fordert seit Längerem zur Entfernung der zu Logistikzwecken eingenähten Etiketten beim Kauf von Kleidungsstücken auf und versucht, einheitliche Warnhinweise für mit RFID-Technik markierte Produkte durchzusetzen.

Textübernahme von andreasm/Netzpolitik unter CC BY-NC-SA, Foto2: FoeBuD (1), RFID Viruses and Worms (2)
  • Diskussion beim Netzpolitik-Original, darin viel weiteres Wissenswertes über RF- und RFID-Chips.
  • Konkrete Maßnahmen gegen RFIDs
  • Bei der Gelegenheit Dank an Christian v. Grone, Leiter IT bei Gerry Weber, der auf vielen Plattformen geduldig und sachlich Antwort und Auskunft gibt und damit solide PR-Arbeit leistet. Das erwähne ich, weil ich sonst auf schlechte PR gerne einprügele.
  • SpOn-Bericht von Konrad Meusers
 
14 Kommentare

Verfasst von - 15. Januar 2012 in Datenschutz, Kaffeesatz, Politik

 

Schlagwörter: , , , , , ,

14 Antworten zu “FoeBuD enttarnt RFID-Schnüffelchips in Kleidung

  1. Andreas Moser

    15. Januar 2012 at 07:58

    Mal wieder bin ich froh, hauptsächlich alte Klamotten aus dem Second-Hand-Laden zu tragen.

     
  2. opalkatze

    15. Januar 2012 at 09:22

    Ist aber am Problem vorbei, schließlich soll jede/r tragen können, was ihm gefällt, ohne ortbar zu werden.

     
  3. Günther Ludwig

    15. Januar 2012 at 14:36

    Überstehen die Chips die Wäsche? Wenn nein, ab wieviel °C?

     
  4. opalkatze

    15. Januar 2012 at 14:54

    Müsste gehen. Ich hab mal wen gefragt.

     
  5. opalkatze

    15. Januar 2012 at 15:15

    So, hier, bittschön:

    The typical operating temperature for an RFID inlay (tag) found in most smart labels is between -25º C and 70º C. Storage temperature typically is between -40 º C and 85º C. These values will vary from manufacturer to manufacturer and will depend on the tag’s components. There are industrial tags available in the market that will withstand temperatures as high as 250º C, which could, for example, stand up to heat sterilization requirements for medical items.

    Aus: http://www.zebra.com/id/zebra/na/en/index/rfid/faqs/rfid_tag_characteristics.html

    Mit herzlichem Dank an Hajo!

     
  6. Christian v. Grone

    16. Januar 2012 at 08:58

    Die RFID-Chips sind üblicherweise nach der dritten Haushaltswäsche oder der zweiten chemischen Reinigung nicht mehr lesbar. Sie befinden sich bei der Mehrzahl der Kleidungsstücke im textilen Pflegeetikett, und sind mit dem Hinweis „RFID inside – remove before wearing“ und einer Schnittmarkierung gekennzeichnet. Ein kleiner Teil der Artikel ist stattdessen mit einem Papp-Hangtag beim Preisschild ausgerüstet.
    Weitere Fragen gerne per Mail. c.vongrone@gerryweber.de

    Christian v. Grone
    (IT-Leiter Gerry Weber)

     
  7. opalkatze

    16. Januar 2012 at 10:58

    Danke für die Antwort, die ich auf Google+ geteilt habe. Leider sagt sie nichts über die Temperaturen, aus denen man auf die mögliche Zerstörung schließen könnte.

     
  8. Christian v. Grone

    16. Januar 2012 at 11:14

    Die Chips werden beim Waschen nicht durch die Temperatur, sondern mechanisch zerstört. Ein Waschgang knickt die Antenne, und es dringt Wasser unter den Aufkleber, so dass der Chips nicht mehr auf der richtigen Frequenz sendet und empfängt.
    Christian v. Grone

     
  9. Kai Biermann

    16. Januar 2012 at 11:21

    Ich habe mal erlebt, wie ein solcher im Waschetikett versteckter RFID-Chip beim Verlassen eines MediMax-Marktes den Diebstahlalarm auslöste. Sehr verwirrend. Dauerte zehn Minuten, bis ich herausfand und dem Personal erklären konnte, dass die Ursache nicht eine geklaute DVD, sondern die neue Winterjacke meiner Tochter war…

     
  10. padeluun

    16. Januar 2012 at 12:53

    Hallo Herr von Grone, senden Sie uns mal einen Stapel Chips zu? Dann probieren wir die Anzahl Wasch- und Reinigungsvorgänge mal aus … Mit Dank im Voraus.

    FoeBuD e.V.
    z. Hd. padeluun
    Marktstrasse 18
    33602 Bielefeld

     
  11. Christian v. Grone

    16. Januar 2012 at 16:29

    @Kai Biermann: Bitte sauber unterscheiden zwischen alter RF-Warensicherungstechnik, und neuer RFID-Technologie. Das Auslösen von Fehlalarmen ist nur ein Problem der alten Technik. Hier wird nur „Gesichert“ oder „Entsichert“ gelesen. Wird ein Artikel beim Kauf nicht richtig entsichert, so löst er beim nächsten Laden, der die gleiche Technik nutzt, Alarm aus.
    Mit RFID schläge der Alarm nur bei den Chips an, die einmal als Seriennummer in den Bestand dieses einen Ladens eingebucht wurden. Alle fremden RFID-Chips lösen keinen Alarm aus. Genauso löst ein RFID-Chip nirgendwo anders (außer vielleicht beim FoeBud :-) ) Alarm aus, und stört auch keine RF-Warensicherung.

    @padeluun: Ja, lasse ich vorbereiten.

    Christian v. Grone

     
  12. opalkatze

    16. Januar 2012 at 20:49

    @Christian v. Grone
    Bei der Gelegenheit vielen Dank für Ihre geduldigen und sachlichen Antworten und Auskünfte hier und auf anderen Plattformen. Das ist solide PR-Arbeit. Ich erwähne es, weil ich sonst gerne auf schlechte PR einprügele.

     
  13. Christian v. Grone

    21. Januar 2012 at 11:09

    @opalkatze: Danke für die Blumen! :-)
    @padeluun: War Do und Fr unterwegs, die Etiketten sollen jetzt bei mir auf dem Schreibtisch liegen – schicke ich nächste Woche raus!

    @all: Schönes Wochenende!

     
 
%d Bloggern gefällt das: