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Jens Best: Ansgar Heveling – Perspektiven eines geschichtsbewussten Politikers

30 Jan

Ich habe das Video von Jens vom Blog genommen, weil ich ziemlich böse Post bekommen haben. Ich sag es mal mit Pantoufle:

Ich bin der erste, dem es bei solchen Pappkameraden in den Fingern juckt, den gefürchteten Nazivergleich heranzuziehen. Aber so nicht. Die Diktion …ja, natürlich ist es leicht, die dahin zu transformieren – es hilft nur nicht weiter. Was ich über diesen Typen denke, ist eine Sache – ihn zu bekämpfen eine andere. Wenn man sich darauf einigen kann, das Heveling aussortiert werden muß, weil solche Politiker nicht tragbar sind, dann lasst uns doch bitte über Wege nachdenken, die dafür zielführend sind. So etwas macht einen nur angreifbar, der Lacher könnte einem schnell im Halse stecken bleiben. Nein, ich habe keine Angst, mich da weit aus dem Fenster zu lehnen – es muß sich nur lohnen.

Ja, ich kneife den Schwanz ein. Ich habe Angst, mich aus dem Fenster zu lehnen, denn ich riskiere keine Abmahnung. Das ist mir dieses Henneschen nicht wert.

 
11 Kommentare

Verfasst von - 30. Januar 2012 in Kaffeesatz, Netzpolitik, Politik, Web 2.0

 

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11 Antworten zu “Jens Best: Ansgar Heveling – Perspektiven eines geschichtsbewussten Politikers

  1. Angela

    30. Januar 2012 at 21:29

    Dass Ansgar H. nicht mehr alle Tassen im Schrank hat, ist klar. Den „Vergleich“ oben finde ich dann doch heftig – obwohl, die Wortwahl im Gastkommentar war’s auch. Nicht zu fassen, dass Ansgar H. im Rechtsausschuss sitzt. Fehlbesetzung!

     
  2. opalkatze

    30. Januar 2012 at 22:01

    Sprache ist verräterisch. Wenn ein Mitglied des Bundestages in einer solchen Diktion veröffentlicht – im Ton wie in der Sache unangemessen – ergeben sich bestimmte Vergleiche von selbst.

     
  3. pantoufle

    30. Januar 2012 at 23:14

    Ich bin der erste, dem es bei solchen Pappkameraden in den Fingern juckt, den gefürchteten Nazivergleich heranzuziehen. Aber so nicht. Die Diktion …ja, natürlich ist es leicht, die dahin zu transformieren – es hilft nur nicht weiter. Was ich über diesen Typen denke, ist eine Sache – ihn zu bekämpfen eine andere. Wenn man sich darauf einigen kann, das Heveling aussortiert werden muß, weil solche Politiker nicht tragbar sind, dann lasst uns doch bitte über Wege nachdenken, die dafür zielführend sind. So etwas macht einen nur angreifbar, der Lacher könnte einem schnell im Halse stecken bleiben. Nein, ich habe keine Angst, mich da weit aus dem Fenster zu lehnen – es muß sich nur lohnen.

     
  4. Jens

    31. Januar 2012 at 00:44

    @pantoufle

    Die Diktion muss man nicht „dahin transformieren“ – die ist da schon.
    Die Entmenschlichung der „Digital Natives“ in einem ersten Schritt, dann martialische Wortwahl wie „digitales Blut vergiessen“, „Endkampf“, „vorgezogener Nachruf“, „digitale Horden“, „ruinenhafte Stümpfe der Gesellschaft“, „unheilige Allianz“ – DAS ist die Wortwahl der rechten Verführer.

    Nur weil der rechte Rand der CDU Kreide gefressen hat, sind sie nicht weniger gefährlich in ihrer Verachtung der Andersdenkenden und -handelnden

     
  5. Peter Viehrig

    31. Januar 2012 at 02:18

    Nun, Sie sind nicht die einzige, die sich vorauseilend der Knechtschaft der Zensur unterwirft. Und offensichtlich sind andere schon unterwegs, die Büttel von Heveling, Buske & Co. zu machen:

    Indes, ganz löschen wollte YouTube dann doch nicht, man kann es sich mithilfe dieses addons im Firefox noch anschauen:

    https://addons.mozilla.org/en-US/firefox/addon/proxtube/?src=ss

    Vielleicht sollten Sie sich ebenfalls nach einem Bulletproof-Hoster umsehen (Nachfragen gerne an die hinterlassene E-Mail-Adresse). Zum virtuellen Auszug aus Deutschland kann man ja nur jedem raten, der sich seine Bürgerrechte nicht erst durch jahrelange Gerichtsprozesse und -kosten kaufen will.

    Ich habe eine Weile überlegt, ob ich die Zensurschere hier akzeptieren soll oder den Link zu dem Video wieder in die Kommentare setze, denn eines ist für mich unstreitig, was immer man von dem Video halten mag (ich beispielsweise finde es schlecht): Es ist selbstverständlich zulässig, da es sowohl eine künstlerische wie auch politische Auseinandersetzung mit dem Ausfluß Hevelings ist.

    Ich will es mir mit Ihnen nicht verderben, deshalb lasse ich den Link diesmal weg. Sehr gut möglich ist jedoch, daß ich mich bei nächster Gelegenheit anders entscheide. Ich bin mit Zensur aufgewachsen und reagiere entsprechend allergisch darauf. Sorry.

     
  6. daMax

    31. Januar 2012 at 07:58

    Ich finde ja die „Wichtige Radiosendung“ eh viel lustiger

    und dass man dafür abgemahnt wird, halte ich für eher unwahscheinlich. Das ist offenkundig Satire.

     
  7. daMax

    31. Januar 2012 at 08:01

    huch? ich hatte nur den Link gepostet und da erscheint gleich das ganze Video?

     
  8. daMax

    31. Januar 2012 at 09:20

    +1

     
  9. pantoufle

    31. Januar 2012 at 12:12

    @ Jens
    Die Wortwahl Hevelings macht mir persönlich überhaupt keine Angst. Wenn es jemand wie er für nötig hält, sich selber so nachhaltig zu disqualifizieren, sich so vollkommen zu demontieren: Um so besser. Wenn es reicht, Heveling kommentarlos zu zitieren, um den gewünschten Lacher zu bekommen – was will man eigentlich mehr.
    Der rechte Rand der CDU hat Kreide gefressen? Das halte ich, nimm es mir bitte nicht übel, für naiv. Warum hält man in Deutschland eigentlich die Marktschreier – die sich so ausgezeichnet in einem Hitler-Video verwursten lassen – für die wirklich Gefährlichen. Man sollte die Stillen wie Heydrich, Kaltenbrunner, Pohl oder einen Eichmann fürchten. Das waren diejenigen, die hinter den Vorhängen agierten … sehr, sehr leise, aber um so effizienter.
    Das hysterische Kreischen Hevelings zeigt vor allem anderen die Wissenslücken, die es offensichtlich in der Union (und nicht nur dort) darüber gibt, was das Internet ist. Nutznießer sind davon in erster Linie die Web-Konzerne außerhalb Deutschlands, die sich mehr oder weniger laut ins Fäustchen lachen werden, daß es auf diesem weltweiten Milliardenmarkt einen Mitbewerber weniger gibt. Politiker, deren Köpfe in den sechziger Jahren stecken geblieben sind, sind dort hochwillkommen – so bleibt man unter sich.
    Die LINKE wird vom Verfassungsschutz beobachtet, die SPD reagiert nervös, rückt aber gleichzeitig etwas näher in die sogenannte Mitte. Habe sie Angst, daß sie die nächsten sind, die man unter „Beobachtung“ stellt? Das sind in meinen Augen diejenigen, die sich, um Peter Viehrig zu zitieren, vorauseilend der Knechtschaft der Zensur – oder auch nur der freien Meinungsäußerung – unterwerfen. Der Mangel an Demokraten, das Übermaß der reinen Verwaltungsbeamten und der Versuch, den „Kampf gegen rechts“ dadurch zu gewinnen, in dem man diese Klientel assimiliert: Dort liegt die Gefahr. Das passiert erschreckend leise; ein Heveling stört selbst in diesen Kreisen. Man möchte das erheblich unauffälliger regeln.
    Wenn man partout Beispiele braucht, wie es um das Verständnis der Welt des 21. Jahrhunderts bestellt ist, höre man sich eine Beliebige Rede eines beliebigen Politikers – vorzugsweise der Union – an. Hevelings Kommentar legt lediglich dar, was passiert, wenn die Reden nicht von einem Referenten, sondern persönlich verfasst sind.
    Eigentlich sollte man dem Mann Lorbeerkränze binden. Egoshooterinspirierte Endzeitgedanken eines hervorragenden Analogpolitikers. Der Start eines brillanten Autors von Fantasy-Geschichten.
    Sollen wir unsere kleinen begrenzten Möglichkeiten, die wir an Meinungsbildung auf unseren Blogs haben, wirklich dadurch gefährden, in dem man ein so plattes Video verlinkt? Denn in diesem Punkt stimme ich mit Peter Viehrig vollkommen überein: Das Filmchen ist grottenschlecht.

     
  10. Jens

    31. Januar 2012 at 12:22

    @pantoufle

    Stimme überein, dass in einem solchen Klima weder erfolgreiche und innovative Geschäftsideen noch gar offene Lösungen besserer Information, Kollaboration oder Kommunikation entstehen können. Wenn halb Deutschland unsicher ist, welche Fotos man denn der Welt zeigen sollte, wird das nichts mit progressivem Nutzen des Webs.

    Warum allerdings das Veröffentlichen eines in deinen Augen „grottenschlechten“ Videos die Meinungsbildung durch Blogs gefährdet – das will sich mir nicht erschliessen. Ist aber auch nicht so wichtig.

    Der Vollständigkeit Links zu Plattformen, die nicht so zensur-geil sind wie youtube:

    soundcloud: ow.ly/8MiHe vimeo: ow.ly/8MiHN

     
  11. pantoufle

    31. Januar 2012 at 12:34

    @ Jens
    Ich hätte das Video, unabhängig von seiner Qualität, bei mir nicht verlinkt, weil man mit genügend krimineller Energie seitens des Betroffenen durchaus mit einer Anzeige hätte rechnen können. Vorrangig natürlich der Macher der Kollage, nach der diffusen Rechtslage aber auch derjenige, der darauf verlinkt.
    Auf meinem Blog wäre es aber auch aus einem anderen Grund nicht erschienen: Ich bin durchaus kein Gegner von „Nazivergleichen“. Ich würde sie nur eher „historische Übereinstimmungen“ nennen. Das halte ich für absolut statthaft und gelegentlich für notwendig. Hält man sich akribisch an die historischen Tatsachen, kann das durchaus zielführend sein. Mit Videos wie diesem entwertet man diese Art der Argumentation – das würde ich mir einfach nicht freiwillig antun.

     
 
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