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Organspende – ein Reförmchen

01 Mrz

Bei meinem Hausarzt liegen kleine Stapel orange-weiß-blauer Kärtchen in einem Regal, ziemlich unten und weit hinten. Wer noch nie einen Organspendeausweis gesehen hat, nimmt die Papierchen nicht wahr. Aktiv spricht der Doktor seine Patienten grundsätzlich nicht darauf an. Er sagt, er müsse schon so viele administrative Aufgaben erledigen, dass seine eigentliche Arbeit als Arzt ohnehin zu kurz komme. Vermutlich sehen seine Kollegen das überwiegend genauso.

Nun haben sich Politiker auf eine Änderung des Transplantationsgesetzes geeinigt, kurz zusammengefasst: Kein Zwang.

Geplant sind regelmäßige Anschreiben der Krankenkassen, um die Patienten auf die Möglichkeit der Organspende hinzuweisen. Zusätzlich soll die Entscheidung auf der umstrittenen elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden. Der Gesundheitsminister hat gleich erklärt, man könne den Brief ja einfach wegwerfen. Dafür wird der Verwaltungsaufwand der Kassen wieder einmal erhöht – und damit zwangsläufig teurer?

Statt den Ärzten wieder mehr Zeit für ihre Arbeit zu geben, die eben auch in der Beratung besteht, wird Bürokratie gefördert. Der schwierige Entschluss, nach dem Tod vielleicht mit den eigenen Organen ein anderes Leben zu retten, wird nicht erleichtert. Die meisten Menschen werden das Problem weiterhin vor sich her schieben. Die unsinnige Neuregelung wird gar nichts ändern. Selbst regelmäßige Erklärsendungen im Fernsehen wären sinnvoller.

 
2 Kommentare

Verfasst von - 1. März 2012 in Kaffeesatz, Politik

 

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2 Antworten zu “Organspende – ein Reförmchen

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