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Aus SOPA wird CISPA – der nächste Anlauf

06 Apr

[Die machen das alles nur, damit wir nicht aus der Übung kommen.] Es geht um die Vorlage beim US-Repräsentantenhaus H.R. 3523: Cyber Intelligence Sharing and Protection Act of 2011, kurz CISPA.

Die EFF schreibt:

It effectively creates a „cybersecurity“ exemption to all existing laws.

Macht euch schlau; das scheint noch schwammiger formuliert zu sein und noch mehr Handlungsspielräume zuzulassen als die bisherigen Entwürfe für SOPA und PIPA.

Das Video oben von Russia Today/RT America (7:29 Min.) scheint die ursprüngliche Bildquelle gewesen zu sein, hier ist noch eine Zusammenfassung (3:44 Min.), weiter unten das Anonymous-Video dazu (8:55 Min.).

 

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23 Antworten zu “Aus SOPA wird CISPA – der nächste Anlauf

  1. R@iner

    6. April 2012 at 15:11

    Zum ersten Video: Wie immer in solchen Fällen weiß ich nicht, was mir mehr aufstößt: Santorum und seine kruden Ansichten oder seine Anhänger, die wahrscheinlich genau so freudig johlen würden, hätte er den totalen Krieg herbeigerufen. Irgendwie läuft die Zeit rückwärts. Das soll das dritte Jahrtausend sein? Furchtbar.

     
  2. opalkatze

    6. April 2012 at 15:14

    Ändern. (Noch was für dich.)

     
  3. R@iner

    6. April 2012 at 16:23

    Dein neuerliches Video funktioniert nur, wenn es von einem Weißen angesehen wird, dessen Lebensstandard mit der gehobenen Mittelschicht beginnt, weil die anderen nur das zu sehen bekommen, was für sie eh schon Alltag ist und vor Obama war. Die Konservativen sind einfach zu doof, das zu kapieren. Eigentlich haben sie bessere pr-Berater und auch schon immer mehr Mittel zur Verfügung. Das wiederum kann nur bedeuten, daß es tatsächlich nicht um Santorum geht.

     
  4. opalkatze

    6. April 2012 at 16:26

    Das hattest du jetzt aber auch nicht tatsächlich angenommen?

     
  5. R@iner

    6. April 2012 at 16:29

    Nein, ist schon klar.

     
  6. đeя вαeяeиαυfвıиđeя

    6. April 2012 at 19:26

    Reblogged this on đeя Bαeяeиαυfвıиđeя.

     
  7. Presto

    6. April 2012 at 20:15

    Zu dem Vorhaben möchte ich folgendes hinzufügen ( Umfassend vernetzt – http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58293 )

    Aus dem White House : http://www.whitehouse.gov/the-press-office/2012/03/16/executive-order-national-defense-resources-preparedness – zu den erweiterten Rechten der Regierung – wohl auch im Friedensfall.

    Gesichtserkennung der „Artikel 29 Gruppe“ http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-Datenschuetzer-erlaeutern-Regeln-fuer-Gesichtserkennung-1499178.html

    Ich würde Deinen Space hier killen, wenn ich noch mehr an „Gemeinsamkeiten“ der Vorhaben unserer Volksverräter platzieren würde.

    Egal, Gesetzesnamen hin oder her – aus Raider wurde mal Twix, CitiBank nennt sich nun Targo und SEB heißt nun Santander.

    Ich möchte noch gerne auf etwas anderes hinaus. Die Entwicklung der Gesellschaft im 19./20. Jahrhundert hat viel Wohlstand und Bequemlichkeiten hervorgebracht, Schnelligkeit und Effizienz. Bei all den Errungenschaften sind Abhängigkeiten auf allen Seiten entstanden. Je mehr Technik wir Bürger uns zulegen, von der Mobilität mit dem Auto bis zum Minicomputer, erzeugen wir Interesse an unseren Gewohnheiten. Diese Daten wollen sehr viele Leute haben, egal zu welchem Zweck.

    Die Schlinge, wenn ich das mal so schreiben darf, zieht sich immer weiter zu und lässt uns zu willenlosen Gestalten in einer immer mehr verrohenden und charakterlosen Welt werden. Kündigungen werden nicht mehr geschrieben sondern gesimst oder gemailt. Alles schnell und ohne Persönlichkeit. Das nur als Beispiel.

    Der Anti ACTA Kampagne von Markus und anderen Netzaktivisten gebe ich meine ungeteilte Zustimmung. Leider erreichen gute Blogs nicht alle Bürger, weil das Interesse an eigenen Rechten immer mehr in Duckmäusertum und Jasagerei ausartet. Ein Dilemma. Hilfreich ist die unkritische Presse, welche oft nur noch neoliberale Ziele verfolgt. Der letzte Funken Demokratie wird in den nächsten Jahren verspielt und das unter den Augen der Bevölkerung, welche sich nicht mal die Mühe macht, selber zu recherchieren. Wenn mehr Menschen sich zum Beispiel mit den Grundlagen der Wirtschaft und des Geldmarktes auseinandersetzen würden, wäre viel erreicht.

    Der Funken Hoffnung kann sein, wenn uns Notfallgesetze bevorstehen und das Geld keinen Wert mehr hat. Aber bis dahin sehe ich dieser Entwicklung mit Zähneknirschen entgegen, denn wo du dich umhörst, Gleichgültigkeit am laufenden Band. Man kann sehr einfach sehen, wohin uns diese ewig neuen Gesetze weltweit führen werden. Sie bestimmen immer mehr unser Leben und schaffen keinen Raum für Menschlichkeit, Respekt, Vertrauen und Zukunft. Es tritt genau das Gegenteil ein.

     
  8. R@iner

    6. April 2012 at 22:26

    Vielleicht sollte man sich in Bälde anders vernetzen, wie die die Leute von der Free Network Foundation. Aber in Deutschland scheitert dies bereits an Gesetzen, mittels derer vor etwas über 80 Jahren sich der Staat die Hoheitsrechte über die jegliche drahtlos stattfindende Kommunikation sicherte.
    Dank gewisser Modulationsverfahren, bei denen extrem breitbandig gesendet wird und anpassbaren Entwicklungen wie SDR (Software Defined Radio) würde man aber weniger auffallen als früher und damit schwieriger ortbar sein.
    Ein freies Peer to Peer-Netz, das frei von kommerziellen Inhalten ist – Das wär’s.
    Ich bin überzeugt, „sie“ würden alles tun, um so etwas zu verhindern oder zu infiltrieren.

     
  9. opalkatze

    7. April 2012 at 01:54

    Erklär mir das mit dem breitbandig senden und schwierig zu orten sein, bitte.

     
  10. R@iner

    7. April 2012 at 09:59

    Okay, ich probiere es: Im Wesentlichen meinte ich den Einsatz von ODFM als Modulationsverfahren. Dieses kommt z.B. bei deinem DSL-Anschluß zum Einsatz und wird in Zukunft bei Wireless USB eingesetzt werden. Die geplanten Datenübertragungsraten sind dort so hoch, daß selbst die Festplatte nicht mehr per Leitung mit dem Rechner verbunden sein muß. Das ist ein gewaltiger Fortschritt, wenn wir es damit vergleichen, wie gering eigentlich die Bandbreiten für die klassische Radio- oder Fernsehübertragung waren.
    Um Sprache zu übermitteln brauchen wir nur einige Kilohertz, das analoge Fernsehen gibt sich mit wenigen Megahertz für das Nutzsignal zufrieden.

    Der Trick gegenüber den althergebrachten Funkübertragungsverfahren wie AM und FM besteht darin, daß die Nutzinformationen (Sprache, Daten) nicht mehr nur einer einzigen Trägerfrequenz aufmoduliert werden, also die Frequenz, die Du an deinem Röhrenradio auf dessen Skala eingestellt hast, um beispielsweise Radio Monaco zu hören, sondern daß das Nutzsignal in einzelne Komponenten aufgespalten wird, die dann vielen Trägerfrequenzen (z.B. 4096, weil’s so schön binär ist) aufgemischt werden.
    Das Ergebnis im Frequenzspektrum sieht dann so aus, daß der zur Übertragung benutzte Frequenzbereich sehr groß ausfällt, man also einen sehr breitbandigen Übertragungskanal erzeugt, bei dem die Sendeleistung eben auch über diesen verteilt wird. Damit (siehe Dokument) liegt man pegelmäßig – jetzt schmalbandig gemessen – irgendwo im Bereich des gewöhnlichen uns umgebenden Elektrosmogs. Erst dank der Digitaltechnik ist man überhaupt in der Lage, diese Signale aus dem Rauschen wieder zu regenerieren, nachdem man sie demoduliert hat.
    In diesem (pdf) nicht sehr technisch gehaltenen Dokument steht ein bißchen was dazu.

    Zur Ortung ist zu sagen, daß man sozusagen – durch die fehlende Konzentration der Sendeleistung auf eine Trägerwelle – wissen muß, wonach man überhaupt mittels Empfangtechnik sucht.
    Weiterhin ist es ja nun so, daß die Hersteller jeglicher funktechnischen Einrichtungen sich schon immer zusammensetzen mußten, denn nur die Verabschiedung gemeinsamer Standards ermöglicht überhaupt die Interoperabilität der Geräte.
    Das oben von mir erwähnte SDR ermöglicht es mir aber nun, eigene(!) Verfahren zu entwickeln, weil man sich durch die softwaregestützte Aufbereitung der Signale von den Einschränkungen existierender Hardware eine gewisse Freiheit erarbeitet hat, die es kreativen Leuten ermöglicht eigene Standards der Funkübertragung zu definieren. Hier setzt dann die Fantasie ein.

    Ich hoffe, ich konnte ein bißchen klarstellen, was ich meinte, zumal ich nicht in diesem Themenkreis wirklich „drin“ bin. Ich bin zwar so’n E-Ing. mit Nachrichtentechnik, aber die Vorlesungen sind lange her, waren damals schon nicht besonders fortschrittlich und inzwischen gab es viele Neuentwicklungen, die man sich nicht eben mal schnell zwischendurch angucken kann. Der Bereich Modulationsverfahren ist ehrlich gesagt auch ganz schön abgefahren.

     
  11. DFranzenburg

    7. April 2012 at 11:50

    @vera
    Ich habe oben den Link von Avaaz zur Unterschriftensammlung gegen CISPA eingefügt

    Beim Googeln bin ich hierauf gestoßen: Was wohl diese von dem Kürzel halten?

     
  12. opalkatze

    7. April 2012 at 12:01

    Hm, Avaaz ist nicht jedermanns Sache, wer die will, kriegt die eh per mail. Lass es mal drin.

    Ja, die anderen CISPA hab ich auch gesehen :] Sie werden wohl kein Namensrechts-Verfahren deswegen anstrengen.

     
  13. opalkatze

    7. April 2012 at 12:13

    Danke für die ausführliche und verständliche Erklärung, muss mir das in einer ruhigen Stunde alles mal angucken, ist auch für mich alles neu. Hatte das nur leise angemäkelt, weil Breitband und schlechte Ortung erst mal nicht so besonders gut zusammen passen, aber natürlich denke ich noch in AM und FM.

    Was mir noch schleierhaft ist: Wie kommt die Reichweite zustande? Das ist im GHz-Bereich, also müssten die Reichweiten extrem kurz sein; die Tante Ännen können ja nur sehr kurz sein und müssten einen sehr engen Strahlungsradius haben. Dass du da mit Richtantennen mit sehr spitzem Strahlungsdiagramm WLANs betreibst, leuchtet mir ein, aber alles andere müsste dann ja per Computer (= Relais/Hub) mitübertragen werden – was ist, wenn kein Strom da ist? Die einzige Möglichkeit wäre ein sehr engmaschiges Netz, ob das in Krisengebieten realisiert werden kann?

    An den elektromagnetischen Gegebenheiten wird sich wohl nichts geändert haben. Oder denke ich einfach zu altmodisch?

     
  14. R@iner

    7. April 2012 at 12:37

    Was mir noch schleierhaft ist: Wie kommt die Reichweite zustande?

    Natürlich braucht man wie beim D-Netz ein Netz von Funkzellen.

    Das ist im GHz-Bereich, also müssten die Reichweiten extrem kurz sein.

    Mikrowellen-Richtfunk arbeitet mit Parabolantennen, in deren Brennpunkt ein Magnetron sitzt. Ich glaube, daß dort die Sendeleistung bis zu 20KW beträgt.
    Die Technik hier arbeitet vor allem mit kurzen Distanzen und geringen Sendeleistungen, weil die Sendeleistung reglementiert ist. Das offizielle Ziel von ZigBee oder W-USB ist es auch, nur geringe Distanzen zu überbrücken, weil zum einen Frequenzbereiche freigegeben werden müssen und – so hoffe ich – man auch die Belastung der Menschen mit Strahlung gering halten will, bzw. die Geräte in den Haushalten sich nicht gegenseitig stören sollen. GHz-Übertragung bedeutet in erster Linie, daß man Regeln folgt, die denen der optischen Nachrichtenübertragung entsprechen. Sender und Empfänger müssen sich einfach umso direkter „sehen“, je höher die Frequenz ist, weil die Ausbreitungsdämpfung durch Festkörper oder Flüssigkeiten stärker beeinflußt wird als z.B. im UKW-Bereich.
    Sagen wir es so: D- und E-Netz funktionieren doch eigentlich ganz prima, oder?

    aber alles andere müsste dann ja per Computer (= Relais/Hub) mitübertragen werden

    Ich verstehe nicht, was Du damit meinst.

    was ist, wenn kein Strom da ist?

    Naja, den braucht man natürlich, wobei man einen Funkmast im Wald oder auf einem Berg solar versorgen könnte, weil die Leistungsaufnahme viel geringer ist, als bei den Telefonmasten.

    Die einzige Möglichkeit wäre ein sehr engmaschiges Netz, ob das in Krisengebieten realisiert werden kann?

    Das ist bereits in praxi durchgeführt worden. Eine Gruppe von Leuten hat in den arabischen Ländern genau mit dieser Technik geholfen, daß die Leute wenigstens in den Städten die Zensurmaßnahmen umgehen konnten.

    An den elektromagnetischen Gegebenheiten wird sich wohl nichts geändert haben. Oder denke ich einfach zu altmodisch?

    Kann ich nicht beurteilen. Ich weiß nicht, welche Grundlagen Du hast. ODFM ist aber schon etwas revolutionäres.

     
  15. R@iner

    7. April 2012 at 12:41

    Huch, jetzt ist meine ausführliche Antwort geschluckt worden?!

     
  16. opalkatze

    7. April 2012 at 13:28

    Nö, ich kann sie sehen?

     
  17. opalkatze

    7. April 2012 at 13:41

    Früher™ gab es im VHF/UHF-Bereich Umsetzer oder Relais’, weil da ja schon die quasioptische Übertragung losgeht. Aber wenn du da mit Parabol an 20KW rumbrätst, beantwortet das die Frage schon mit. Danke, erst mal alles verstanden, mit diesem ODFM werde ich mich mal rumschlagen, das ist toll.

    Noch ‘ne Frage: Was sagt denn die IARU dazu?

     
  18. R@iner

    7. April 2012 at 13:55

    Da habe ich auf die Schnelle keine Antwort, behaupte aber, daß von offizieller Seite alles vermieden werden soll, was freie und kostenlose Kommunikation befördert.

     
  19. opalkatze

    7. April 2012 at 14:25

    Ich mach mich mal schlau.

     
  20. Publicviewer

    7. April 2012 at 18:50

    Hast Du etwas gegen Avaaz oder wie verhält sich das?

     
  21. opalkatze

    7. April 2012 at 19:56

    Sagen wir mal so (Offenlegung: Leonard Novy ist Mitherausgeber von Carta, für die ich auch schreibe). Oder so.

    Ich unterschreibe da auch gelegentlich. Aber ich erwische mich selbst viel zu oft bei Alarmismus, das ist schädlich. Ich finde, wenn wir viele Dinge sachlicher betrachteten, würde uns das weiter bringen. Eigentlich sollte man (ich auch) schon bei jeder Überschrift nachdenken, ob es nicht auch eine Nummer kleiner geht.

     
  22. Angela

    18. April 2012 at 19:28

     
  23. opalkatze

    18. April 2012 at 22:59

    Ah, danke. Muss warten, hab mich heute den ganzen Tag nur rumgestritten. Überwiegend mit Menschen, die lieber nicht lesen, sondern erst mal loslegen. Es gibt so Tage …

     
 
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