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Andrea Seibel, Engel der Entrechteten

12 Apr

Meine Lieblingsfrau hat es wieder getan. Auf WELT online freut sie sich mal so richtig:

Dass die Bundesanstalt für Arbeit sich angesichts der entspannten Lage auf dem Arbeitsmarkt mehr und mehr den Langzeitarbeitslosen widmet, ist wunderbar.

Aber dann mit Anlauf:

Einzig empfindliche Strafen wie Leistungskürzungen bewirken Verhaltensveränderungen. Wer bedingungslos gibt, dem wird nur genommen. Mitleid allein reicht nicht.

Oh, sie hat Mitleid gesagt. Nun ja, es gibt Nachschlagewerke.

Nebenbei erfindet sie noch fix den „Volkssport Schwarzarbeit“. Hübsche Balkengrafiken oder sonstige Belege für ihre Behauptungen fehlen aber leider dieses Mal, mit Zahlen hat sie es ja nicht so. Auch Vorschläge, woher denn die Arbeitsplätze für die stinkfaulen, betrügerischen Hartz IV-Blutsauger kommen sollen, macht sie lieber nicht, vielleicht ist selbst bis zu ihr durchgedrungen, dass das Verhältnis von Angebot und Nachfrage nicht so recht zu ihren Hypothesen passen würde. Egal, an der Substanz des Gesagten ändert das auch nichts.

Eigentlich könnte die WELT ökonomisch verfahren und beim nächsten Mal nur eine Überschrift, 28 Punkt fett, bringen: Rottet endlich das widerliche Sozialschmarotzertum aus!, von Andrea Seibel. Der Platz würde dann frei; er vertrüge durchaus etwas mehr Farbe, vielleicht würde ja Herr Fleischhauer mal … ?

 
6 Kommentare

Verfasst von - 12. April 2012 in Journalismus, Kaffeesatz, Medien, Politik

 

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6 Antworten zu “Andrea Seibel, Engel der Entrechteten

  1. rauskucker

    12. April 2012 at 17:28

    Sie hat Recht. Mit Leuten ihres Schlages hätte ich kein Mitleid, würden sie für ihre zynische Hetze und ihr Schmarotzertum ein paar Jährchen bei Wasser & Brot absitzen müssen.

     
  2. Publicviewer

    12. April 2012 at 18:10

    Wenn Mann/Frau die „Welt-Online“ Seite anklickt und den betreffenden Beitrag von Frau Seibel ließt, wünsche ich mir das sie mal bon dem Hartz IV Satz mindestens ein Jahr lang leben müsste, dann würde sie nicht mehr so einen Schwachsinn publizieren
    Außerdem fiel mir außerdem noch auf, daß die Kommentarfunktion für diesen Erguss, deaktiviert wurde…lächel….

     
  3. Ratking-Agentur

    12. April 2012 at 18:41

    Ich finde, dass dieser Artikel von Telepolis eigentlich ganz treffend ist. Leider bleibt er flach, wo er noch tiefer gehen könnte, aber immerhin:

    http://www.heise.de/tp/blogs/8/151780

     
  4. opalkatze

    12. April 2012 at 19:16

    Danke, direkt mal oben verlinken.

     
  5. Presto

    12. April 2012 at 21:01

    Der kalte Krieg ist vorbei, die Mauer steht nicht mehr und wir haben die Russen als Freunde. Warum nicht die faulen Pelze bestrafen? BLÖD, WO, SPON, FR und all die anderen Schmierenblätter neoliberalem Gschmäckle werben für ein Land, in dem keine Solidarität ist, keine Rechte gelten ( ausser für Leistungsträger und *rschkriecher ), nichts mehr einzufordern ist und Menschen sich wie Hunde übereinander hermachen. Die seit Jahrhunderten bekannte Pyramide – unten arm, oben reich. Das Militär lasse ich mal weg, sonst rege ich mich wegen diverser Meldungen derzeit noch auf….

    Wer betroffen ist, wie in meinem Umfeld und das schon sehr lange, der weiß, das mit der KdU
    ( Kosten der Unterkunft ) nicht mal mehr richtig haushalten ist. Strom ist trotz Sparbemühungen ein Problem, Arbeit zu finden nach mehr als X Jahren Joblosigkeit immer schwieriger, Schulungen und das ganze Gedöhns bringen einen nicht weiter – jede Negativmeldung der Presse und Politbanausen machen das fast unmöglich, den Anschluss zu finden. Warum auch?

    The Intelligence berichtete ebenfalls, das Arbeitslosigkeit nur den Zweck hat, Löhne niedrig zu halten – zu schweigen vom Damoklesschwert des Hartz 4, welches herniederschwingt und jeden trifft, der nicht spurt.

    Gerade gestern vernahm ich die Meldung des Berggruen Neoliberalen, der sagte, wir im Westen müssen mehr arbeiten. Sitzt er doch zusammen mit Gas-Gerd in einem der Think-Tanks, welche auch den Abbau der sozialen Sicherungssysteme herbeisehnen. Mehr Geld für die Märkte, Untertanen schuftet, bis euch das Wasser zur Nase steht. Diese Allmacht beherrscht uns, immer stärker und wir könnten dagegen so viel machen.

    Ich würde gerne in Spanien mit demonstrieren, wenn ich geldmäßig könnte. Spanisch hatte ich mal, einige Worte sind da noch drin. Aber es wäre ein Spass, gegen diese Finanzbanausen zu demonstrieren und das gewaltfrei. Das ist in diesem Unschland der Duckmäuser und Jasager nicht mehr drin – du bekommst einfach keine Truppe zusammen. Alles scheint in Angst erstarrt, zum Vorteil des Establishments. Damit lassen sich prima neue Gesetze erschaffen, weitere Ängste schüren und monotone Arbeits- und Lebenssituationen zementieren. Das nennt man Zukunft. Die Neoliberale, kurz gedacht und ohne Nachhaltigkeit. Gewinnmaximierung und Flexibilität, Sklaven der Neuzeit.

     
 
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