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Sarkozy verliert kräftig

22 Apr

Hollande 28.4% · Sarkozy 25.5% · Le Pen 20% · Mélenchon 11.7% · Bayrou 8.5% (Zahlen von 20 Uhr, Wahlbeteiligung fast 80 Prozent)

Das ist eine echte Überraschung: Die hohe Stimmenzahl für Marine Le Pen wird am 6. Mai Sarkozy vermutlich nicht helfen. Obwohl er unter dem Motto „ein starkes Frankreich“ heftig am rechten Rand gefischt hat, haben die Wähler ihre Stimme klar gegen ihn abgegeben. Sie haben gegen seine arrogante Art, seine Nähe zu den Prominenten und Reichen, gegen seine unentschlossene Politik, die sich nur in starken Worten ausgedrückt hat, abgestimmt. Jetzt geht es – voraussichtlich in der Woche vor dem 6. Mai – darum, wer sich im Fernsehduell besser schlägt. Hollande ist in seiner freundlichen Art das Gegenteil des Selbstdarstellers Sarkozy, das trägt ihm mehr Sympathien ein als das Parteiprogramm der Parti Socialiste. Er kann sehr witzig sein, wenn er das im Rededuell abrufen kann, wird er über die notwendigen 50% kommen und den jetzigen Präsidenten ablösen.

 
5 Kommentare

Verfasst von - 22. April 2012 in Politik, Welt

 

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5 Antworten zu “Sarkozy verliert kräftig

  1. AlterKnacker

    22. April 2012 at 22:20

    Aber immer noch nicht genug.

     
  2. Presto

    22. April 2012 at 22:21

    Gestern Abend gabs auf Phoenix eine Reportage über den Sarkozy und seinen Wahlkampf, die Thesen und seine Haltung zu Europa. Die rechtsgerichtete Stimmung, die er damals schon verbreitet hat, die Roma Abschiebung und auch seine kalte Art, haben mich echt schockiert. So genau hatte ich den Sarkozy nicht in Erinnerung, dafür jetzt um so mehr.

    Viel übler finde ich das Abschneiden der Le Pen Fraktion. Okay, entschieden ist nichts, aber 20 Prozent sind schon ne Hausnummer. Vergessen darf man nicht, das unter den Sozialisten auch nicht alles erste Sahne war. Ich meine, egal wer da oben sitzt und lenkt, er oder sie vertritt in erster Linie das Kapital und weniger das Volk – zumindest nicht die unteren Schichten, die für den Krisenmist den Hintern hinhalten. Die Ausrichtung Frankreichs im Bezug auf die NATO würde mich unter Hollande interessieren. Vor allem was den Nahen Osten und Afghanistan angeht. Einen Richtungswechsel wird es sicherlich nicht geben.

     
  3. marsman

    22. April 2012 at 23:25

    In diesem Fall könnte es wiederum sein dass die Medien ziemlich daneben sind, schlechte
    Interpretationen liefern.
    Bei der Wahl von Chirac vor 10 Jahren war es so dass das was in französischen Cafes
    erfuhr sehr viel interessanter war, auch zutreffender, als die Medienberichterstattung, wie sich
    dann zu meiner Überraschung später, beim zwiten Wahlgang, herausstellte.
    In der ersten Runde gewann damals Le Pen nahezu 20 Prozent. Er feierte sich schon als
    Präsident. Chirac seinerseits gab bekannt er hätte verstanden, nämlich die Warnung mit
    Le Pen, versprach volksnäher zu regieren. (Ein Versprechen das er allerdings bald wieder
    vergass.)
    Im Cafehaus erfuht man zu Le Pen ganz anderes als die deswegem aufgeregten Medien
    zu berichten hatten. Dass nämlich sehr viele irgendwie Linke Le Pen erstmal gewählt hatten.
    Nicht weil sie viel von ihm hielten. Es gab dann auch ein wirtklich interessantes Interview mit
    ihm in dem er seine wirklich argen Ansichten und Pläne bekannt gab. Die Linken störte
    das gar nicht, dachten sie auch gar nicht daran ihn in der zweiten Runde zu wählen.
    Sie taten es auch nicht. Le Pen war dann auch wieder gründlich weg vom Fenster.
    Während die Medien noch aufgeregt über Le Pen gackerten, hätten sie auch sehr viel
    Interessanteres berichten können. Nämlich dass es die vielfach die Linken waren die
    Le Pen auf ihre Weise misbrauchten, ihn erst mal hoch leben liessen und dann gründlich
    abstürzen liessen. Die Franzosen haben vielfach eine dahingehende grössere Flexibiltät
    als etwa Deutsche.
    Ach ja, und über die französischen Zeitungen wurde damals schon geklagt, u.a. deren
    Arroganz immer wieder erwähnt. Und die Franzosen, inklusive der irgendwie Linken, waren
    seitdem auch dahingehend konsequent wenn man sich den französischen Zeitungsmarkt
    ansieht. U.a. wurde die Printausgabe von France Soir vor einiger Zeit eingestellt.

     
  4. opalkatze

    22. April 2012 at 23:39

    Wenn man in Frankreich ist, sieht vieles sehr anders aus, auch durch eine deutsche Brille. Nein, viel ändern wird sich nicht, allerdings wird es Merkel schwerer haben. Die Medien hat übrigens Sarko, ööhm, renoviert.

     
  5. Jürgen Lindner (@geologe1)

    23. April 2012 at 12:58

    Das war zu erwarten. Ich halte aber die Stichwahl noch nicht für gelaufen. Der Abstand Sarkozy/Hollande ist nicht so groß. Sarkozy wird jetzt am rechten Rand fischen und es ist mit einer Verschärfung des Wahlkampfs zu rechnen. Die Töne werden rauher sein und durch einen Ruck nach rechts gekennzeichnet sein.

    Jürgen

     
 
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