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Nichts Genaues weiß man nicht in NRW

10 Mai

Der ’stern‘ will etwas aufgedeckt haben, rückt aber nicht mit der Sprache raus. Man kann sich gar nicht richtig auf einen saftigen Wahlkampf-Skandal freuen.

Der stern sagt, er habe investigativ enthüllt, dass 2010 auf dem Blog Wir in NRW fiese Sachen über den damaligen CDU-Ministerpräsidenten Rüttgers investigativ enthüllt worden sind. Nur – leider! – wisse man nicht, von wem.

Nun ist das Blog nicht eben für seine Nähe zu den Schwarzen bekannt, und Nordrhein-Westfalen ist ein bevölkertes, aber kleines Land. Weil die Menschen heimatverbunden sind und die wichtigeren Schauplätze so nah beisammenliegen, kennt und trifft man sich da schnell mal.
Der Journalist und Blogger ist dankbar für so ein Stöffchen, denn Mauscheleien aufzudecken, ist per se löblich. Die Journalisten von Wir in NRW haben also genüsslich über die ganze Rent a Rüttgers-Berger-Auto-Reiterstaffel-Mitgliedsbeiträge-fristlose Kündigungs-Matsche berichtet. Wer die Informanten waren, ist nicht bekannt. Es gerüchtete immer mal wieder, schriftlich und belastbar hat niemand was. Rüttgers jedenfalls musste gehen.

Nun legte am Mittwoch der stern in seiner Vorabmeldung nahe, es sei wohl nicht alles mit rechten Dingen zugegangen. Es wird eine Verbindung zwischen einem unter Pseudonym schreibenden Journalisten (ist erlaubt) zu einem ebenfalls unbekannten Geschäftsmann (ist auch erlaubt) hergestellt, die zusammen Erschröckliches taten:

Gemeinsam mit einem engen Geschäftspartner, der anscheinend ebenfalls für den Blog tätig war, ergatterten die beiden Unternehmer nach dem Wahlsieg von Hannelore Kraft lukrative PR-Aufträge von der Staatskanzlei und dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport.

Also wie jetzt? Journalisten, Geschäftspartner, Unternehmer, die vierte Inkarnation von Kurt Tucholsky, Dunkelmänner oder wer oder was?

Vornehmlich scheint es um die Identität der Schuldigen für den Rüttgers’schen Rücktritt zu gehen, und etwas zu ergattern hat einen winzigen Touch von Sommerschlussverkauf. Solange nicht Fakten auf den Tisch kommen, die eine gesetzwidrige Auftragsvergabe belegen, hört sich die ganze Chose an wie eine billige CDU-Retourkutsche, vier Tage vor der Wahl: Das habt ihr jetzt davon, ätsch!

Crosspost von Carta

 
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Verfasst von - 10. Mai 2012 in Blogs, Politik

 

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