RSS

Piraten: Schufa arbeitet am gläsernen Bürger

07 Jun

PiratenlogoDie Wirtschaftsauskunftei Schufa plant laut Presseberichten, gezielt Verbraucherdaten in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Xing für Kreditwürdigkeitsprüfungen zu sammeln. Die Schufa plant unter anderem, verdeckte Profile in sozialen Netzwerken anzulegen, andere Benutzer zur Teilnahme aufzufordern und diese dann zur Beschaffung von privaten Daten zu nutzen. Der Vorsitzende der Piratenpartei Deutschland, Bernd Schlömer, kritisiert das Vorgehen der Schufa und ruft die Bürger angesichts immer weitreichenderer Nutzungsmöglichkeiten zu mehr Bewußtsein über die Risiken ihres Umgangs mit Medien auf.

»Wenn die Schufa sich in öffentlichen Medien als etwas ausgibt, was sie nicht ist, um an Daten zu gelangen, ist das eine arglistige Täuschung«, kritisiert Schlömer. »Es kann nicht sein, dass eine Organisation, die über jeden Bürger Persönlichkeitsprofile mit sensiblen Daten für Auskunftszwecke anlegt, bewusst ausnutzt, dass großen Teilen der Bevölkerung nicht klar ist, wofür veröffentlichte Daten genutzt werden können. Es ist ein legitimes Ziel, Kreditausfälle minimieren zu wollen, aber die Datensammlung muss klare Grenzen haben. Wir wollen keinen gläsernen Bürger und Missbrauch von Daten verhindern!«

Das Forschungsprojekt, das die Schufa nun mit dem Hasso-Plattner-Institut durchführt, wird neue Technologien zur Gewinnung von Informationen aus öffentlich zugänglichen Daten hervorbringen. Umso wichtiger ist es, dass sich die Bürger der Möglichkeiten der Daten- und Informationsverknüpfungen im Netz bewusst werden und sich im Umgang mit den neuen Medien weiterbilden. »Eigene Medienkompetenz ist unverzichtbar!« resümiert Sebastian Nerz, stellvertrender Vorsitzender der PIRATEN.

Die Piratenpartei fordert eine Kontrollmöglichkeit der Bürger über ihre Daten. Dazu soll ein durchsetzbarer und unentgeltlicher Anspruch auf Selbstauskunft und gegebenenfalls auf Korrektur, Sperrung oder Löschung der Daten bestehen.

Pressemitteilung der Piratenpartei vom 7.6.2012. Ich hatte heute Morgen schon kurz die NDR-Meldung für Carta kommentiert.
 
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , ,

7 Antworten zu “Piraten: Schufa arbeitet am gläsernen Bürger

  1. Publikviewer

    7. Juni 2012 at 17:38

    Man(n)/Frau sollte weder bei Facebook noch bei WKW sich eintragen lassen.
    Kredite sollte man auch nicht mehr in Anspruch nehmen.
    Fahrt mit Proxi , kauft oder mietet euch eigene Server die im Ausland stehen.
    Erteilt Microsoft eine Abfuhr und stell auf LINUX um und kauft diesen ganze Scheiss nicht mehr.

     
  2. wolfcat01

    7. Juni 2012 at 23:33

    hmmm ….. leider haben sich schon zu viele bei anderen netzwerken eingetragen und ihre daten , meistens viel mehr als nötig, veröffentlicht. daher wird eine verweigerung nicht mehr viel nützen. schützen kann sich nur wer bis dahin unbelastet ist in dem er diese medien mit vorsicht nutzt.
    mittlerweile sollte eigentlich JEDER bürger wissen wie seine persönlichen daten benutzt werden , darüber hat der verbraucherschutz seit langem immer wieder aufgeklärt!
    vielleicht gibt es ja eine möglichkeit der SCHUFA solche datensammlungen verfassungsrechtlich untersagen zu lassen ??

     
  3. opalkatze

    8. Juni 2012 at 02:09

    Nein, das ist den Leuten eben nicht klar. Sie sitzen doch bei sich im geschützten Wohn-/Arbeitszimmer, was soll da schon passieren? Und diese Datenschützer sind eh alle Techie-Spinner. Deshalb finde ich, es kann gar nicht gar nicht dicke genug kommen, dann geht es nämlich durch die Nachrichten und die Presse, und Otto Normalnutzer kriegt es mit.

    Verhängnisvoll ist nur die undifferenzierte Berichterstattung: SensatiOOOON! oder das Internet ist pöhse! Medienkompetenz ist die Lösung, von den Schulen bis in die Altersheime. Da liegt der Hase im Pfeffer.

     
  4. pantoufle

    8. Juni 2012 at 07:18

    Sensationelle Neuigkeit: Schnüffelfirma schnüffelt jetzt in öffentlichen Mülleimern!
    Wo bitte ist der Scoop?
    Wer davon überrascht ist, muß sich den Vorwurf von Naivität gefallen lassen. Die weit interessante Frage ist doch: Wer macht denn das noch alles? Oder anders gefragt: Wer glaubt eigentlich im Ernst, das sich der Börsenwert von Facebook über Werbeeinnahmen definiert? Warum Werbung verkaufen, wenn man deutlich mehr Geld damit verdienen kann, gut gefüllte Datenbanken mit Profilen der Nutzer zu verscherbeln.
    Schufa arbeitet am gläsernen Bürger? Ja, seit 1927. Umdrehen, weiterschlafen.

     
  5. opalkatze

    9. Juni 2012 at 04:27

    Oller Meckerpott. Guckst du hier.

     
  6. Publikviewer

    9. Juni 2012 at 11:43

    Sehr schöner Text….aber die Regierungen haben gar kein Interesse an einem mündigen Internetbürger.
    Genau so wenig wie sie allgemein an einem gebildeten Volk Interessiert sind.
    Denn sie Wissen, („Obama“ hat es aufgezeigt) ganz genau, das jeglicher Widerstand, sich heutzutage aus dem Netz rekrutiert.
    Das ist ja auch der Grund warum sie versuchen uns ständig Angst vor Terroranschlägen zu machen, so das der Teil der hier so genannten „Internetfernen Verunsicherten“, sich auch ihre Seite schlägt und nach Restriktionen schreit.
    Ein gutes Beispiel ist die so häufig angesprochene „Urheberrechtsreform“.
    Dort haben sie es geschafft, sogar Intellektuelle (Elke Heidenreich)auf ihre Seite zu ziehen, indem man ihnen vorge(Gauckelt) hat, das sie in Zukunft keine Einnahmen mehr haben werden wenn man das Internet nicht streng überwacht und kontrolliert, kriminalisiert, unter Strafe stellt und bei Zuwiderhandlung, die Leute einfach sperrt.

     
  7. netzkritiker

    23. Juni 2012 at 19:59

    Ich finds wichtig, dass es immerwieder kritische Blogbeiträge wie diesen gibt. Guter Beitrag, auch wenn die Meldung ja nun schon ein wenig zurückliegt. Muss sagen, der „Netzprotest“ kann manchmal schon Positives bewirken, also weitermachen :-)

     
 
%d Bloggern gefällt das: