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Breitband-Studie der Bundesnetzagentur: Bewegt sich doch noch etwas?

15 Jun

+++ Habe hier in den Kommentaren, bei Google+ und durch eine Reihe mails die Info bekommen, dass die gemessenen Werte zu hoch sind. Bitte messt zum Vergleich mal hier und hier und schreibt die Werte in die Kommentare. Je mehr ‚Messfehler‘ zusammenkommen, desto besser, dann werde ich da nächste Woche mal nachfragen. +++

In ihrer Pressemitteilung vom 14.06.2012 weist die Bundesnetzagentur auf ein interessantes Projekt hin, dem ich viele Teilnehmer wünsche. Vielleicht kommt ja doch noch Fahrt in den Breitbandausbau, nachdem er bereits 2009 von der Kanzlerin versprochen wurde.

Die Bundesnetzagentur hat heute eine bundesweite Messkampagne gestartet. Auf der Internetseite www.initiative-netzqualität.de können Internetnutzer die Geschwindigkeit ihres Breitbandanschlusses überprüfen. Dabei lässt sich die genaue Datenrate des Anschlusses bestimmen. Die Ergebnisse der Messungen fließen in eine Studie zur Dienstequalität von Internetzugängen in Deutschland ein. Die Kampagne läuft bis zum Jahresende.

„Im Rahmen der Studie wollen wir feststellen, wie häufig und wie stark die tatsächlich erreichte Datenübertragungsrate von der im Vertrag angegebenen Rate abweicht. Ziel ist es, mehr Transparenz in Bezug auf die Qualität von Internetzugängen zu erreichen. Wir betrachten dabei auch verschiedene Technologien und regionale Unterschiede“, sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

„Um ein zuverlässiges Bild der tatsächlich verfügbaren Leistungen überall in Deutschland zu erhalten, benötigen wir die Mithilfe möglichst vieler Kunden von Breitbandanschlüssen. Der Nutzer erfährt schnell und einfach, wie leistungsstark sein Internetzugang wirklich ist, und unterstützt uns daneben bei der Studie“, erläuterte Homann.

Die Studie steht im Kontext der Maßnahmen der Bundesnetzagentur zur Sicherung der Netzneutralität und eines offenen Internets in Deutschland. Im Rahmen der Studie wird auch untersucht, inwieweit die Bandbreite des Internetzugangs durch parallele Nutzung von IPTV oder VoIP beeinträchtigt wird. Darüber hinaus wird überprüft, ob die Datenübertragungsraten je nach Anwendung, Ziel oder Inhalt unterschiedlich sind.

„Wettbewerb, Transparenz und ein effizienter Anbieterwechsel sind die wesentlichen Voraussetzungen zur Wahrung der Netzneutralität. Transparenz kann aber nur dann wirksam sein, wenn die Informationen für den Kunden verständlich sind. Außerdem müssen Kunden die Möglichkeit haben, den Anbieter problemlos zu wechseln. Nur so können sie bestimmte Verhaltensweisen von Anbietern wirksam sanktionieren“, betonte Homann.

Die Anfang Mai in Kraft getretenen neuen Vorschriften des Telekommunikationsgesetzes (TKG) zum Anbieterwechsel und zur Transparenz bieten der Bundesnetzagentur ein breitgefächertes Instrumentarium, um die Endkunden zu unterstützen. So hat die Bundesnetzagentur alle Telekommunikationsanbieter verpflichtet, für Fälle, bei denen es beim Anbieterwechsel zu einer Versorgungsunterbrechung gekommen ist, eine gesonderte Beschwerdestelle für den Kontakt mit der Bundesnetzagentur einzurichten. Hierdurch soll kurzfristig eine Wiederherstellung der Versorgung sichergestellt werden.

Um die Transparenz für Endkunden zu verbessern, plant die Bundesnetzagentur in der zweiten Jahreshälfte eine Befragung der Netzbetreiber zur Umsetzung der entsprechenden Vorgaben. Dabei sollen insbesondere die Angaben der Unternehmen in ihren Verträgen zu den angebotenen Bandbreiten untersucht werden. Darüber hinaus werden aber auch etwaige Einschränkungen beim Zugang bzw. der Nutzung von Diensten und Anwendungen, die von Unternehmen eingesetzt werden, um Überlastsituationen in Netzen zu vermeiden, hinterfragt. Die Auswirkungen dieser Verfahren auf die Dienstequalität sollen näher untersucht werden.

Die im Rahmen der Messkampagne erstellte Studie untersucht zunächst den aktuellen Stand. In einem nächsten Schritt sollen langfristige Verfahren entwickelt werden, um die Einhaltung der Transparenzvorgaben dauerhaft sicherzustellen. Die Ergebnisse der Studie helfen der Bundesnetzagentur dabei, hierfür geeignete Messverfahren zu etablieren.

Der Test kann auf der Internetseite www.initiative-netzqualität.de durchgeführt werden.

 
17 Kommentare

Verfasst von - 15. Juni 2012 in Netzpolitik, Politik, Web 2.0

 

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17 Antworten zu “Breitband-Studie der Bundesnetzagentur: Bewegt sich doch noch etwas?

  1. jens

    15. Juni 2012 at 14:33

    hab gerade den test bei der netzagentur gemacht.
    angeblich alles im grünen bereich bei mir. ich habe eine 6000er leitung und laut tes hatte ich gerade 5,884 MBit/s downloaspeed.
    komischer weise habe ich schon oft bei verschiedenen anbietern einen speedtest gemacht und kam noch nie über 2,000MBit/s.
    egal zu welcher urzeit der test stattfand.
    also habe ich direkt nochmal einen test bei wie ist meine ip gemacht und da werden mir 1.737 MBit/s angezeigt.

     
  2. lioman

    15. Juni 2012 at 14:43

    Das ist ja alles ganz nett, aber wesentlich genauer und sinnvoller ist vermutlich die gerade laufende Kampagne der EU. Dabei wird eine kleine Box an den Router geschlossen, die regelmäßige Tests mit diversen Seiten und Protokollen abfährt. Das ganze ist auch auf deutlich längere Zeit ausgelegt. Näheres gibt es hier: https://www.samknows.eu/
    und bei mir http://www.lioman.de/2011/11/eu-moechte-breitbandverbindungen-testen/

     
  3. opalkatze

    15. Juni 2012 at 14:46

    Im Sinn einer Studie ist das sicher sinnvoller. Es geht aber darum, dass Werte für Deutschland erhoben werden, die in die Politik einfliessen, deshalb möchte ich das unterstützen. (384 kBit/s, noch Fragen?)

     
  4. kojoeBC

    17. Juni 2012 at 01:34

    Bei mir kommen von den „bis zu 16.000 kbit/s nur 5.500 an.. https://plus.google.com/u/0/117801562193345724935/posts/DHhqAanWacs
    @jens bei anderen Tests erhalte ich auch regelmäßig werte die darunter liegen…

     
  5. kojoeBC

    17. Juni 2012 at 01:39

    Reblogged this on Mein Senf zum Thema und kommentierte:
    Sehr netter Beitrag mit Bezug auf eine ebenso Tolle Studie der Bundesnetzagentur zum Breitbandausbau in Deutschland.
    Da hab ich den Test auch mal schnell gemacht (dauert echt nur 2 Minuten) und kam zu einem Ergebnis von 5.500 kBit/s von versprochenen 16.000 kBit/s (T-Offline, siehe https://plus.google.com/u/0/117801562193345724935/posts/DHhqAanWacs). Komischerweise erhalte ich auf anderen Seiten Werte die ungefähr bei 2.500 kBit liegen…
    Naja die Mindestvertragslaufzeit meines T-Offline Anschlusses ist bald abgelaufen, dann wechsel ich. Hoffentlich ohne Probleme…

     
  6. opalkatze

    17. Juni 2012 at 01:56

    +++ Habe hier in den Kommentaren, bei Google+ und durch eine Reihe mails die Info bekommen, dass die gemessenen Werte zu hoch sind. Bitte messt zum Vergleich mal hier und hier und schreibt die Werte in die Kommentare. Je mehr ‚Messfehler‘ zusammenkommen, desto besser, dann werde ich da nächste Woche mal nachfragen. +++

     
  7. opalkatze

    17. Juni 2012 at 01:57

    Bitte am Kommentarende gucken :)

     
  8. lioman

    18. Juni 2012 at 11:43

    Ich vermute, dass die Bundesnetzargentur, durchaus auf die Daten des EU-Projekts zugreifen könnte, wenn sie wollte. Und wenn es ein ehrliches Interesse gäbe und man selbst man Deutschland messen will, dann könnte man ja ähnliches realisieren – ach ne das kostet ja Geld – lass uns doch nur ein Wevbformular zusammenfrickeln
    Wenn ich das nächste Mal zu Hause an den PC komme, kann ich ja mal vergleichen EU vs BNA

     
  9. lioman

    18. Juni 2012 at 11:44

    Bei Samknows kann man nicht so einfach messen, man muss sich bewerben und bekommt ne Kiste gestellt, die man zwischen router und PC hängt

     
  10. opalkatze

    18. Juni 2012 at 15:14

    Wär nett :) Hab mich bei dem EU-Dings mal angemeldet.

     
  11. lioman

    19. Juni 2012 at 23:04

    Also heute Abend passen die Werte einigermaßen. allerdings schwankt das Ergebnis bei wiederholen stark so bekomme ich Werte von 24-34 Mbit/sUnd das kann gerade tagsüber mal sein, da man sich die Leitung ja mit anderen teilen muss

     
  12. opalkatze

    19. Juni 2012 at 23:16

    Bei mir bleibt es seit Tagen die Angabe ziemlich genau des doppelten Werts.

     
  13. opalkatze

    19. Juni 2012 at 23:17

    Auf der Startseite von denen kann man eine Schnellmessung machen, die Werte werden gespeichert.

     
  14. nashtechblog

    7. Juli 2012 at 18:43

    Reblogged this on nashtechblog.

     
  15. gsohn

    7. Juli 2012 at 18:49

    Vielleicht setzen wir doch lieber auf Chuck Norris….http://ichsagmal.com/2012/07/06/steve-chuck-und-der-breitbandausbau-in-deutschland/

     
  16. opalkatze

    7. Juli 2012 at 19:47

    Dazu brauchst du mich nicht zu überreden, Chuck Norris passt immer.

     
  17. opalkatze

    7. Juli 2012 at 20:11

    Ja. Die Mutation ist in vollem Gang. Kupferkabel, oh ja. Und dann Dörfer wie ‚meines‘. Den Pfarrer gefragt, ob wir mit der Technik in den Kirchturm könnten, machen wir alles für umme – Begeisterung. Bürgermeister (dat Henneschen) winkt nur gelangweilt ab: Zu teuer. Thema durch.

    Wenn solche Pfeifenköppe das Sagen haben, bewegt sich nichts. Hat es früher auch nicht gegeben, braucht kein Mensch, das ist eine Mode, die Leute haben doch alle Fernsehen, dazu leben zu Wenige unter 25 hier, lohnt sich nicht – ich hab schon Dinger gehört, da wird dir einfach nur anders. Highlight: Für den Schriftverkehr brauch ich kein schnelles Internet, da reicht mein alter Laptop noch ganz wunderbar für aus.

    Solche Knallschoten begreifen das in ganz genau dem Moment, da sie beim Vetter in der Stadt damit Fußball mit allem Pipapo gucken können. Dann geht das auf einmal ganz fix. Dieser ganze andere Kram – hier sind keine Firmen ansässig, die das interessieren würde; nee, die sind, genau wie die Jüngeren, längst in die Stadt gezogen, _weil_ es hier so ist und bleibt.

    In einem noch kleineren Nachbardorf, allerdings andere Gemeinde, ist ein junger Typ zu seinem Dorfchef gegangen und hat den mal 1 oder 2 gefragt: Wenn du dafür sorgst, dass ich schnelles Internet kriege, mach ich dir hier 20 Arbeitsplätze auf. Mittlerweile sind es fast 50, die Firma ist gut eingeführt und läuft. Was macht unser Henneschen? Ja, diiie können sich das ja leisten …

    Vor geraumer Zeit der regionalen Schule Kurse in Medienkompetenz angeboten, unterrichtsbegleitend, ehrenamtlich. Vergiss es. Hexenwerk, Raubmordkopierer, Kinderpornographie.

    D’r Kölsche säd, kenne mer nit, bruche mer nit, fott damet. Der Markt sagt, und tschüss. Ach komm. Oberkante Unterlippe.

    /rant

    Sie hörten einen Exkurs zum Thema Eigeninitiative in Deutschland.

     
 
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