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Lesenswert: Ronnie Grob interviewt Constantin Seibt

25 Jun

Wenn Journalisten andere Journalisten befragen, sind das oft sehr dröge Veranstaltungen. Dass sich Zwei auf Augenhöhe unterhalten und dabei der schreibende Mensch mit seinen Intentionen sichtbar wird, ist eher die Ausnahme.

Meist geht es bei solchen Gesprächen um Sachthemen, oder der Jüngere interviewt den erfahrenen, bekannten Kollegen. Das Ganze erschöpft sich schnell in Anekdoten oder dozentenhaft vorgetragenen Lebensweisheiten, die den Leser nicht recht erwärmen. Anders bei diesem Gespräch, in dem es zwar um Journalismus geht, aber auch klar wird, was Constantin Seibt antreibt.

In Deutschland wurde Seibt durch seinen fulminanten Artikel “Der rechte Abschied von der Politik” bekannt, in dem er auf einen Gedankengang des Briten Charles Moore Bezug nimmt. Die Aufmerksamkeit für das Thema war recht hoch; erst wenige Tage zuvor hatte Erwin Teufel in “Ich schweige nicht länger” seine CDU-Parteifreunde zur Ordnung gerufen und David Brooks sich in der New York Times mit den Republikanern auseinandergesetzt.

Am 2. Mai eröffnete Constantin Seibt mit 15 Thesen zum Journalismus im 21. Jahrhundert sein Blog auf den Kulturseiten des schweizer Tagesanzeigers. Dort öffnet er für die Leser seine journalistische Trickkiste:

Über das Schreiben zu schreiben ist ein ganz anderes Schreiben: Ich kann mich dabei entspannen, weil es ein Thema ist, über das ich in meinem Leben nachgedacht habe wie über kein anderes. Diese Artikel schreibe ich am Abend zur Erholung. Und ich würde nie sonst einen Artikel zur Erholung schreiben.

Das ganze, ebenso entspannte Interview von Ronnie Grob gibt es bei der Medienwoche: “Ja klar interessiere ich mich für Macht – was gibt es Dramatischeres?”

Crosspost von Carta

Die Texte auf Constantin Seibts Tagi-Blog „Deadline“ kann man der Reihe nach oder durcheinander lesen – aber lesen solltet ihr sie. Wegen der Ideen, wegen der Sprache, und überhaupt.

 
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Verfasst von - 25. Juni 2012 in Journalismus, Medien, Menschen

 

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