RSS

Drygalla und der DOSB

06 Aug

Wie soeben aus London verlautet, wo sich derzeit anlässlich der Olympischen Spiele ein großer Teil der Führungskräfte des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) befindet, soll es sich bei Nadja Drygalla gar nicht um Nadja Drygalla handeln. Eine junge Frau, die zufällig den gleichen Namen trägt, sei zwar ebenfalls zufällig in Rostock gemeldet und habe auch zufällig dort 2009 den Polizeidienst verlassen, sei aber nicht mit der Person identisch, die für den DOSB als Ruderin an den Start ging.

Die Verwechslung sei dem Vorstand äußerst unangenehm. Es sei ihm allerdings völlig unverständlich, wie die deutsche Öffentlichkeit auch nur einen Hauch des Zweifels an der Lauterkeit des DOSB haben könne. Von Thomas Bach bis zum letzten der 27,5 Millionen Mitglieder könne jederzeit der Nachweis erbracht werden, dass sie sich selbstverständlich auf dem Boden des Grundgesetzes befänden. Die Öffentlichkeitsarbeit und Transparenz der Vereinigung werde immer wieder gelobt, wie eine aktuelle, Aufsehen erregende Serie des Westen glaubhaft belege. Allein die enge Zusammenarbeit mit dem in dieser Hinsicht vorbildlichen Bundesinnenministerium bürge schließlich für Glaubwürdigkeit.

 
6 Kommentare

Verfasst von - 6. August 2012 in Glosse, Politik, Sport

 

Schlagwörter: , , , , , ,

6 Antworten zu “Drygalla und der DOSB

  1. Publicviewer

    6. August 2012 at 17:27

    Es scheint so, als wenn die „Unschuldsvermutung“ in Deutschland mittlerweile abgeschafft worden ist….???
    Da regen sich die Leute über eine vorher völlig unbekannte Ruderin auf, dabei sollte doch einmal die Unfähigkeit der Verfassungschützer und inklusive des Herrn Friedrichs durch die Medien, angeprangert werden.
    In Thüringen leiden ganze Herrscharen von Verfassungsschützern an Amnesie.
    Verbrecher wie „Schubert“ werden zum Chef der Bundespolizei ernannt…aber das scheint niemand mehr zu wundern
    Hauptsache Olympia bleib sauber…“Panem et circenses“….:-(((

     
  2. rundertischdgf

    7. August 2012 at 13:49

    Eine niedliche, doch schwache Glosse. Zwei Dinge sind aber hervorzuheben, erstens, daß unser Polizeiminister gern das Gedankengut überprüfen möchte und zweitens, weil das bisher noch nicht geht, will er jetzt eine Extremistenklausel für Sportler einführen (da er ja auch Sportminister ist, hätte er sich besser um die Leistungsbilanz deutscher Sportler bei der Olympiade kümmern sollen).

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/08/05/friedrich-der-gedankenjager/
    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/08/07/biedermeier-jetzt-auch-extremistenklausel-fur-sportler/

    Es ist nahezu ekelhaft wie Gazetten und Politiker aus dieser Geschichte ihr Sommerloch füllen. Ablenkung von ihrem eigenen bösen Tun? ESM, z.B., Eurokrise? Besonders widerlich heute Spiegel Spon, der ohne Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte dieses Mädels, meint, sich über sie lustig machen zu können.

     
  3. Publicviewer

    7. August 2012 at 14:38

    Um die Leistungsbilanz wird sich ja schon gekümmert, wie folgender Artikel aufzeigt:
    http://www.sueddeutsche.de/sport/pressefreiheit-innenministerium-verheimlicht-olympische-medaillen-ziele-1.1430407

    Dabeisein ist eben nicht mehr alles….:-(

     
  4. opalkatze

    8. August 2012 at 17:05

    Es bedarf schon einiger Chuzpe, erst zu meckern und das Blog dann als Linkschleuder zu benutzen.

     
  5. lawgunsandfreedom

    9. August 2012 at 09:50

    Mir geht dieser Meinungs-, Moral und Gedankenterror mancher Kreise inzwischen gehörig auf den Sack. Tugend-Terror allenthalben. Medien, Politiker, Funktionäre, aber auch ganz „normale“ Menschen versuchen die Welt in ihr enges Bild der Realität zu pressen.

    http://www.zeit.de/2012/24/DOS-Tugend/komplettansicht

    Toleranz wird einerseits sehr eng ausgelegt („Nur meine Auslegung von Toleranz ist echte Toleranz“) – dafür lässt man bei anderen Dingen gerne mal fünf gerade sein. Dieses engstirnige, verlogene und kleingeistige Verhalten bei vielen Leuten wird anscheinend immer schlimmer. Daß das Weltbild der meisten Leute (sicher auch mein eigenes) selektiv ist … geschenkt. Aber man sollte sich dessen bewusst sein und und nicht jede Kleinigkeit zum Elefanten aufblasen, wenn es nur eine Mücke ist.

    Ich fürchte aber, daß dieser Zustand sich noch verschlimmern wird.

     
  6. Publicviewer

    9. August 2012 at 17:05

    Schöner Artikel aus der „Zeit“, vor allem die Passage bei der es um die „Behindertenparkplätze“ geht, war mir seht eingängig….;-)

     
 
%d Bloggern gefällt das: