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Altersarmut: von der Leyens Krokodilstränen

02 Sep

Es ist widerlich. Wi-der-lich. Ebenso widerlich, wie es schon Ursula von der Leyens ganz auf Volkes Empörung gerichtete Schauspielerei während der Zensursula-Kindesmissbrauchs-Debatte war. Durch langjährige Praxis hat diese Negativmutter der Nation eine ungeheure Virtuosität erreicht: in der Kunst der Wirklichkeitsbeugung zur Erreichung höchstmöglicher Wählerzustimmung. Mit energischen Worten, kompetent-unterstreichenden Handbewegungen und Betroffenheitsmiene lügt Vaters Tochter in die Kameras, ohne auch nur blassrosa zu werden; das Musterbeispiel des modernen Politikers, wie er sich selbst am liebsten sieht:

Dort, wo ich heute lebe, machen die meisten Politiker, die hoffen gewählt zu werden, gar nicht erst den Versuch zu führen. Sie versuchen vielmehr herauszufinden, durch welche Ansichten sie wählbar werden könnten, und bemühen sich dann, sich in die Person zu verwandeln, die diese Ansichten vertritt.

Wir erinnern uns: von der Leyen war 2005 bis 2009 Familienministerin. Wenn sie und die große Koalition nicht alles getan hätten, um den heutigen Ist-Zustand herbeizuführen und in der Folge nicht nur zu konsolidieren, sondern dem christlich-neoliberalen Bündnis den weiteren Sozialabbau nach Kräften zu erleichtern, bräuchten sich nicht Hunderttausende vor dem Alter zu fürchten:

Ab 2030 bekämen demzufolge sogar Arbeitnehmer, die 2.500 Euro brutto im Monat verdienen und 35 Jahre Vollzeit gearbeitet hätten, nur eine Rente in Höhe des Grundsicherungsbetrags von 688 Euro.

Änderungen, die von der Leyens Krokodilstränen Taten folgen ließen, werden ausbleiben. Unter dieser Regierung ist damit nicht zu rechnen, es entspricht nicht dem politischen Willen. Lieber macht sie Strom-Großabnehmern Zugeständnisse, und bestimmt werden sich vor Beginn des heißen Wahlkampfs weitere Gruppen finden lassen, denen man noch schnell ein paar Wohltaten mitgeben kann. Sozial Schwache werden nicht darunter sein. Auch einer möglichen künftigen Regierung unter sozialdemokratischer Beteiligung ist der Rück- bzw. Umbau der Sozialsysteme nicht zuzutrauen, denn dazu müßte vor allem die SPD Fehler eingestehen. Das konnten die Sozis noch nie.

Man muss von der Leyen widerwillig bewundern. Wie sie es gleichzeitig schafft, mit geringstem Aufwand die größtmögliche Wirkung zu erzielen und auch noch die ungerecht Behandelte zu geben, der niemand die, ach, so nötigen Gelder bewilligen will: Seht her! Die da lassen euch im Stich! Denen da seid ihr nichts wert! Ich aber habe es wenigstens versucht. Wie auf dem Theater tun alle nur so, als ob. Und alle wissen es von den anderen. Nur die Zuschauer lassen sich willig täuschen.

So wird es dabei bleiben: Verbale Trostpflästerchen, die niemandem wehtun. Und Frau von der Leyen hat einen Wahlkampfauftakt allererster Klasse. Wie gesagt: Widerlich.
 

 
44 Kommentare

Verfasst von - 2. September 2012 in Kaffeesatz, Politik

 

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44 Antworten zu “Altersarmut: von der Leyens Krokodilstränen

  1. Sabine Engelhardt

    2. September 2012 at 19:29

    Danke. Das erspart mir einen eigenen Blogeintrag. Du hast ja schon alles gesagt.

     
  2. lokielie

    2. September 2012 at 19:31

    Bei dieser Frau kommt mir immer ein alter Titel in den Sinn: The Show Must Go On
    Ich bin mir sicher, dass sie nicht einmal weiss, worüber sie redet, weil sie diesen Bereich nur vom Hören kennt. Lebt sie doch in irgendeinem höheren Gefilde, abgesichert, mit diversen Helfern versehen. Rente, Grundsicherung – dass sind für sie Worte ohne Inhalt.
    Ihr Ziel … noch höher kommen ;-)

     
  3. opalkatze

    2. September 2012 at 19:36

    Oh nein. Das konnte ich nicht schreiben.

     
  4. opalkatze

    2. September 2012 at 19:37

    Hatte ja gehofft, sie wird Bundespräsidentin und ist dann auf Nummer Sicher. Sch*.

     
  5. Publicviewer

    2. September 2012 at 20:31

    @ lokoielie
    Oh doch, die weiß ganz genau wo der Hase langläuft, deswegen ist sie ja auch so gefährlich.
    @ Vera
    Auch als Bundespräsidentin kann man noch genug Schaden anrichten.
    Das Allerschlimmste war und ist für mich die noch immer laufende Debatte, ob ein Hartz IV Empfänger 5€ mehr bekommen darf oder nicht.

     
  6. opalkatze

    2. September 2012 at 20:35

    Wenn es „dem Volk“ stänke, würde es auf die Straße gehen. Also mach bitte nicht vdL dafür verantwortlich. Politiker tun nur, was sie gefahrlos tun können, vulgo, wenn sich niemand wehrt, versuchen wir noch ein bisschen mehr. Klappt doch.

     
  7. Publicviewer

    2. September 2012 at 20:49

    Das klingt ja schon fast so, als wenn Du dieses Verhalten billigen würdest…?
    Die Politiker sind dafür da den Meschen vernünftige Rahmenbedingungen zu schaffen, stattdessen schaffen sie sie ab…:-(

     
  8. Michi

    2. September 2012 at 21:02

    Danke für deine Worte!

    Den Tagesschau.de-Artikel habe ich vorhin schon gelesen, und mir ging genau das Wort durch den Kopf, mit dem du darauf verlinkst. Wie verlogen kann man eigentlich sein? Wenn ich die Uschi vdL und ihre Ergüsse sehe, könnte ich jedesmal kotzen.

     
  9. opalkatze

    2. September 2012 at 21:20

    Sorry, diese „Diskussion“ führe ich mit dir nicht mehr, weißt du doch. Realismus bedeutet in deiner schwarz-weißen Politikwelt Billigung, oder, je nachdem, auch Ablehnung, immer ausgehend von deinem Standpunkt – also wirklich.

    NEIN. Schluss.

     
  10. Publicviewer

    2. September 2012 at 22:03

     
  11. Publicviewer

    2. September 2012 at 22:17

    Ganz ehrlich… ich verstehe gar nichts mehr…..???
    Die Politiker haben die Weichen auf „Neoliberalismus“ gestellt nicht das Volk.
    Dem Volk wurde doch mit zuhilfenahme der Medien, geziehlt vorgegauckelt das es der Markt schon richten wird.
    Ich habe nur geschrieben, dass es so klingt, weil Du diese „von der Leyen“ auch noch quasi in Schutz nimmst.
    Warum machst Du überhaupt ein Blog, doch wohl um die Leute mit Hintergrundwissen und Aufklärung dafür zu sorgen, dass sie auf die Strasse gehen …

     
  12. McFlloyd

    2. September 2012 at 22:37

    „“ Wir erinnern uns: Von der Leyen war 2005 bis 2009 Familienministerin. Wenn sie und die große Koalition nicht alles getan hätten, um den heutigen Ist-Zustand…. „“

    Hier ist doch eine kleine Korrektur angebracht!
    Der Anfang dieser Misere war doch wohl die wunderbare Freundschaft ‚Maschmeyer-Schröder-Riester‘ so um 1999 ff. Später kam natürlich noch das unsägliche ‚GRÜNE-Anhängsel hilfreich hinzu.

    Nur mal so nebenbei – Ich leg mich wieder hin

     
  13. opalkatze

    2. September 2012 at 22:37

    „Warum machst Du überhaupt ein Blog?“ Weißt du, ganz ehrlich: Das frage ich mich jetzt gerade auch wieder.

     
  14. Publicviewer

    3. September 2012 at 01:28

    Nochmal, Du schreibst einen Artikel über die Machenschaften und Verhaltensweisen von Frau „Von der Leyen“.
    Was bezweckst Du damit wenn Du mit deinem Posting mir später quasi weißmachen möchtest, das das Volk nur bekommt was es verdient?
    Und das sie nicht dafür verantwortlich sein soll?
    Wenn das feine Ironie sein sollte, finde ich sie doch relativ unpassend, auch weil Du meinen Einwand damit ins Lächerliche gezogen hast.
    Genauso wie der Spruch das sie als Bundespräsidentin besser aufgehoben wäre?
    All das relativiert deinen ganzen Artikel ein wenig und ich frage mich warum?

    Ich dachte eigentlich, das wir auf der selben Seite stehen würden….???

     
  15. landbewohner

    3. September 2012 at 05:03

    diese lügenuschi ist zwar ein besonders übles exemplar der spezies „politiker“, aber all die anderen dieser kaste sind keinen deut besser, höchstens graduell weniger verlogen oder eben schlechtere schauspieler. und selbst wenn es unter den vorgenannten eines tages einmal gegenteilige personen geben sollte, so würde sich an der gnadenlosen ausbeutung der breiten massen dank der bestehenden machtverhältnisse – militär,polizei,justiz,journaille,wissenschaft,kapital und hofschranzen- dennoch nichts ändern, solange die mehrheit der mitbürger nicht kapiert oder kapieren will, daß sie mehrheitlich zum opfer erkoren ist.

     
  16. gerdos

    3. September 2012 at 08:42

    flatter hat heute auch dieses Thema. Ich ha dazu ein Bild. http://daserste.ndr.de/panorama/media/maschmeyer107_v-ardgalerie.jpg

    Für eine geeignete Bildunterschrift sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

    Vorschlag: Sprechblase Maschmexer= „Wir versaufen Euer Omma ihr klein Häusken!“

     
  17. Felli

    3. September 2012 at 08:42

    Der erste Absatz spricht mir aus tiefster Seele, Danke!

    „Man muss von der Leyen widerwillig bewundern.“
    Oh ja, und das tut mir richtig weh.

     
  18. bel

    3. September 2012 at 12:01

    Nachtrag zu vdL, bzw. was am Ende aus den Wohltaten wird;
    hier die Folge „Warmes Mittagessen“:

    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-08/bildungspaket-zweckentfremdung/komplettansicht?

    Ich finde, wenn man das bis zum Ende gelesen hat, hört man der einfach nicht mehr zu. Das ist auch viel besser für die geistige Gesundheit. Die Alternative wäre blutig, hässlich, kriminell.

     
  19. Publicviewer

    3. September 2012 at 14:36

    Es wird ganz sicher blutig werden, denn die Herrschenden werden keinen Millimeter nachgeben und solange am bestehenden System festhalten bis es zum Bürgerkrieg kommt.
    Nicht umsonst darf die Bundeswehr jetzt auch „innerstaatlich eingesetzt werden.

     
  20. wecksignale

    3. September 2012 at 14:47

    Publicviewer schreibt:
    „Dem Volk wurde doch mit zuhilfenahme der Medien, geziehlt vorgegauckelt das es der Markt schon richten wird.“

    das ist nicht korrekt, sondern das gegenteil ist der fall! dem volk wird vorgegauckelt, dass ein staat der interventionismus betreibt, also in möglichst viele wirtschaftliche, gesellschaftliche und persönliche bereiche „regulierend“ eingreift, es schon richten wird. nachweislich führt genau das in den abgrund.

     
  21. Publicviewer

    3. September 2012 at 18:33

    Der Neoliberalismus wurde genau mit diesem Argument ende der Achtziger eingeleitet.
    Nach dem Motto: „Bessere Vermarktungsmöglichkeiten für die Unternehmer bringe den Aufschwung und vor allem mehr Wachstum.“
    Sicher, hat die Regierung und deren Lobbyisten, das ganze mit Schröder und Konsorten verbrochen.
    Aber Fakt ist doch, das nach dieser Deregulierung die Großkonzerne und Banken freie Fahrt hatten und diese so dem ungezügelten Kapialismus weiterhin frönen.
    Die Regierungen sind aber dafür verantwortlich die Rahmenbedingungen für das Wohl der in diesem Staat lebenden Menschen herbeizuführen.
    Der Mensch sollte an erster Stelle stehen nicht die Ökonomie einer Wirtschaft die schon lange zum Scheitern verurteilt ist und uns alle zum Sklaven der Großkonzerne macht.

     
  22. Publicviewer

    3. September 2012 at 18:37

    Willst du damit jetzt andeuten, dass ich in einer Seifenblasenwelt lebe…?

     
  23. Bernhard

    3. September 2012 at 19:06

    Fakt ist, dass hier wieder eine Umverteilung erfolgen soll, die unter dem Deckmantel der Gleichstellung und des Ausgleichs für Wählerstimmen sorgen soll – was macht es denn objektiv für einen Unterschied, ob ich meine Gelder aus der Zuschussrente bekomme, oder aus dem Sozialhilfe-Topf? Steht am Ende nicht derselbe Koch?

     
  24. wecksignale

    3. September 2012 at 19:24

    Publicviewer schreibt:
    „Aber Fakt ist doch, das nach dieser Deregulierung die Großkonzerne und Banken freie Fahrt hatten und diese so dem ungezügelten Kapialismus weiterhin frönen.“

    nein. es handelt(e) sich nicht um deregulierung, sondern um staatlich geförderte bevorzugung und subventionierung der interessen einiger weniger marktteilnehmer. überall dort, wo wir heute monopolen, interessengruppen, etc. ausgeliefert sind und/oder massive kosten für die bevölkerung entstehen, lässt sich ursächlich eine interventionierung durch den staat zu lasten der allgemeinheit feststellen (gesundheitswesen, energiewirtschaft, finanzwirtschaft, sozialwesen, usw.). dies betrifft auch die oben angesprochene altersarmut.

    „Der Mensch sollte an erster Stelle stehen nicht die Ökonomie einer Wirtschaft die schon lange zum Scheitern verurteilt ist und uns alle zum Sklaven der Großkonzerne macht.“

    das ist zu vordergründig gedacht. wir sind keine sklaven der großkonzerne, sondern des staates. er hat das gewaltmonopol, er beschneidet schritt für schritt die freiheit und selbstbestimmung des einzelnen, er dehnt permanent seinen einfluss auf alle lebensbereiche aus, er kassiert mit zwangsmassnahmen die mehrheit unserer einkünfte (und damit unser eigentum), er schafft möglichkeiten, dass einige wenige sich auf kosten vieler bereichern können, er sorgt dafür, dass wir in immer weniger lebensbereichen noch eine freie wahl haben, usw. …großkonzerne partiziperen lediglich davon und nutzen es zur gewinnmaximierung. sie sind aber nicht die ursache des verlustes unserer freiheit.

     
  25. opalkatze

    3. September 2012 at 20:47

    Nett gemeint, aber lass ihn in seiner schwarz-weiß-Karo-einfach.Welt. Er scheint dort ja glücklich zu sein.

     
  26. opalkatze

    3. September 2012 at 21:19

    Mal abgesehen davon, fragt sich auch: Was ist denn bis dahin überhaupt noch übrig? Die Zahlen sind heutiger Stand.

    Überhaupt bin ich dafür, … wird zu lang. Schreibe mal schnell einen kleinen Text.

     
  27. Corenn Nuavar (@c0r3nn)

    3. September 2012 at 22:41

    Von @JPBarlow habe ich heute morgen folgenden schönen Tweet gelesen:

    We’ve become so accustomed to politicians lying that we now only care about whether they look good doing it. (http://twitter.com/JPBarlow/status/242107060295192576)

     
  28. Publicviewer

    3. September 2012 at 23:34

    @ wecksignale
    Wenn überhaupt dann ja wohl die Regierung, denn der Staat sind wir nämlich alle höchst selbst.
    Nicht erst seit „Schröder“ und Konsorten bildet dein sogenannter Staat ja ein Konglomerat aus Lobbyisten und Politikern die den Unternehmerinteresssen hörig sind.
    Nur auf druck der Großkonzerne war eine derartige Weichenstellung überhaupt möglich.
    Schließlich ist dieses neoliberalistisch auf Profit, Zins und Zinseszins ausgelegte System der Feind und nicht eine einzelne Regierung oder ein Mächtebündnis.

    Ach, und danke an „Vera“ für die Analyse meiner ach so einfachen und glücklichen Welt…..

     
  29. t.h.wolff

    4. September 2012 at 13:51

    Sollte Merkel es sich schließlich doch einmal mit Liz Mohn und Friede Springer verscherzen, wird Uschi Kanzlerin. Jetzt lachen alle. Aber niemand wird es verhindern können, nachdem der Gelbaron aus Franken sich (in Ermangelung satisfaktionsfähiger Konkurrenten) selbst exmatrikuliert hat.

    Darauf erstmal ein-zwei Löffelchen Melissengeist. Oder doch lieber die halbe Flasche?

    VdL hat die politische Chuzpe und das Lächeln von Ernst Albrecht, das uns, zuverlässig auf- und zuschnappend wie der Verschluß einer Leica, das lecke Atomklo Gorleben beschert hat – für Stammtischeugeniker wie Sarrazin mit Sicherheit eine echte erbbiologische Marienerscheinung. Meine persönliche Farbfernseh-Sternstunde mit VdL ist ihr unaufgeforderter Bericht über einen Besuch bei ihrem mittlerweile demenzkranken Vater. Die kleine Szene macht anschaulich, wie schnell man als Verantwortlicher aus allem raus ist:

    Ich gebe weitgehend wortgetreu wieder:

    VdL: -Vati, wie war das damals eigentlich mit Gorleben?

    Albrecht.: -Gorleben? Ist das hier bei uns?

    VdL selbst hat bekanntlich sieben Kinder. Das Land ist also auch auf lange Sicht in guten Händen.
    Darauf den Rest vom Melissengeist und das Rasierwasser.

     
  30. wecksignale

    4. September 2012 at 14:30

    mit „staat“ meine ich die politikwissenschaftliche definition, also den staat als das system der öffentlichen institutionen zur regelung der angelegenheiten eines gemeinwesens. ergo nicht nur die regierung, sondern exikutive, legislative, judikative. sorry für das missverständnis.

    im übrigen sind weder profit noch zins unser feind. nichts davon führt zur unfreiheit. auch hier ist wieder nicht weit genug gedacht. denn beispielsweise der zins wird erst zum feind, wenn ein schuldgeldsystem installiert ist (so wie es aktuell der fall ist). erst die monopolisierung und erzeugung von geld ohne gegenwert auf basis von krediten und giralgeld fürt zu einem zerstörerischen zinseffekt + inflation. in einem wertgedeckten geldsystem wäre dies unmöglich. auch hier liegt die ursache also wieder beim staat (als geldmonopolist) und den staatlich legitimierten zentralbanken.

    aber lassen wir es dabei. ökonomische grundlagendiskussionen an dieser stelle waren sicher nicht die intention der blogbetreiberin ;-)

     
  31. opalkatze

    4. September 2012 at 14:57

    Oh doch, gerne. Die kann nur lernen.

     
  32. opalkatze

    4. September 2012 at 14:59

    Nehme mein Eau de Toilette und evtl. die eine oder andere Reinigungssubstanz noch dazu. So isses.

     
  33. Publicviewer

    4. September 2012 at 15:59

    Was ist denn mit der „Federal Reseve“, ist das keine Privatbank, nicht zu vergessen den notwendigen „Act“ von 1913?
    Wie kommt es dann das Vera meint, das „Von der Leyen“ nicht dafür verantwortlich wäre.
    Wem nützt denn dieses auf Profit und Wachstum gerichtete System am meisten oder überhaupt, wenn nicht den Großkonzernen und den Banken.
    Sicher ist es letztendlich die Regierung die die Weichen stellt,
    Siehe den „ESM-Vertrag“ um mal ein Beispiel zu nennen….
    Ich betone nochmal: „Solange wir weiterhin Profitorientiert denken, und damit meine ich den monetären Profit, wird sich nichts ändern“.

     
  34. wecksignale

    4. September 2012 at 16:59

    „Was ist denn mit der “Federal Reseve”, ist das keine Privatbank…“

    natürlich ist das ein privatbank. aber sie profitiert vom staatlichen geldmonopol und dem schuldgeldsystem. sie produziert ausschliesslich im auftrag des staates geld ohne gegenwert und verleiht es wieder an den staat gegen zinsen, für welche die bevölkerung mit ihren zwangsabgaben aufkommen muss. ohne das staatliche geldmonopol, ohne das schuldgeldsystem und mit wiederzulassung wertgedeckter zahlungsmittel, wären zentralbanken wie die fed machtlos.

    ein staatliches geldmonopol in verbindung mit einem ungedeckten schuldgeldsystem nutzt immer in erster linie dem staat. deshalb hat er es ja installiert. nur so hat er die möglichkeit exorbitante ausgaben, wie z.b. für kriege, überhaupt zu realisieren …und zwar durch die ständige erhöhung der geldmenge (welche von der öffentlichkeit meist unbemerkt bleibt…bis zur hyperinflation). jede aufhebung oder verwässerung des wertgedeckten geldes (also alle inflationären prozesses) waren in der geschichte immer an die ursache gekoppelt, dass staaten das geldmonopol ansich gerissen haben und ihren erhöhten geldbedarf (meist für kriege) durch geldvermehrung befriedigt haben.

    dazu gibt es tonnenweise ökonomische fachliteratur, welche das detailiert nachweist. für den leichten einstieg (ohne studiert haben zu müssen) empfehle ich:
    http://www.thorsten-polleit.com/TPMvPNov10-II.pdf

     
  35. Publicviewer

    4. September 2012 at 18:43

    @ wecksignale
    Sag mal, um was geht es Dir hier eigentlich?
    Mir das Wort im Munde herumzudrehen, Begriffsbestimmungen zu erörtern, davon ausgehend das ich die Hose mit der Beißzange anziehe, oder um den gemeinsamen Kampf um die Sache?
    Diese Art Diskussion erinnert mich an die Zeit, als wir noch zerfleischende Debatten in den Kommunen geführt haben um Details zu erörtern die dem Ziel eher abträglich waren, da der Kampf nämlich auf die Straße ausgetragen wurde und der Ottonormalverbraucher eh, wenig bis gar nichts von all dem theoretischen Wissen verstand oder gar in der Lage war es umsetzen.
    Da Du anscheinend ja als Ökonom und Studierter so den Plan hast, bist Du sicherlich auch in der Lage mal einen Gegenvorschlag zu machen, wie es denn für das Volk zu einer Besserung der prekären Lage kommen könnte.

     
  36. opalkatze

    4. September 2012 at 19:13

    DFTT.

     
  37. wecksignale

    4. September 2012 at 19:32

    @ publicviewer

    mir geht es darum aufzuzeigen wo die ursachen sind. wenn man „kämpfen“ möchte, wie du es sagst, sollte man wissen wer der „feind“ ist. ansonsten greift man aus unwissenheit den falschen an und der wahre verursacher lacht sich ins fäustchen. angemerkt sei, dass ich von initiierter gewalt (durch wen auch immer) nichts halte, und daher mit begrifflichkeiten wie „kampf“ und „feind“ ungern kommuniziere.
    die klärung von begriffen ist immer dann notwendig, wenn die gefahr von missverständnissen und dem aneinander vorbeireden besteht oder wenn begriffe schlicht und einfach falsch verwendet werden und somit zu fehlerhaften schlussfolgerungen führen.
    wenn ich ein system ändern möchte, muss ich es verstehen. ansonsten besteht die gefahr, dass ich es einfach nur durch eine anderes, noch schlechteres ersetze.
    wenn ich mich z.b. für mehr freiheit einsetzen will, und im gleichen atemzug zwangsumverteilung und einen starken, regulierenden staat fordere, werde ich noch mehr unfreiheit erhalten.

    vorschläge zur besserung der lage kann ich gerne anbringen. ein wesentlicher punkt wäre beispielsweise regelgerechtigkeit – also gleiche regeln für alle. ein anderer punkt wäre die verwirklichung echter selbstbestimmung, also die möglichkeit immer freie entscheidungen treffen zu können einschliesslich des rechts etwas nicht tun zu wollen. ein nächster punkt wäre initiierte gewalt jeglicher art durch wen auch immer für unrecht zu erklären, ausgenommen das recht auf selbstverteidigung.
    beispielsweise führt unser finanzsystem zum kollaps und zur verarmung der bevölkerung, weil wir gesetzlich gezwungen sind, eine bestimmte wärung zu verwenden selbst wenn wir wissen, dass sie wertlos ist.
    beispielsweise entstehen monopole jeglicher art nur, wenn es keine regelgerechtigkeit gibt, wenn für eine minderheit andere regeln gelten. hervorragendes aktuelles beispiel ist der ESM (siehe artikel in meinem blog).

     
  38. Publicviewer

    5. September 2012 at 15:39

    Der wahre Feind ist das“System“ selbst.
    Erst in zweiter Linie kommen die Unterstützer dieser Doktrin und das sind derzeit die Großbanken wie „Goldman&Sachs“ die Energie und Pharmakonzerne, oder auch Unternehmen wie „Monsanto“ und deren vielfältige Ableger um mal ein paar zu nennen.
    Ganz wichtig st auch die Abschaffung der Religionen und damit meine ich vor allen die christlichen Kirchen und fordere eine Enteignung aller Besitztümer der katholischen Kirche.
    Denn, eine moderne Gesellschaft ist mit Frömmlern, 100 Ave Maria und dem Ablasshandel eben nicht zu machen
    „Passiver Widerstand“ ist das Zauberwort, was zwar nicht ausreichen wird aber schon einmal ein guter Anfang wäre.

    Hier ein paar ganz konkrete Vorschläge.

    Die Grundnahrungsmittel in der Umgebung kaufen, achtet auf „Faire Trade“, wie zum Beispiel bei der Teekampagne, in Berlin.
    Kauft keine neuen Autos mehr, denn die alten sind meist viel billiger. Das ist mein Spezialgebiet, ihr könnt mir glauben, dass die neuen Autos allesamt eine hightech wegwerf Ware darstellen.
    Glaubt nicht an den Quatsch von Abgasnormen und niedrigeren Co2 Ausstoß.
    Das ist wie mit der Feinstaubplakette und vielen Anderem auch, eine absolute Verarschung.
    Breitbandbildschirme, Handys, PC´s auch mal ein paar Jahre länger benutzen, viele technische Geräte braucht sowieso kein Mensch.
    Keine Markenklamotten mehr, erteilt Gucci, Boss, und Armani eine klare Absage
    Keine Aktien und Börsenspekulationen, nehmt nicht vorschnell Kredite auf, am besten ihr verzichtet ganz darauf.
    Vergesst nicht, dass unser gesamtes System auf Kredite und unbegrenztes Wachstum aufgebaut ist.
    Treibt wieder Tauschhandel wenn irgend möglich.
    Das gleiche gilt für die Kreditkartenbenutzung, benutzt wieder Bargeld, das ist nicht zurück zu verfolgen.
    Erteilt dem Konsum eine klare Absage!
    Boykottiert die Contentmafia, kauft keine Erzeugnisse mehr von denen.
    Achtet darauf wenigstens darauf wer von denen das LSR unterstützt und wer nicht.
    Informiert euch weitestgehend im Netz, solange das noch möglich ist.
    Schaut mal nach, ob ihr wirklich all Eure Versicherungen überhaupt braucht, die ihr Euch in all den Jahren angeschafft habt.
    Wenn die Menschen nur noch das kaufen würden, was sie wirklich benötigen, wird sich dieses System ganz schnell als ad acta bestätigen.
    So bekommt man dass System in die Knie.

    Ach, und holt euer Geld von der Bank, falls ihr noch Welches habt…;-)

     
  39. opalkatze

    5. September 2012 at 16:46

    Das steht jetzt allein auf diesem Blog schon mindestens viermal.

     
  40. McFlloyd

    5. September 2012 at 18:44

    @Pubicviewer 15:39

    „“Ach, und holt euer Geld von der Bank, falls ihr noch Welches habt…;-)““

    Ähmm? Das verstehe ich aber jetzt gar nicht.

    Zwei Dinge.

    1) Das Geld in einer Bank ist immer Eigentum der Bank, auch dann dann, wenn Ihr es der Bank gegeben habt. Dann hat die Bank hat eine Verbindlichkeit Euch gegenüber und Ihr habt eine Forderung gegen die Bank. „Euer“ Geld kann nur unter der Matratze liegen.

    2) Geld aus einer Bank herausholen geht nur, wenn die Bank (…nicht „Ihr“) noch welches hat.
    Das kann – wenn Ihr der Bank viel Geld (…als Kredit!) gegeben habt – u.U. schon problematisch sein. Die gesetzl. Mindestreserve beträgt im EZB- Bereich seit dem 18 Jan. 2012 lediglich 1%.
    Im Ernstfall gilt: If panic, panic first!

    .http://de.wikipedia.org/wiki/Mindestreserve

    Also, „Euer“ Geld Bank in einer Bank ist ein Märchen.
    UND!
    Ob eine Bank Geld hat ist schwer zu sagen, jedenfalls in diesen Tagen.

    Gruß

     
  41. Publicviewer

    5. September 2012 at 19:58

    Mann, machst Du es kompliziert, so wie manch Anderer hier in diesem Portal auch…
    Ich meine damit, dass ihr eure Konnten auflösen sollt, genau damit sie kein Geld mehr hat.
    Von mir aus legt es unter eure Matratze, aber besser ihr kauft Vorräte ein, denn wir werden uns bald warm anziehen müssen.

     
  42. McFlloyd

    5. September 2012 at 21:11

    Publicviewer 19:58

    „“Konten auflösen etc.““

    GIRO brauchst Du! Kann man dicht bei ‚0‘ fahren – bedeutet aber viel Lauferei.
    Andere „Konten“ sind an Verträge gebunden. Im Kleingedruckten steht dann wo es lang geht.

    Warme Jacke? Geht klar, hab ich!

    Vorräte: 4 Säcke Popcorn, 7 Kästen Cola – Bisschen knapp – Oda?

     
  43. Publicviewer

    5. September 2012 at 21:56

    Auf denm „Girokonto“ hat ja auch kein Mensch mehr viel drauf…;-))

     
 
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