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Demnächst bei deinem Zahnarzt: DNA-Probe für Knochenmarkspenderdatei

26 Mrz

Wieder eine wunderbare Idee! Da sagt doch keiner nein, wenn das für einen so guten Zweck ist. Und so einfach! Wenn der Mund eh schon auf ist — Bestimmt steht auch im Werbeblättchen irgendwo in 1pt-Schrift was von „Ihre Daten werden selbstverständlich vertraulich ..“ und so weiter, und so weiter. Guckt mal hier, fein, nicht wahr? Schon so viel gesammelt!

Mit Ablauf des IV. Quartals 2012 umfasste die DNA-Analyse-Datei einen Bestand von 998.661 Datensätzen. Diese Gesamtzahl setzt sich zusammen aus 775.648 Personendatensätzen und 223.013 Spurendatensätzen. Jeden Monat werden ca. 8.000 neue Datensätze in der DNA-Analyse-Datei erfasst.

Der Auszug stammt allerdings von der Statistikseite der DNA-Analysedatei des BKA, hier.

Ich hab den Arztprospekt noch nicht gesehen, aber der animierende sehr informative Filmbericht in der 19-Uhr-heute lässt Schlimmes befürchten. Nein, das hat nichts mit Verschwörungstheorien zu tun: Was vorhanden ist, wird auch benutzt. So einfach. Also, viel Spaß beim Zahnarzt, nächstes Mal. Immer schön hilfsbereit sein!

 
9 Kommentare

Verfasst von - 26. März 2013 in Datenschutz, Politik

 

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9 Antworten zu “Demnächst bei deinem Zahnarzt: DNA-Probe für Knochenmarkspenderdatei

  1. Erbloggtes

    26. März 2013 at 20:21

    Was vorhanden ist, wird auch benutzt:
    http://www.nytimes.com/2013/03/24/opinion/sunday/the-immortal-life-of-henrietta-lacks-the-sequel.html
    Die Übersetzung von DNA-Daten (vom Zahnarzt oder woher auch immer) in Informationen über die Person wird kommen. Kriminaltechnisch kann man einen Täter (genauer: Verdächtigen) unter Umständen heute schon stark eingrenzen, ohne Vergleichsproben zu nehmen, je nach Ungewöhnlichkeit des „genetischen Fingerabdrucks“. An einer Tankstelle las ich neulich ein Schild, etwa so: „Wir nehmen nicht nur Fingerabdrücke, sondern auch DNA-Spuren, die Du hier an der Eingangstür hinterlässt, wenn Du unsere Tankstelle ausraubst.“ Das halte ich für Science Fiction zur Abschreckung, aber für bald realisierbar. Dann kann man Tankstellenräuber auch gleich der Knochenmarkspenderdatei hinzufügen. Obiger Artikel sagt:
    „Scientifically speaking, that’s good news. There’s a lot of hope for using technology like this for affordable “personalized medicine.” But legally and ethically speaking, we’re not ready for it.“
    Tja, legally and ethically speaking, da sehe ich nichtmal ein Problembewusstsein.

     
  2. opalkatze

    26. März 2013 at 23:14

    Cytosin, Adenin, Guanin, Thymin. Pah. DAS soll ein Problem sein?!

     
  3. Erbloggtes

    26. März 2013 at 23:15

    Sind ja nicht mal giftig.^^

     
  4. opalkatze

    26. März 2013 at 23:20

    Hm. Mit Wasserstoffbrücken kann man vielleicht Bomben bauen?

     
  5. LeSpocky

    27. März 2013 at 11:00

    Ich habe versucht im Netz mal rauszufinden, was für Gewebemerkmale in der Knochenmarkspenderdatei abgelegt werden und ob das einem kriminaltechnisch auswertbaren „genetischem Fingerabdruck“ entspricht. Nicht ganz einfach und ich habe nur das hier gefunden: http://www.korrupt.biz/4499/dkms-info-zu-knochenmarkspende-dna-proben-und-daten-begehrlichkeiten/

    Der Artikel hier impliziert aber, dass das „kompatible“ Daten sind bei DKMS und in der DNA-Datenbank des BKA. Wurde da genau recherchiert? Also ist es technisch überhaupt möglich die Daten, die in der Knochenmarkspenderdatei gespeichert sind, derart zu nutzen?

    Ansonsten liegt hier nämlich die Idee zu Grunde, in der Knochenmarkspenderdatei würden mehr Dinge gespeichert als nötig und der Spender darüber nicht informiert und da bewegen wir uns ruck zuck im Bereich von Verschwörungstheorien!

     
  6. WhiteHaven

    27. März 2013 at 11:31

    Ich lese seit über 40 Jahren Science Fiction… überraschen tun mich diese technischen Möglichkeiten nicht… aber wie gesagt… und da kommen wir zum Motto dieses Blogs: „Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf!“

     
  7. longcolt

    7. April 2013 at 12:40

    „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten!“
    Mehr ist dazu nicht zu sagen!

     
 
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