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#Drosselkom · Deutsche Telekom passt neue Tarife an

12 Jun

Pressemitteilung von heute (passende Ergänzungen: Peter Piksa, Sixtus & Lehmann):

§ Geschwindigkeitsreduzierung ab 2016 auf 2 Mbit/s statt 384 Kbit/s
§ „Unser Ziel bleibt: Ein leistungsstarkes Internet für alle“

Die Deutsche Telekom passt ihre neue Tarifstruktur an, die der Konzern im Rahmen der Tarifdifferenzierung ab 2016 technisch umsetzen will. Die Telekom reagiert damit auf die Sorgen von Kunden. Ab 2016 werden Kunden, sollten sie nach Aufbrauchen ihres Inklusivvolumens keine zusätzlichen Datenpakete buchen oder keine Flatrate nutzen, mit 2 Mbit/s statt wie bisher geplant mit 384 Kbit/s surfen können.

„Wir haben in den vergangenen Wochen einen intensiven Dialog mit unseren Kunden geführt und die Sorgen verstanden. Mit 2 Mbit/s liegen wir deutlich über dem Mindestrichtwert aus der Breitbandstrategie der Bundesregierung – wir haben ihn verdoppelt“, sagt Niek Jan van Damme, Deutschlandchef der Telekom. Der neue Wert gilt rückwirkend auch für Verträge, die seit dem 2. Mai 2013 abgeschlossen wurden.

Die Telekom hatte Ende April eine neue Tarifstruktur im Festnetz angekündigt, die stärker auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Kundengruppen eingeht. Dabei wird es ab 2016 weiterhin Flatrates für Vielnutzer geben, die dann etwas teurer sein werden, aber auch günstigere Tarife für Normalnutzer, bei denen ein bestimmtes Datenvolumen inklusive ist. Für alle Zielgruppen – Wenignutzer, Familien und Extremnutzer – wird es passende attraktive Angebote geben.

„Eine weitere Sorge, die wir oft gehört haben, ist, dass beispielsweise Familien mit den bisher definierten Volumina in Zukunft nicht auskommen werden“, so Michael Hagspihl, Geschäftsführer Marketing der Telekom Deutschland. „Wir stehen im Wettbewerb und es ist doch klar, dass wir diesen Sorgen Rechnung tragen und für alle Zielgruppen attraktive Tarifpakete schnüren werden. Aber es ist zu früh, über Details der Tarife in drei Jahren zu sprechen.“

Die Telekom hatte mehrfach erklärt, dass sowohl die reduzierte Geschwindigkeit als auch die Inklusivvolumina dynamische Werte sind, die sich an den Markterfordernissen orientieren. „Die Werte sind nicht in Stein gemeißelt, auch hier gilt: Wir stellen uns der Realität. Vor der Einführung 2016 werden wir uns den Durchschnittsverbrauch unserer Kunden genau ansehen und die Inklusivvolumina gegebenenfalls anpassen“, so Hagspihl weiter.

Niek Jan van Damme ergänzt: „Unser Ziel bleibt: Ein leistungsstarkes Internet für alle. Für den Ausbau ins flächendeckende Highspeed-Internet investieren wir weiterhin Milliarden – allein in den kommenden Jahren zusätzlich 6 Mrd. Euro. Damit sind wir Vorreiter in Deutschland. Wir werden unsere Tarife aber differenzieren müssen, so dass wir unsere Netzinvestitionen auch in Zukunft zurückverdienen können.“

 

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5 Antworten zu “#Drosselkom · Deutsche Telekom passt neue Tarife an

  1. AlterKnacker

    12. Juni 2013 at 12:56

    Von mir aus können die Presseerklärungen abgeben, so viel sie wollen, für mich sind die Aussagen der Bundesnetzagentur wesentlich bedeutsamer und noch nicht auf dem Markt.

     
  2. opalkatze

    12. Juni 2013 at 13:17

    Auch die Rolle der BNetzA ist nicht umumstritten, würde ich nicht so hoch hängen.

     
  3. Erbloggtes

    12. Juni 2013 at 13:57

    Ich lach mich schlapp! Die wollen sich am „Durchschnittsverbrauch“ orientiereren. Also den Mittelwert zwischen wöchentlich E-Mail-checkender Rentnerin und allabendlich skypendem Jugendlichen bilden.

    Das Beste steht aber am Anfang: Statt 384 Kbit/s ist die große Neuerung: „Mit 2 Mbit/s liegen wir deutlich über dem Mindestrichtwert aus der Breitbandstrategie der Bundesregierung – wir haben ihn verdoppelt“!!

    Die Breitbandstrategie der Bundesregierung ist ein Papier, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie unter Bundesminister Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg herausgegeben wurde – im Februar 2009! 2009! Von Guttenberg!

    Darin wird eine Übertragungsgeschwindigkeit von 1 MBit/s quasi als menschenrechtlicher Mindestanspruch angenommen, für deren Sicherung staatliche Fördergelder in Höhe von „mehr als 150 Millionen Euro“ locker gemacht wurden:

    „Die Erfahrung hat gezeigt, dass in ländlichen Regio-
    nen eine Breitbanderschließung ohne staatliche
    Fördermittel in vielen Fällen kurzfristig nicht erfolgt.
    Hier sind Anreize durch staatliche Förderprogramme
    notwendig. Diese Programme ermöglichen somit
    einen Aufbau von Internetzugängen mit einer Über-
    tragungsleistung von mindestens 1 MBit/s für diejeni-
    gen Haushalte, in denen diese Versorgung bislang
    nicht gewährleistet ist.“ (S. 15)

    Das Strategiepapier setzt diesen Wert in den Kontext:

    „Mehr als 98 Prozent aller Haushalte sind bundesweit
    mit Breitbandinternet mit Übertragungsraten von
    mindestens 384 KBit/s versorgt. Legt man die mittler-
    weile angemessene Breitbanddefinition von mindes-
    tens 1 MBit/s zugrunde, so wird einVersorgungsgrad
    von rund 92 Prozent erreicht. Für weit über 70 Prozent
    der Haushalte sind Übertragungsraten vonmindestens
    2 MBit/s verfügbar und bereits über 20 Prozent der
    Haushalte können auf VDSL-Anschlüsse zum Hoch-
    leistungsinternet mit bis zu 50 MBit/s zugreifen.“ (S. 7)

    Ich wiederhole: 2009 sprach das BMWI über „die mittlerweile angemessene Breitbanddefinition von mindestens 1 MBit/s“ und bezahlte horrende Summen dafür, dass 2010 alle Bundesbürger Internetzugang in dieser Mindestgeschwindigkeit haben sollten. Und 2013 verkündet die Telekom, dass sie 2016 den doppelten „Mindestrichtwert“ anstrebt.

    Die Absicht erscheint klar: Sie wollen schon heute Klagen abwehren, die sich auf unlautere Werbung mit Breitbandinternet beziehen, aber deutlich hinter die 2009 „angemessene Breitbanddefinition von mindestens 1 MBit/s“ zurückfallen.

    Aber ernsthaft: Das ganze ist eine Desinformationskampagne, um davon abzulenken, dass nicht die Höhe von 384 KBit/s das Problem ist, sondern der Bruch der Netzneutralität.

     
  4. opalkatze

    12. Juni 2013 at 14:00

    Tss. Das ist Netzpolitik Marke Bundesregierung, mein Lieber, davon verstehst du nichts.

     
  5. Chris

    12. Juni 2013 at 19:42

    @Erbloggtes, ja, und selbst 2011 haben diese Magenta T´ler dies nicht wirklich Flächendeckend erreicht mit dem 1Mbit.
    Ich habe diese lächerliche Geschwindigkeit von 398Kbit. Erst hat es bis 2006 Gedaurt, bis hier überhaupt mal was DSL Technisches lief, jetzt wurde ein Vertrag mit der Regierung schon nicht eingehalten, jetzt MUSS ein anderer Anbieter den Ort mit Glasfaser versorgen, um das T-Kom präsenzdefizit zu beheben. Dann kommen die mit Volumentarifen.. Vollverarsche bei einem Backbonenetz, das über den momentanen Traffic LACHT.
    Die 6 Milliarden werden jetzt in Ausgewählte Städte investiert, die das LWL bis ins Haus gelegt bekommen, die ländlichen Regionen sind denen nach wie vor scheiß egal.
    Okehh nicht ganz. Letztes Jahr ging doch tatsächlich LTE in der Region mit 6Mbit ins Netz, wurde anfang des Jahres auf 35Mbit „aufgebohrt“. Nur es ist mal gerade reine Diskriminierung, teurer und störanfälliger, als eine Kupferverkablung.
    Da hier auch noch Autobahnen vorbei gehen, ist wohl durch die lange Zeit bis mal wenigstens versucht wurde was zu machen, ehr der Hintergrund gewesen, die Autobahn für Handynetze bereits zu Versorgen.
    Mir egal was die T-Kom will, ich wechlse mit Fertigstellung des neuen Anbieters von dem Verein weg. Da kostet dann zwar ein ISDN Anschluss mit 100Mbit Anschluss 65€, aber wenigstens nicht mehr bei dem Verein, der nichts auf die Reihe kriegt, weil Netzkauf im Ausland wichtiger ist.
    Ach ja, viele Anbieter sind für die T-Kom eh keine wirkliche Konkurenz, die machen den LWL Ausbau in der Region, wo es den Herren zu teuer erscheint, und müssen dann das Ortsnetz von der T-Kom anmieten. Suuper, was für eine Wettbewerb, wenn der Monopolist immernoch mit Verdient für keine Arbeit mehr, da das Ortsnetz ja bereits vorhanden ist……

     
 
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