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Festakt zur Kennedy-Rede – bitte WAS?!

25 Jun

Eben bekam ich eine Phoenix-Programmankündigeng für Mittwoch und traute meinem Verstand erst nicht. Doch, tatsächlich, die meinen das ernst:

ca. 12.00 Uhr – Berlin:
Festakt zum Jahrestag der Rede von John-F. Kennedy „Ich bin ein Berliner“ u.a. mit Reden von Klaus Wowereit (Regierender Bürgermeister Berlin) und Philip Murphy (Botschafter USA).

Ein bitte WAS?! Ein Festakt wegen einer Rede, die ein US-amerikanischer Präsident der Herzen vor 50 Jahren in Berlin gehalten hat? Genau genommen, wegen vierer Worte?

Ich wüsste gerne, was das soll, wer sich so einen bodenlosen Unfug ausdenkt, und vor allem, was das kostet. Wie schrieb Frank Lübberding dieser Tage:

Die Medien erzeugen jenen Mythos, dem sie am Ende in ihrer historischen Ahnungslosigkeit selbst zum Opfer fallen. Damit werden sie zu einem Teil der Mythologisierung.

Dass das solche Ausmaße angenommen hat, war mir bei der Lektüre noch nicht klar. Jetzt sind sie endgültig verrückt geworden.
 

 
15 Kommentare

Verfasst von - 25. Juni 2013 in Journalismus, Kaffeesatz, Medien, Politik

 

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15 Antworten zu “Festakt zur Kennedy-Rede – bitte WAS?!

  1. Gastleser

    25. Juni 2013 at 16:16

    Ich empfehle dradio „aus den Archiven“ zum 50. Jahrestag.

    [audio src="http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2013/06/23/drk_20130623_0805_7f477225.mp3" /]

    Original ist besser.

     
  2. ulf_der_freak

    25. Juni 2013 at 17:15

    In meinen Augen liest Du hierauf nur ein gewaltiges
    „HÄH!?!“

     
  3. opalkatze

    25. Juni 2013 at 18:18

    Danke! Eben schickte mir noch jemand die Mitteilung, in der heutigen FAZ im Politikteil gebe es einen guten Bericht über Kennedy in Frankfurt und seine Rede in der Paulskirche.

     
  4. opalkatze

    25. Juni 2013 at 18:18

    Wegen meines Erstaunens oder wegen des Festakts?

     
  5. ulf_der_freak

    25. Juni 2013 at 18:44

    Wegen des Festaktes natürlich.

     
  6. opalkatze

    25. Juni 2013 at 19:10

    Beruhigt mich jetzt doch.

     
  7. pantoufle

    25. Juni 2013 at 19:57

    Im ersten Augenblick las ich »Eddy Murphy«. War dann aber doch nicht. Leider.
    Was dem Präsidenten seine Rede und posthumes Gedenken ist, so will man offenbar mit Baseballschlägern an die deutsch-amerikanische Freundschaft erinnern, was nach der überseeischen Nobelpreisoffensive sicher wieder mal an der Zeit ist. Feine Idee das: Mythos Vietnamkrieg.

     
  8. opalkatze

    25. Juni 2013 at 20:10

    Schöne Bilder lenken auch fein von fieser Datenschnüffelei ab. Und von Afghanistan. Und überhaupt. Den Egon Bahr höre ich mir trotzdem an, hoffe, der spuckt wenigstens in die Hochzeitssuppe.

     
  9. ulf_der_freak

    25. Juni 2013 at 20:46

    Du dachtest doch wohl nicht…? o.O

     
  10. vilmoskörte

    25. Juni 2013 at 23:30

    1,5 Mio West-Berliner waren auf den Beinen, der Besuch von Kennedy war damals ungeheuer wichtig für die geteilte Stadt, da darf man nach so vielen Jahren auch mal dessen gedenken, auch wenn man das deutsch-amerikanische Verhältnis heute ganz anders sieht. Es ist Geschichte und mit billiger Polemik wird man ihr nicht gerecht.

     
  11. opalkatze

    25. Juni 2013 at 23:36

    Hab das heute schon woanders geschrieben: Meine Tante meinte damals lakonisch, ja, er sieht blendend aus, war auch eine sehr schöne Rede, aber die Mauer steht trotzdem. Damit war bei uns zu Hause das Thema durch.

     
  12. vilmoskörte

    25. Juni 2013 at 23:42

    So banal, wie du es abtun möchtest, ist es nicht, vor allem für die, die in West-Berlin lebten.

     
  13. opalkatze

    25. Juni 2013 at 23:52

    Da wird eine schwer verträgliche Nostalgiebrühe ohne jeglichen Hintergrundbezug gekocht, die Emotionen bedient und seit Guido Knopp sehr en vogue ist. Katz frisst Mäuse, ich mag keine.

     
  14. Andreas Moser

    26. Juni 2013 at 11:52

    Mauer ist besser als Atomkrieg.

     
  15. opalkatze

    26. Juni 2013 at 12:07

    Falsch. Atomkrieg um Deutschlands willen ist für die Kennedy-Regierung nie eine Option gewesen, aber die Pufferzone Deutschland war hoch willkommen.

    Mich stört, was da hochgejubelt wird und wie es geschieht. Die historischen Hintergründe fallen unter den Tisch, stattdessen wird kritiklos das Bild des US-amerikanischen Strahlemanns übernommen und gefeiert, der Kennedy definitiv nicht war. Wer kennt von dieser Rede denn mehr als „Ish bin ein Beerliner“? Wer spricht über die Paulskirchen-Rede, die immerhin Substanz enthielt? (Oder weiß überhaupt, dass es sie gab?)

    Vor ein paar Tagen Obama als Kennedy-Ersatz, jetzt Kennedy als Obama-Ersatz. Meine Güte.

     
 
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