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Noch mehr Verarschung: Prism 1 und/oder 2

18 Jul

Klar, es ist von geradezu zwingender Logik, dass zwei Softwareprodukte eines Staates denselben Namen tragen: Prism. Machen wir doch immer, Erbsen sind dann einmal Erbsen, und einmal Möhren, heißen aber auch Erbsen. Leuchtet doch jedem Kind ein!

Witzig ist an der ganzen Kiste, dass BILD anscheinend mehr weiß als unsere Regierung. Na ja, zumindest, dass BILD mehr sagt als die Regierung. Das ist deshalb witzig, weil der Springer-Verlag wohl als – örrem – regierungsnah betrachtet werden darf. Dass er Mutti mit Knüppeln bewirft, ist eher unüblich. Die ist zur Daunendecke mutiert, konstatiert Thorsten Denkler in der SZ. Dass allerdings Friedrich zu bedauern wäre, kann ich nicht finden. Der ist aus ganz anderen Gründen ein armes Schwein.

Das Protokoll der gestrigen Quizrunde „Wer weiß was?“ in der Bundespressekonferenz mit Regierungssprecher Steffen Seibert (ist ja auch ’ne arme Socke, irgendwie) und seinem Kollegen Stefan Paris vom Verteidigungsmysterium kann man in voller Schönheit bei Thomas Wiegold nachlesen. Es könnte, unbearbeitet, wie es ist, mühelos zur Auflockerung jeder universitären Rhetorik-Einführungsvorlesung beitragen.

Ach so: Morgen ab 10 Uhr überträgt Phoenix Muttis Sommerpressekonferenz. Mal sehen, ob ihr unter der Daunendecke warm geworden ist.

 
21 Kommentare

Verfasst von - 18. Juli 2013 in Politik

 

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21 Antworten zu “Noch mehr Verarschung: Prism 1 und/oder 2

  1. dubberle

    18. Juli 2013 at 14:41

    Die Bundesregierung stellt sich hier tatsächlich extrem blöd an, aber – wie ich finde – auf andere Weise: Es mag schon sein, daß es zwei „Prism“ gibt. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Firmen SAP nutzen, aber doch sind es viele völlig disjunkte Installationen der gleichen Software.
    Woher aber will die Bundesregierung wissen, daß das Militär-Prism aus Afghanistang ein anderes (lies eine disjunkte Installation) ist, als das, was Snowden enthüllt hat, wo sich doch selbst behauptet, das Snowden-Prism nicht zu kennen? Das wäre dann so, wie wenn ich einem Mann und einer Frau begegne, den Mann als einen Bekannten identifiziere, dessen Frau ich nicht kenne, dann aber behaupte, seine Begleiterin sei eben nicht seine Gattin.
    Die Bundesregierung hält uns für dumm, und wahrscheinlich sind wir das sogar – wären wir intelligent, hätten wir eine andere Regierung.

     
  2. Sabine Engelhardt

    18. Juli 2013 at 14:45

    Jo. Ich finde es allerdings nicht fair, Friedrich und Steffen „arme Schweine“ bzw. „arme Socken“ zu nennen. Erstens sind die beiden Herren bestimmt nicht arm, und zweitens haben sie es sich so ausgesucht. Also: Kein Mitleid.

     
  3. AlterKnacker

    18. Juli 2013 at 14:55

    Seibert ne arme Socke … wenn ich nur die Hälfte seiner kommenden Pension hätte, wäre ich ein fast reicher Mann … und wenn Du es anders meinst … da kann ich einfach nicht zustimmen …

     
  4. opalkatze

    18. Juli 2013 at 14:59

    +1

     
  5. opalkatze

    18. Juli 2013 at 15:05

    @Sabine @AlterKnacker
    Warum ich Friedrich für ein armes Schwein halte, schreibe ich hier nicht hin. Der Presserat hat zwar keine Zähne, trotzdem kann er lästig werden.

    Seibert hat sich einfach die falsche Chefin ausgesucht. Da denkt er, er hat es gemütlich, und dann muss er das personifizierte Schweigen dolmetschen – wüsste ja zu gerne, was er über den Beruf des Journalisten denkt, den er ja auch mal erlernt hat. Und das in aller Schadenfreude.

     
  6. Brillenfeger

    18. Juli 2013 at 15:30

     
  7. Brillenfeger

    18. Juli 2013 at 15:33

    Sorry, war der falsche Link. Hier der richtige:

     
  8. opalkatze

    18. Juli 2013 at 15:48

    Schön :] Gleich daneben bitte noch eins, für Westerwelle.

     
  9. opalkatze

    18. Juli 2013 at 15:54

    Sind beide gut. Schreibe aber bitte wenigstens kurz dazu, was es ist, sonst landest du im Spam.

     
  10. Michi

    18. Juli 2013 at 16:08

    Im Grunde ist der Friedrich schon eine arme Sau. Der durfte zwar mal in die USA fliegen und lieb fragen, was die Amis da so Schönes machen, aber eigentlich wird er von Mutti nur vorgeschickt, um ein bisschen Aktivität zu suggerieren. Und das Nichts, was er da drüben erwartungsgemäß erreicht hat, muss er dann noch dem Volk verkaufen.

    Wen ich ein wenig vermisse, ist ein gewisser Herr namens Pofalla, seines Zeichens Chef des Kanzleramts und qua Amt für den BND zuständig. Wo ist der eigentlich die letzten Wochen geblieben? Hat den mal jemand gefragt, was er von einer Kooperation zwischen NSA und BND weiß?

     
  11. Michi

    18. Juli 2013 at 16:09

    Ups, da hatte der Brillenfeger wohl dieselbe Idee zu Pofalla ;)

     
  12. Hinterwäldler

    18. Juli 2013 at 18:34

    Ich habe auch den Artikel in der SZ gelesen. Könnte nicht etwa die Möglichkeit bestehen, das Friede Springer über ihrer Duzfreundin den Stab gebrochen hat, so wie es einst von Georg Schramm voraus gesagt wurde?

     
  13. Dackel

    18. Juli 2013 at 21:31

    Zur Überwachungsmispoke:
    RT soll in Deutschland ( FFM ) beim Filmen durch Polizei bedroht worden sein. Die Junge Welt berichtet aktuell darüber. Es scheint da in Washington so ziemlich die Angst um zu gehen, was an Kritik seit der Snowden Affäre los ist.

    Auch die Veränderungen des NDAA ist ein Totalangriff auf die Freiheit jedes Bürgers. Die Behörden wollen wohl jeden Whistleblower das Handwerk legen, nur um sich die fetten Stücke aus dem Kuchen zu schneiden. Das Volk wird das nicht mitmachen.

    Ich kann hier nur jedem Interessierten raten, legt euch SSH oder VPN (OVPN ) Verbindungen zu, über Nicht-US-Staaten und auch keine EU-Länder. Verschlüsselt so weit es geht jede Mail. Kein Yahoo, kein Hotmail, kein Facebook und auch nicht XING oder linkedin. Nutzt Linux Distros, am Besten x64 und sperrt die unnötigen Ports. Der Rest ist Verhaltenssache. Peace

     
  14. opalkatze

    18. Juli 2013 at 22:23

    Glaub ich nicht, bevor ich’s sehe. Und was würde dann besser? Die Sozen sind ja zu dösig, zu tun, was vernünftig wäre und mit der Linken zusammenzugehen. Hätte auch nie gedacht, dass Kohls Aussitzen noch zu toppen wäre.

     
  15. ninjatukey

    19. Juli 2013 at 09:15

    Tja, warum krittelt die Merkel-Jubelpresse plötzlich an Mutti und ihrer wackeren Truppe herum? Ich glaube es liegt daran, dass die Bundesregierung einfach zu oppositionslos geworden, und damit mittelfristig eine Gefahr für die Wirtschaft werden könnte. Da wird aus der Atomkraft ausgestiegen im weil sich die NSA-Sache nicht schnell genug wieder unter den Teppich kehren lässt, wird plötzlich von Daten- und Bürgerschutz gestammelt. So nicht, liebe Regierung. Da man aus verschiedenen Gründen SPD und Grüne (die Linken schon mal gar nicht) hoch schreiben kann, sägt man einfach den zunehmend stabil stehenden Regierungsstuhl wieder ein wenig an um unserer Polit-Trupppe zu zeigen, WER hier die Marschrichtung vorgibt. Sollten die Sozen davon über Gebühr profitieren, kann man immer noch mit ein paar Schlagzeilen gegensteuern.
    Mutti dar in der Küche bleiben, aber die Wirtschaft sagt an was gekocht wird.

     
  16. Hinterwäldler

    19. Juli 2013 at 12:19

    Ich hab es gesehen, die Wiederholung in der Mediathek. Von der 1. bis zur 75. Minute. Die meisten der Worte die dort gefallen sind können von mir unterschrieben werden. Sie spiegeln mein persönliche Meinung wieder. Der Ausfall der Verbindungsleitung nach Rio kann technische Ursachen haben.

    Politische und keine rechtlichen Ursachen haben die drei Bild-Sperrungen der Beiträge, die zur Erläuterung der Diskussion eingeblendet wurden. Ich musste fassungslos zusehen, wie ich als mündiger Bundesbürger bevormundet wurde. So geht man nicht mit uns um!

     
  17. opalkatze

    19. Juli 2013 at 12:26

    Ich seh mir das mal interessiert an. Wenn die nächste Sau durchkommt, ist das sowieso gegessen.

     
  18. opalkatze

    19. Juli 2013 at 12:27

    Wieso nicht? Siehst du doch.

     
  19. t.h.wolff

    19. Juli 2013 at 13:54

    Was die herrschende Klasse von der Masse unterscheidet, ist das Denken über das Hier und Jetzt hinaus: in spätestens drei Monaten ist die PRISM-Geschichte keine Nachricht mehr. Im Giftschrank des neoliberalen Parteienkartells wartet bereits die fertige Agenda 2020. Sie kommt, einmal mehr mit dem Etikett der „Reform“, ob mit Schwarz/Gelb oder Schwarz/Rot spielt eigentlich keine Rolle. Aus der Sicht von Friede Springer ist das Gespann Merkel/Roter Sancho Pansa vermutlich sogar attraktiver, weil es jeglichen Gedanken an Abhilfe im Keim erstickt.

     
  20. opalkatze

    19. Juli 2013 at 14:44

    Michael Spreng beschreibt das hier ziemlich richtig, glaube ich.

     
  21. ein anderer Stefan

    20. Juli 2013 at 18:42

    Sich über Friedrich aufzuregen, lohnt nicht. Den benutzt Merkel doch nur noch als Blitzableiter, so lange es noch geht. Spätenstens nach der Wahl wird der in Brüssel oder so entsorgt.

     
 
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