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Lieber Alexander Kähler,

28 Aug

seit Langem verfolge ich, zeitweilig ungläubig, doch stets bewundernd, die Gelenkigkeit Ihrer Gesprächsführung in der Phoenix-Runde, wenn es um das Internet geht. Twittern aus Fukushima, Facebook im Arabischen Frühling, Datenschutz wegen der jüngsten Geheimdienst-Skandale oder die SMS der Bundeskanzlerin: Mit großer geistiger Biegsamkeit passen Sie die Antworten, egal, von wem und zu welchem Teilaspekt, Ihrem Kulturpessimismus an.

Keine Frage ist Ihnen zu läppisch; kein Vergleich zu abstrus, um nicht doch von Ihnen gezogen zu werden. Sie, der einzig Wissende in der Runde, tief leidend, dass er seine Perlen wieder vor Zuschauer und Gesprächsteilnehmer werfen muss – das ist nicht leicht.

Viele Kollegen haben sich fachlich eingearbeitet und leiten Gesprächsrunden neugierig und ergebnisoffen. Sie nicht. Ihr Ergebnis steht felsenfest: Das Internet ist suspekt, und das bleibt es auch. Basta. Manche Gastgeber würden den Experten die eine oder andere Verständnisfrage stellen. Sie nicht. Sie moderieren einfach locker aus dem Sattel weiter. Und spätestens nach der Gegengeraden kriegen Sie wieder die Kurve zum Terrorismus in Deutschland.

Es gibt Formen der Überheblichkeit, die als Kunstform gelten können. Dafür gebührt Ihnen meine ehrliche Anerkennung.

Mit freundlichem Gruß
opalkatze
 

 
Kostproben? (Das Lletzte Beispiel vom 27. August gibt es vielleicht in den nächsten Tagen auf dem Phoenix YouTube-Kanal. Weiß man nicht genau; die Mediathek habe ich hier und nicht auf der Phoenix-Website gefunden. Die letzten Videos sind vom Juli. Na ja.)

Update: Da will ich nicht meckern, das ging fix:
 

 

 
4 Kommentare

Verfasst von - 28. August 2013 in Journalismus, Kaffeesatz, Medien, Menschen

 

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4 Antworten zu “Lieber Alexander Kähler,

  1. ninjaturkey

    28. August 2013 at 11:26

    Das Bestreben des Qualitätsjournalsmus, sich mit keiner Sache gemein zu machen, auch nicht mit einer guten, zeigt sich auch immer wieder in der „Ausgewogenheit“ politischer Berichterstattunng oder so genannten „Sommernterviews“.

    OT: »…kein Vergleich zu abstrus…«
    Was ist eigentlich aus dem guten alten „absurd“ geworden. Seit Guttenberg gibt es offensichtlich nur noch das (zuvor kaum gebrauchte) „abstrus“, oft in abstrusen bisweilen sogar in absurden Zusammenhängen.

     
  2. AlterKnacker

    28. August 2013 at 11:27

    Ich leide mit Dir … *kicher* …

     
  3. opalkatze

    28. August 2013 at 11:38

    Nee nee, ich pass schon alleine auf meine Wortwahl auf, muss ja damit Geld verdienen. ,)
    absurd = abwegig, abstrus = verworren

     
  4. opalkatze

    28. August 2013 at 11:41

    Kähler ist ist stellvertretender Programmgeschäftsführer und arbeitet seit 1988 als Journalist. Das ist nicht zum Kichern, das ist traurig. Sieh dir mal an, wie Pinar Atalay eine Runde führt. Und nein, Neugier hat nichts mit dem Alter zu tun.

     
 
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