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Die Glaubensfreiheit reicht vom Hals bis zu den Füßen

11 Sep

Das Bundesverwaltungsgericht hat heute entschieden:

Muslimische Schülerinnen können regelmäßig keine Befreiung vom koedukativen Schwimmunterricht verlangen, wenn ihnen die Möglichkeit offensteht, hierbei einen sogenannten Burkini zu tragen. (Az. BVerwG 6 C 25.12)

Einerseits gibt es die Trennung von Kirche und Staat, die auch bedeutet, dass gleiches Recht für alle gilt. Andererseits ist es für eine konservativ erzogene Muslima eine Zumutung, mit nur mit einer Badehose bekleideten Jungen gemeinsam am Schwimmunterricht teilzunehmen. (Ich rede nicht von Mädchen, die das nicht stört oder die schwimmen lernen möchten, und deren Familie dagegen ist.)

Einerseits ist es normal, dass junge Menschen verschiedenen Geschlechts und Glaubens zusammen unterrichtet werden. Ich halte es aber nicht für eine sinnvolle Art der Integration, dass für den ausweglosen Schwimmunterricht keine Einzelfallentscheidung mehr möglich sein soll. Das Mädchen oder seine Eltern werden Wege finden, dass es diesen Unterrichtsstunden fernbleibt.

Das Urteil ist eine Einschränkung der persönlichen und der Glaubensfreiheit, wie auch immer man über Glauben denken mag: Junge Muslimas werden nicht durch Zwang und Missachtung ihrer persönlichen Gefühle integriert. Die Glaubensfreiheit durch eine Bekleidungsvorschrift zu begrenzen, ist rechtswidrig.

 
Nach den ersten Kommentaren ziehe ich es vor, dieselben für diesen Text abzuschalten. Es geht um ein Grundrecht, stupids.

 
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Verfasst von - 11. September 2013 in Frauen, Politik

 

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