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#btw13: Prognosen und Hochrechnungen

22 Sep

Eigentlich war mindestens die Hälfte der Legislatur ein einziger Wahlkampf. Auch dadurch waren die Wochen vor der Wahl ziemlich langweilig und hielten sich an Petitessen fest. Die Langeweile ist vorbei: Es wird interessant, ob Frau Merkel die Grünen als schwächeren Koalitionpartner bevorzugt oder mit der SPD eine große Koalition bilden will. Sie kann es sich aussuchen. (Immer vorausgesetzt, die FDP kommt nicht doch noch rein.)

shot260

Quelle: ARD

Hier sind die Zahlen des ZDF und der direkte Vergleich bei wahlrecht.de, außerdem Bild und Ton vom ZDF. Hier ist eine Übersicht der Wählerwanderung, hier, wer mit wem könnte, und hier eine wunderbare Umsetzung des Wahlergebnisses von ZEITonline. Zu guter Letzt der Link zum Bundeswahlleiter. Das Ergebnis steht später hier.

Getippt hatte ich CDU/CSU: 37, SPD: 26, FDP: 7, Grüne: 8, Linke: 9, Piraten: 5, AfD: 5, Sonstige: 3 bei einer Wahlbeteiligung zwischen 60 und 65 Prozent. Upps.

Nicht vergessen: In Hessen wurde ein neuer Landtag gewählt, wichtig für die Stimmverhältnisse im Bundesrat.

 
14 Kommentare

Verfasst von - 22. September 2013 in Politik

 

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14 Antworten zu “#btw13: Prognosen und Hochrechnungen

  1. altautonomer

    22. September 2013 at 18:42

    Als Koalitionspartner für die CDU kommt nur die Partei infrage, die in früheren Zeiten ihrer Regierungsbeteiligung unter Beweis gestellt hat, dass sie sich für Dienstwagen und Bodyguards bis zur Unkenntlichkeit verbiegen kann und wegen ihres geringen Stimmenanteils. den Ball flach halten muss. Diese Weltmeister in radikalem Opportunismus, werden wieder mal mit „Bauchschmerzen“ diesmal im Verein mit der CDU die bevorstehenden „Grausamkeiten“ (Grünsprech: „Sachzwänge“) beschließen, weil das Schmerzensgeld ja auch nicht zu knapp ausfällt.

    „Die von den Grünen favorisierte „ökologische“ Marktwirtschaft verhält sich besonders perfide, insofern sie das Leben ruiniert und sich gleichzeitig als Rettungsdienst anbietet. Sie wird, wenn der Meeresspiegel steigt, dem reichen Land Deichanlagen, schwimmende Städte und Fabriken verkaufen und in Bangladesch oder Afrika Millionen Menschen dem Meer überlassen. Die Grünen haben darauf zu achten, dass das deutsche Kapital bei der Auftragsvergabe nicht zu kurz kommt und die Kosten für die Umstellung der Produktion auf Deichbau und schwimmende Transportsysteme sozialisiert werden.“

    Rainer Trampert: http://www.rainertrampert.de/artikel/die-gruenen-moderne-volkspartei-ohne-soziales-gewissen

     
  2. opalkatze

    22. September 2013 at 18:45

    Mal sehen, ob die Afd noch reinkommt …

     
  3. alphachamber

    22. September 2013 at 19:06

    Exzellenter Kommentar!

     
  4. Michi

    22. September 2013 at 20:05

    Man muss schon fast hoffen, dass die Klappspaten von der AfD reinkommen. Ansonsten darf angesichts einer absoluten CDU-Mehrheit gepflegt gekotzt werden.

     
  5. t.h.wolff

    22. September 2013 at 20:22

    Die jüngste Umfrage zeigt wieder eine Mehrheit für Rot/Rot/Grün. Irgendwie wirkt Merkel gerade in der Berliner Runde ein wenig zerknirscht. Ihre Regierungsmehrheit ist weg. Das wird noch lustig.

     
  6. Danni

    22. September 2013 at 20:32

    Was ist bloß aus diesem Land geworden? Wo sind die Aufgewachten geblieben?

    Ist das Volk so doof oder die Wahlen gefälscht? Schliesse mich Michi an.

    Vera, ich bin auch traurig darüber.

     
  7. opalkatze

    23. September 2013 at 01:25

    Ich geh jetzt ins Bett, heulen.

     
  8. Michi

    23. September 2013 at 03:25

    Gute Nachricht zur Nacht: Weder hat die CDU die absolute Mehrheit der Mandate, noch ist die AfD drinnen.

    Schlechte Nachricht zur Nacht: In Hessen hat es die FDP noch knapp in den Landtag geschafft (5,03 % oder 920 Stimmen mehr als nötig).

    Trostpflaster: Es reicht in Wiesbaden trotzdem nicht für Schwarz-Gelb.

    Im Bund vermute ich mal, dass man sich entweder schnell auf eine Große Koalition einigt oder aber es stehen uns spannende Wochen bevor.

     
  9. madameflamusse

    23. September 2013 at 08:00

    Naja, als ich das Ergebnis sah war ich auch frustriert, aber was hat man auch erwartet…

     
  10. Joachim

    23. September 2013 at 12:24

    opalkatze, so sehr weine ich nicht. Das war doch zu erwarten. Interessanter ist, wie es weiter geht.

    Die Frage nach den Koalitionen scheint mir in der Presse sehr von der Einstellung der Medien abhängig. Das nervt – weil es denen nicht um Inhalte geht. Der Wähler hat aber konkret entschieden! Will der, dass es eine große Koalition gibt? Oder zeigt die Wahl, dass die Bürgerschaft tief gespalten ist.

    Niemand hat gänzlich Recht in dem Sinn, dass er sich durchsetzen konnte. Dann könnte eine Minderheitsregierung vielleicht gar nicht schlecht sein. Keine Partei müsste sich verbiegen, Kompromisse eingehen, das Gesicht verlieren oder Wähler frustrieren. Inhaltlich könnte das ein Vorteil werden wenn die Parteien nach überprüfbaren Inhalten entscheiden. Die Warnung an Grüne und SPD steht im Raum: Taktieren führt zu dem FDP-Desaster. Aus meiner Sicht wäre eine große Koalition oder noch schlimmer Schwarz/Grün nichts als Taktik – bei der Koalitionspartner nur verlieren können.

    Wir brauchen quer durch alle Parteien inhaltliche Entscheidungen die nicht von Koalitionen abhängen. Taktische Blockaden sind entweder endlich out oder die zukünftigen Wahlergebnisse werden immer kritischer werden.

    Zeit für die Politik der Inhalte. Zum Beispiel:
    Merkel meint uns ginge es gut. Doch selbst Merkel sieht Probleme wenn Menschen von ihrem Einkommen nicht leben können. Fein, jetzt ist der richtige Augenblick zu teilen. Und es ist keine FDP mehr da, die dies mit Klientelpolitik verhindern könnte. Dafür aber eine Linke, die in ihren Kernthemen Druck macht. Dabei ist jetzt vollkommen egal wie realistisch die Forderungen der Linken sind. Kleine Schritte können auch in die richtige Richtung gehen. Das ist besser als Riesenschritte in die falsche Richtung. Mehr können wir nicht erwarten wenn wir wieder mehr Demokratie wagen wollen (ein bewusstes Zitat und ein Appell!).

    Innerhalb des Systems sehe ich keine Alternative.

    Also, so schlecht ist das doch nicht. Es könnte wesentlich schlimmer sein oder kommen. Zweckoptimismus? Möglicherweise – vielleicht aber auch eine Chance.

     
  11. opalkatze

    23. September 2013 at 12:32

    Halte es mit Stefan Sasse (oben verlinkt): Das wäre auch in diesem Sinn gewesen, aber leider wird es doch irgendeine Koalition geben.

     
  12. Joachim

    23. September 2013 at 13:50

    Ganz sicher? Natürlich braucht Merkel die Koalition zur Stabilisierung der Regierung. Grüne wären in einer Koalition ideal zu kontrollieren. Die Rechnung dafür wird kommen.

    Der SPD, den Grünen wäre das tatsächlich zuzutrauen. Sehr zum Schaden für die Demokratie – so in diesem Fall überhaupt noch von Demokratie im Sinne der Reden Brandts gesprochen werden kann. In einer solchen Koalition wäre z.B. (nicht nur) Netzpolitik am Ende. Die Spaltung der Gesellschaft würde sich extrem vertiefen – ohne Alternativen in Sicht. Wer mit der SPD Merkel wählt, der hat keine Möglichkeit mehr.

    Los SPD, Grüne, jetzt ist der Augenblick zu zeigen ob ihr für wachsweiche Kompromisse der Macht zuliebe oder für Demokratie steht. Nur einmal nicht umfallen! Zeigt eigenes Profil! Niemand hat Euch gewählt um eine Kanzlerin Merkel zu tolerieren oder zu stützen.

    Klar, ich glaub’s selbst nicht. Sonst wäre mein Appell unnötig. Aber immerhin, es ist gesagt, auch wenn es nicht hilft. Vermutlich setze ich mit Leuten wie altautonomer nach der nächsten Anti-Nazi-Demo einfach auf eine Bank in die Sonne. Das macht wohl mehr Sinn.

     
  13. opalkatze

    23. September 2013 at 13:54

    Die Merkel-CDU hat bis jetzt alle Koalitionpartner vor die Wand gefahren: Wenn sie was gut gemacht hat, war es Merkel, wenn’s schieflief, ware es der jeweilige Partner. Und das Programm der CDU heißt weiterhin „Merkel“.

    Nicht in die Sonne setzen – bowlen gehen.

     
  14. Joachim

    23. September 2013 at 14:11

    ACK. Das meinte ich.

    Look at all the happy creatures dancing on the lawn
    Bother me tomorrow, today I’ll buy no sorrows

    (CCR, Lookin‘ Out My Backdoor)

     
 
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