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Einfache Anleitung für Blog-Kommentare

27 Sep

Den Titel des Artikels aufmerksam lesen

  • Sollte dieser nicht aussagekräftig sein, die Dach- oder Unterzeile, eventuell den Anreißer ebenfalls lesen. Notfalls die Tags kurz überfliegen.
  • Vorgang ggf. wiederholen
  • Tipp 1: Auf Politikblogs geht es häufig um Politik, während auf Medienblogs oft Artikel über Medien – Internet, Zeitungen, Fernsehen, Radio u.ä. – stehen, usf.
  • Tipp 2: Im Hinterkopf behalten, dass auf Politikblogs Auto-, Mode- oder Fußballbeiträge recht selten sind.

Die Überschrift, den Anreißer etc. erneut lesen

  • Kurz nachdenken: Worum geht es hier?
  • Bei Verdacht, der Beitrag passe womöglich nicht ins eigene Weltbild: Blog durch Klicken verlassen.
  • Tipp: Dazu am besten eigene, bewährte Bookmarks verwenden (Kopp-Verlag, etc.)
  • Bei genügender seelischer Festigkeit und Interesse weiterlesen
  • Text aufmerksam durchlesen, dabei nicht innehalten, wenn ein Reizwort vorkommt („Feminismus“, „Beschneidung“, „Demokratie“, „Netzgemeinde“, etc.)
  • Jemand hat sich die Mühe gemacht, ganze Sätze zu formulieren? Tapfer sein: einfach weiterlesen.
  • Bei Sichtung eines unbekannten Arguments rasch und beherzt handeln: Finger schnell von der Tastatur nehmen, einen Kaffee trinken oder draußen eine rauchen gehen
  • Am Artikelende wieder nachdenken: Was bedeutet dieser Text? Was wollte der Autor sagen?
  • Bei Nichtbegreifen Blog durch Klicken verlassen (s.o.)
  • Andernfalls erwägen, ob die Kommentare Zeit und Aufmerksamkeit verdienen
  • Tipp: Eventuell drei bis fünf durchlesen
  • Bei Nichtgefallen zum Schluss dieser Anleitung springen

Selbst kommentieren

  • Nochmals nachsehen, was das Thema des eben gelesenen Artikels ist
  • Kommentare zuende lesen (Tapferkeit, s.o.)
  • Kompatibilität zum eigenen Äußerungswunsch checken
  • Wurde das schon von jemand anderem gesagt?
  • Unbedingt von Wiederholung absehen. Das Internet wird sonst zu schnell voll!
  • Sorgfältig überlegen, ob die eigene Meinung eine Ergänzung oder thematische Bereicherung des oben Gesagten darstellt
  • Alle, die das grundsätzlich bejahen: Blog umgehend durch Klicken verlassen (s.o.). Nicht nachfragen. Machen.
  • Andernfalls verständlich zur Sache kommentieren
  • Harsche Worte gegenüber Vorrednern vermeiden. Macht einen dicken Fuß.
  • Tipp zur Gesundheitsvorsorge: Bei Anschwellen der Halsschlagader Blog umgehend durch Klicken verlassen (s.o.)
  • Eigenen Kommentar auf Rechtschreib- und grobe Grammatikfehler prüfen („Grammatik“ evtl. googlen)
  • Ggf. Leerzeilen zur besseren Lesbarkeit einfügen (macht einen schlanken Fuß).
  • Die Site mit einem Bookmark versehen und nach einer Frist nachsehen, ob jemand geantwortet hat
  • Wenn das der Fall ist: Bitte wieder ganz oben in dieser Anleitung anfangen
  • Sollte niemand geantwortet haben: keinesfalls persönlich nehmen. Das passiert doch allen verkannten Genies.

Entscheidung treffen.

  • Um dem Thread weiter zu folgen, reicht meist einfaches Lesen. Notfalls Häkelzeug zur Hand nehmen, auf die Hände setzen o.ä.
  • Entsteht der unbezwingbare Wunsch, weiter zu kommentieren, wieder ganz nach oben zum Start
  • Andernfalls Artikel und Thread durch Klicken verlassen (s.o.)
  • Ggf. in den sozialen Netzwerken laut über das Blog / die Ahnungslosigkeit des Autors schimpfen. Dabei die eigene Überlegenheit herausstellen.

Danke.

 
27 Kommentare

Verfasst von - 27. September 2013 in Blogs, Wühltisch, Web 2.0

 

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27 Antworten zu “Einfache Anleitung für Blog-Kommentare

  1. Erbloggtes

    27. September 2013 at 11:49

    Was, noch keiner hat hier kommentiert??? Erster!!11!1
    Du bloggst hier über Fußball und hast offensichtlich nicht die geringste Ahnung vom Thema.
    Und von wegen Feminismus, nä
    musst du einfach einsehn: http://www.der-postillon.com/2011/07/endlich-bewiesen-frauen-konnen-genauso.html

     
  2. ninjaturkey

    27. September 2013 at 12:19

    Nach rund 20 Jahren Foren-Getippere hat man die meisten der o.a. Punkte verinnerlicht. Der wichtigste Punkt ist: „´ne Nacht drüber schlafen“, oder, wenn´s mal einer schnellen Antwort bedarf, vorher einmal um den Block – Uhrzeit und Wetter egal..
    Ich erwische mich in den letzten Jahren zunehmend dabei, dass ich Kommentare verfasse, die wirklich detailliert und umfassend meine Haltung zum Beitrag oder anderen Kommentaren beleuchtet, teils angereichert mit pfiffigen neuen Erkenntnissen und Sichtweisen. Dann lese ich mir das ganze ein letztes Mal in Ruhe durch, bin sehr zufrieden mit meinem Werk und – lösche den Kram wieder. ;-)

     
  3. opalkatze

    27. September 2013 at 12:30

    Kenn ich. Trägt aber immerhin zur eigenen Klarheit bei. ,) tumblr-Blog? Für schnelle Frustrations- und Ärger-Abfuhr?

     
  4. Joachim

    27. September 2013 at 12:54

    Das sind sehr harte Anforderungen. Hart aber norwendig. Ich könnte total vermessen auf die Idee kommen, Du hättest das extra für mich geschrieben.

    Hier mein Versuch der thematischen Bereicherung.

    In vielen Punkten ist Kommentieren einfach ein Spiel wie „Mensch ärger Dich nicht“. Mal fliegst Du, mal wirfst Du Andere hinaus. Mal ziehst Du mit der falschen Figur und verlierst. Selten hast Du alles im Häuschen, selbst wenn Du meinst jetzt gleich, nur noch eine Eins und fertig, dann hat ein Anderer die Sechs.

    Ich finde diesen letzten Fall gut, freue mich für den „Sieger“. Denn spielen kann ich woanders.

     
  5. Joachim

    27. September 2013 at 12:57

    Nein (oder besser ja), das ist gut um die eigene Position zu finden und zu reflektieren. Man mag es nicht glauben, doch so mach ich das auch.

     
  6. ninjaturkey

    27. September 2013 at 13:01

    »…Frustrations- und Ärger-Abfuhr?«

    @opalkatze: Nein, tatsächlich aber zur Klarheit der eigenen Gedanken. Die Zahl meiner akribisch ausgearbeiteten aber nicht geschickten Kommentare ist Legende. Irgendwann mach ich mal ein Blog auf, in dem ich meine „gelöschten“ Kommentare als Beiträge poste.
    Bei Frust und Ärger leg´ ich erst gar nicht los (Nacht drüber schlafen) oder, selten, schreibe spontan ein bis zwei kurze, scharfe Sätze, die ich mir von der jeweiligen Moderation auch gern „zensieren“ lasse ;-)

     
  7. opalkatze

    27. September 2013 at 13:27

    Nee, für dich nu wirklich nich‘. :O)

     
  8. opalkatze

    27. September 2013 at 13:29

    Damit meinte ich keine Trollerei, sondern (scharfe) Kritik, guckst du hier.

     
  9. flatter

    27. September 2013 at 15:40

    Ach wie schön, du hast es noch nicht aufgegeben ;-)
    Ich fürchte, dass die Anleitung für die am ehesten Gemeinten zu kompliziert ist. Schlage daher vor, eine zweite Version zu überdenken:

    „Du bist nicht gemeint.
    Du kannst das hier nicht verstehen.
    Nein, wir wollen nicht lesen, wie du deine Lieblinsfeinde beurteilst.
    Du sprichst gerade mit dem Spamfilter. “

    Liebe Grüße vom Großzensor!

     
  10. opalkatze

    27. September 2013 at 15:47

    Ich mache dich auf den beginnenden Konkurrenzkampf um diesen Titel aufmerksam.
    Zu lang. „Du sprichst gerade mit dem Spamfilter.“ reicht. Gefällt mir gut. :]

     
  11. Lakritze

    27. September 2013 at 21:10

    Das Internet wird sonst zu schnell voll — das ist die schönste Begründung seit langem.
    Und eine Ergänzung: Kommentare unter Alkoholeinfluß unterlassen. Immer. Egal wie richtig und wichtig sie sind. (In meinem Blog noch nie, aber in anderen mit einigem Staunen verfolgt.)

     
  12. R@iner

    27. September 2013 at 21:14

    Flatter hat recht. Wenn das nicht in einen Satz mit 13 Wörtern passt, dann würde ich…egal – ich habe gerade vergessen, was ich sagen wollte.
    Gegenkonzept: Puls-/Blutdruckmessgerät mit Bluetooth. Ausgewertet wir |dp|/dt. Wird Grenzwert überschritten, erfolgt 5-minütige Sperrung aller human interfaces insbesondere der Tastatur, sodass der potentielle Kommentator den ihn zum verbalen Amoklauf anstachelnden Bildschirminhalt weiter ertragen muß, jedoch elektronisch lobotomiert wird.
    Eigene Entscheidungen sind einfach überbewertet und sowas von gestern, dass ich…häh…was ist das Thema?

     
  13. opalkatze

    27. September 2013 at 21:21

    Ah, hallo, liebe Lakritze :) Unterschrieben. Aber kennste das nicht? https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=RWP-XgveTxE Lohnt sich.

     
  14. R@iner

    27. September 2013 at 21:26

    Ah, Du willst also einen Alkomat mit der Tastatur verbinden. Ist in der Ideensammlung für neue Produkte notiert.

     
  15. opalkatze

    27. September 2013 at 21:31

    Waah, hör auf, ich find diese Vermesserei gruselig.

     
  16. Lakritze

    27. September 2013 at 21:57

    Ha, kannte ich noch nicht! Aber wenn die CDU nicht sagen kann, wann es voll sein wird, dann kann’s ja so schlimm nicht sein.

     
  17. opalkatze

    27. September 2013 at 22:18

    Oh. Nein, darauf würde ich lieber nichts geben.

     
  18. DFranzenburg

    28. September 2013 at 11:21

    Habe gerade auf Golem gelesen und das hier gefunden. http://www.golem.de/news/kommentarfunktion-wer-hat-das-letzte-wort-1309-101812.html Du bist also nicht allein. Das mit dem Wortfilter finde ich einen interessanten Ansatz.

    Ich denke, die Sache wird in Richtung Filtersysteme à la Spamfilter bei Mails gehen.

     
  19. opalkatze

    28. September 2013 at 12:16

    Das ist ja schon eingebaut, aber jeder Algorithmus ist nur so gut wie seine Aktualität, das heißt, er muss gepflegt werden. Im Augenblick nehmen im Übrigen Spammails zu, die aussehen wie echte Kommentare – sehr clever, denn das merkst du erst, wenn du dem Link folgst. Damit ist das Ziel erreicht, und ich weiß nicht, wie man das mit Bordmitteln filtern soll. Alles sehr nervig und zeitaufwendig.

     
  20. DFranzenburg

    28. September 2013 at 12:24

    Ich mache mich mal schlau bzgl. des Filterns.

     
  21. Erbloggtes

    28. September 2013 at 13:26

    Spamkommentare, die aussehen wie echte Kommentare: Das sind öfter mal Dublikate, also entweder Kommentare, die irgendwo im Kontext schonmal geschrieben wurden, oder Ausschnitte aus dem kommentierten Artikel (oder darin verlinkten Artikeln) selbst. Wenn Bots solchen Spam erzeugen können, dann werden die Filter mit der Zeit auch so programmiert, dass sie vor der Freigabe auf Plagiatssuche gehen.
    Mich stören gerade eher die dutzenden seitenlangen Spamkommentare, oft in Chinesisch, die im Spam-Ordner landen, wo man dann viel rumscrollen muss, anstatt gleich gelöscht zu werden. Was die wohl bezwecken?

     
  22. opalkatze

    28. September 2013 at 13:34

    Ja, frage ich mich auch – keine Idee, und ich kann schon um die Ecke denken.

     
  23. Dietmar Franzenburg

    28. September 2013 at 14:02

    Um die Ecke denken reicht nicht. Chinesisch lesen können, dürfte eher zur Klärung beitragen. Kannst ja mal mit http://www.imtranslator.net/ff-plugin.asp probieren. (Überhaupt eine Empfehlung zum Text-/Website-Übersetzen. Vereint Google, MS, Prompt und Babylon)

     
  24. Dietmar Franzenburg

    28. September 2013 at 14:10

    Filter-Plugins scheint es nur bei WordPress ohne .com zu geben (Antispam Bee, NoSpamNX).
    Wolltest doch eh mal auf’n Server wechseln, oder.

     
  25. opalkatze

    28. September 2013 at 14:48

    Ist installiert, in der Anwendung aber mehr als hakelig.

     
  26. opalkatze

    28. September 2013 at 14:50

    Lass und bitte erst mal die Tage teflonieren, du machst dir gerade unnötige Arbeit. Bitte nicht böse sein, hab noch keine Zeit.

     
  27. Joachim

    28. September 2013 at 16:05

    „Algorithmus ist nur so gut wie seine Aktualität“ – lach, der Mathematiker in mir bekommt „Bauchschmerzen“ ;-)

    Deine Regeln sind so gut, weil sie gerade keinen echten Algorithmus darstellen Rein formal definiert „Entscheidung treffen“ eine unendliche Rekursion. Das bedeutet: Dein Kommentator würde niemals zum schreiben kommen.

    Solche Rekursion das ist das Geheimnis mehr als Mathematik zu betreiben und der Unterschied zur Literatur. Sie sagt: „Brecht das Gesetz!“ (Gruß an die Schrottpresse)


    Btw. magst Du sagen, was Du außer händische Sklavenarbeit gegen Spam tust? Nur Stichworte…


    Fail, das sind nun mehr als 13 Worte. Tja, manchmal bekommt man mehr als man denkt ;-)

     
 
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