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#merkelphone · Haben Sie’s etwas größer?

29 Okt

Peinlich genug, dass das Personal der angeblich mächtigsten Frau eine so jämmerliche Vorstellung gibt. Wenn der angeblich mächtigste Mann seine Dienste nicht im Griff hat, ist das noch eine Nummer größer: Was eben in Washington stattfindet, erinnert an die Zeiten des unseligen J. Edgar Hoover, der einst das FBI aufbaute und wegen dessen persönlicher Paranoia es außer Kontrolle geriet. Eigentlich sollten amerikanische Präsidenten auch spätestens seit der Watergate-Affäre vorsichtig sein, sich nicht bei fragwürdigen Handlungen erwischen zu lassen.

Obama hat nun gleich beide Probleme: Seine Dienste sind zum Deep State geworden, und man hat ihn erwischt, wie er befreundete Staaten ausspionieren ließ. Er ist jetzt in der üblen Lage, nicht zugeben zu dürfen, dass er die Merkel-Ausforschung angewiesen hat, gleichzeitig muss er leugnen, dass die Dienste frei drehen. Egal, was er macht, er ist der Dumme.

Nur wenig dümmer allerdings als die Deutschen, die zwischenstaatliche Beziehungen mit Freundschaft verwechseln. Einem Ronald Pofalla oder Hans-Peter Friedrich darf man jedes Wort glauben, das sie über das deutsch-amerikanische Verhältnis gesagt haben: Mit dem Stolz von Kindern, die zur Geburtstagsparty des beliebtesten Mitschülers eingeladen wurden, haben sie dessen rücksichtslose Interessendurchsetzung auf dem Schulhof verteidigt. So viel Speichelleckerei ist für den Zuschauer nur unangenehm. Für Amtsträger ist sie sträflich. Besser gesagt: Sie wäre es, wenn Merkel nicht längst selbst ein machtloses Opfer wäre.

 
5 Kommentare

Verfasst von - 29. Oktober 2013 in Datenschutz, Netzpolitik, Politik, Welt

 

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5 Antworten zu “#merkelphone · Haben Sie’s etwas größer?

  1. Dirk

    29. Oktober 2013 at 21:49

    Dazu fällt mir ein: „Mr. President, drei Worte: Hundertprozentig glaubwürdiges Dementi.“ (Zitat aus Emmerich’s „Independence Day“)

     
  2. lawgunsandfreedom

    30. Oktober 2013 at 08:39

    <a href=http://www.youtube.com/watch?v=VHuso4jIcps"Volker Pispers hat dazu auch was nettes. Er bringt’s wieder mal auf den Punkt.

     
  3. bee

    30. Oktober 2013 at 16:12

    Genau dieser Punkt könnte der Anfang eines jähen Endes sein: Merkel, die unangreifbare Macherin, die jede Instrumentalisierung ihrer Politik (Banken, Atomlobby, Autokonzerne) bisher standhaft leugnete und damit auch durchkam, steht plötzlich sehr einsam da. Die Opferrolle erregt kein Mitleid, die einer geopolitischen Marionette noch weniger. Die Kaiserin braucht neue Kleider.

     
  4. opalkatze

    30. Oktober 2013 at 16:46

    So hab ich das auch gemeint. Die Mitleidstour wird aber gerade medial geritten, und erfahrungsgemäß klappt das wunderbar. Wer nix macht, macht keine Fehler, wer keine Fehler macht, wird befördert. Oder eben geliebt. Tolles Land, das.

     
  5. believeryoung

    31. Oktober 2013 at 09:07

    Wieso haben wir nicht vor der Wahl erfahren, dass Angela Merkel unter Al-Quaida-Terrorismus-Verdacht steht, dann hätte das der Wähler geregelt. :)

     
 
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