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Zwei Hinweise: arte +7 über Bankster und das Marketing für den ePerso

30 Okt
  • Heute Abend lief auf Arte der Zweiteiler „Banken, Banker, Bankster„, der spannend und einleuchtend erzählt, wie es zu den Bankenkrisen kam. Der erste Teil vergleicht die heutige Situation mit der vor dem Schwarzen Freitag 1929 und beschreibt die Entwicklung über die neoliberalen Thatcher-Jahre und die schädlichen Deregulierungen in verschiedenen Ländern bis kurz vor der Immobilienkrise in den USA (Fanny Mae und Freddy Mac).

    Dort setzt der zweite Teil ein, der die Entwicklung von der Lehman-Pleite bis heute nacherzählt. Die Filme machen die weltweiten Vorgänge auf unterhaltsame Weise verständlich und sind keine Sekunde langweilig. Unbedingt ansehen, wenn ihr, wie ich, mit diesem ganzen Wirtschaftskram nicht unbedingt Brüderschaft getrunken habt. Gibt es noch sieben Tage auf arte +7, eine Wiederholung wird am 18. November ab 9 Uhr gesendet.

  • Auf freiheitsfoo wird ein hoch interessantes Papier besprochen, das der Pirat Bernhard Kern mit Hilfe von fragdenstaat und des Informationsfreiheitsgesetzes erhalten hat. Ein hübsches Beispiel, was man als Innenministerium so macht, wenn man meint, ein Projekt – hier eben der umstrittene ePerso – könnte vielleicht nicht so gut ankommen: Sie engagieren eine PR-Agentur, und die sagen ihnen dann, wie sie kommunizieren müssen, um das Ding zu retten. Oder mit wem: zum Beispiel mit der Bild-Zeitung. Lest das aufmerksam durch, das kann man noch mal brauchen.

    Bitte nicht die üblichen Kommmentare, dass das alles nicht toll ist, denn das wissen wir ja schon. Also moppert nicht rum, denkt euch lieber selbst was Pfiffiges aus. Solange sich „die da oben“ darauf verlassen können, dass im Netz ja eh bloß gemeckert wird, machen sie einfach so weiter.

 
5 Kommentare

Verfasst von - 30. Oktober 2013 in Blogs, Marketing, Netzpolitik, Politik, Web 2.0

 

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5 Antworten zu “Zwei Hinweise: arte +7 über Bankster und das Marketing für den ePerso

  1. Joachim

    30. Oktober 2013 at 13:40

    Zu: „Bitte nicht die üblichen Kommentare“

    Ich will Dich ja nicht kritisieren. Doch die „üblichen“ Kommentare erfüllen gleich mehrfachen Zweck. Insbesondere reflektiert man seine Meinung, schon indem man selbst schreibt.

    Vor der Tat muss die Erkenntnis stehen. Und die kann der Blogger beim Besten Willen nicht vorgeben, sondern nur anregen.

    Im Netz wird nicht nur gemeckert. Es ist ein think-tank mit klaren Einflüssen auf Gesellschaft und Politik. Die Erfolgsgeschichte reicht von verhinderten Gesetzen über demontierte Staatsverträge bis hin zur Aufklärung von Überwachung und Versuchen der Politik die Dinge abzuwiegeln. Ganze Organisationen entstehen daraus, Einigkeit wie die Organisation von „Freiheit statt Angst“.

    Die Behauptung „Im Netz würde nur gemeckert“ ist reine Propaganda von Spaltern. Judäische Volksfront vs. Volksfront von Judäa? Das hätten die wohl gerne.

    Außerdem, Dampf abzulassen ist menschlich.

    Oh ärger, ärger, ärger – das war wohl kein üblicher Kommentar. Ich werde mich bessern ;-)

     
  2. opalkatze

    30. Oktober 2013 at 14:00

    Nein, die üblichen Kommentare sind die, die ich bloß noch lösche. Da ist nix mit Reflektion, da steht nur, „ist ja sowieso alles Sch*“ oder „das sind alles Verbrecher, die gehören eingeeperrt“ oder „auf meinem Blog habe habe ich schon 1858 geschrieben, dass …“. Wozu das gut sein soll, erschließt sich mir tatsächlich nicht.

     
  3. Joachim

    30. Oktober 2013 at 16:16

    ich weiß Katze, ich weiß – und das ist das Problem.

    Weil ich aber lieber Inhalt bringe (oder was ich dafür halte), folgt noch ein normaler Kommentar. Denn hier ist Internet.

    Übrigens Ich verweigere den „neuen“ elektronischen Perso. Ich werde es darauf ankommen lassen – ohne jede Illusion etwas zu bewirken. Werde ich gezwungen, so bestehe ich auf einem vorläufigem Ausweis und sitze das, ganz nach dem Vorbild der Politik, aus. Natürlich kann das nicht gut gehen.

    Warum so dumm sein, sich der Macht nicht zu beugen? Weil der RFID-Chip verpflichtend ist. Weil biometrische Daten in elektronischer Form keinen Menschen definieren und weil Missbrauch der Technik vorhersehbar ist. Und auch aus Protest, weil der Reisepass Hashes von Fingerabdrücken verpflichtend macht, bei Verweigerung die Reisefreiheit erheblich einschränkt – eine Vorgehensweise die der DDR gut zu Gesicht stand – aber doch nicht einer Demokratie. Zweifelt wer? Die Bundesrepublik Deutschland könnte Reisedokumente klar rechtsbürgerlich ohne RFID ausstellen. Kein Land der Welt würde diese Dokumente nicht akzeptieren.

    Dieser Perso hat nicht primär die Aufgabe Verbrechen zu verhindern oder Menschen legitim zu identifizieren. Das ist Propaganda. Denn das wäre mit deutlich geringeren Mitteln möglich. Er ist ein Ordnungsmittel, ein Selektionsmittel (in Anbetracht der Situation an europäischen Grenzen), ein möchte gerne Wirtschaftsfaktor, gefährlich, nicht nur wegen der unnötigen Sicherheitslücken. Er basiert auf einem letztlich menschenverachtendem Technikglauben.

    An sich relativ unschädlich ist er der Anfang eines Prozesses, der vollständig inakzeptabel ist. Schon gibt es seine Schwesterchen, die elektronischen Gesundheitskarte, sein Brüderchen der Reisepass. Es wird immer mehr kommen, Kameras starren mich jetzt schon illegal an. Ich kann es nicht verhindern. Das ist ein zunehmender Prozess, der, eingebunden in Überwachung, Datenbanken, Profiling, E-Perso und Reisepass und mehr, die Menschen virtualisiert, mithin entmenschlicht. Solange die Politik dermaßen lügt wie im Punkt Geheimdienste und Überwachung, solange sie ihre wahren Interessen massiv undemokratisch verschleiert, so wie es das auch Werbekampagnenkonzept belegt, solange sage ich NEIN.

    Dieser Perso nutzt allen möglichen Interessen, nur nicht mir. Es gibt keinerlei Rechtfertigung den Pass mit einem Chip auszurüsten. Es existieren mehrere unschädliche Alternativen. Beleg: ein defekter Chips entwertet den Perso nicht. Folglich ist der Chip im E-Perso nicht verhältnismäßig.

    Das ist also tolldreist. Denn der Perso soll doch mich identifizieren und sonst nichts. Ich halte das für einen erheblichen Grundrechteverstoß, wenn sich der Staat oder besser der Staat uns derart verkauft.

    Wer nun meint ich solle mich nicht so aufregen, den Pass einfach zuhause lassen, der hat nicht verstanden. Ich muss den auf Anforderung vorlegen und kann nicht einfach meinen Avatar schicken – was übrigens vollkommen richtig so ist, wäre der Ausweis nur ein Personalausweis.

     
  4. opalkatze

    30. Oktober 2013 at 16:44

    Ja, aber schmeißt du nicht gerade ePerso und Reisepass durcheinander? Erste Urteile haben meines Wissens schon die Rechtmäßigkeit bestätigt, da machste gar nix.

     
  5. Joachim

    30. Oktober 2013 at 18:08

    Natürlich werfe ich die durcheinander. Denn sie sind des selben Geistes Kind. Die Unterschiede habe ich angedeutet und meine Gleichsetzung mit Protest begründet. Bitte sag mir mal logisch, warum es überhaupt zwei Ausweisdokumente (sogar drei mit der Staatsbürgerschaftsurkunde) geben muss.

    Ja, die „Rechtmäßigkeit“ ist bestätigt. Was sollen Gerichte anders machen, als nach Recht und Gesetz zu entscheiden? Gesetze sind ein Fehler wenn sie Menschlichkeit missachten.

    Alleine die europäischen Grenzschutzversuche sind eindeutig Grund genug, diesen Perso als Teil dieser Versuche nicht zu akzeptieren. Sie sind ein Grund sich seines Landes zu schämen!

    Dafür dass kein Mensch mehr ertrinken muss, Menschen nicht mehr diskriminiert werden, die Welt also wirklich „unser“ und nicht mehr Eigentum eines Keulenschwingen Germanenstamms ist, dafür gebe ich dann den Widerstand gegen den Perso sofort auf. Denn dann wäre der so nicht mehr notwendig, gehörte also sowieso abgeschafft.

    „da machste gar nix“ sagten die schon in der Steinzeit – wenn das Feuer ausging und dann sind die wohl erfroren. Unmöglichkeit ist kein Grund es nicht zu tun.

     
 
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