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Fernsehtipp · Themenabend „Geheimer Krieg“ am 28.11. ab 21.45 Uhr in der ARD

27 Nov

Die Süddeutsche und der NDR haben das Rechercheprojekt „Geheimer Krieg“ mit über 20 Journalisten von und für Fernsehen, Radio, Print und Online verwirklicht. Morgen Abend um 21.45 Uhr beginnt das ARD-Magazin Panorama mit einer ganzen Sendung zum Thema. Um 22.45 Uhr folgt eine Diskussion bei Beckmann, und um 24 Uhr zeigt die ARD die Doku Schmutzige Kriege von Richard Rowley und Jeremy Scahill.

„Geheimer Krieg“ Schwerpunktthema im Ersten

Das Erste setzt am Donnerstag, 28.November, einen Schwerpunkt seiner Berichterstattung zum Thema „Geheimer Krieg“. Bei den gemeinsamen Recherchen von NDR und Süddeutscher Zeitung geht es darum, wie das US-Militär und amerikanische Geheimdienste den Kampf gegen den Terror steuern.

Den Auftakt macht um 21.45 Uhr „Panorama“ mit einer monothematischen Sendung. Reporter John Goetz und sein Team haben viele Monate lang geheime Orte in Deutschland bereist, in denen die Amerikaner ihren Drohnenkrieg in Afrika planen und koordinieren. Erstmals ist es ihnen gelungen, mit Angehörigen unschuldiger Drohnenopfer aus Somalia zu sprechen. Durch ihre zweijährige Recherche belegt das Panorama-Team zudem die deutsche Unterstützung bei Folter, Entführungen und Kampfdrohnen-Einsätzen.

In der Talkshow „Beckmann“ um 22.45 Uhr diskutieren John Goetz (NDR-Journalist und Autor des Buches „Geheimer Krieg“), Brandon Bryant (ehem. US-Drohnen-Pilot), Imke Dierßen (Amnesty International Deutschland), Prof. Dr. Thilo Marauhn (Völkerrechtler an der Universität Gießen), Prof. Werner Weidenfeld (ehem. Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit) und Ulrich Scholz (Oberstleutnant a. D.).

Den Abschluss des Abends bildet die Dokumentation „Schmutzige Kriege“ um 0.00 Uhr. Der Film der Autoren Jeremy Scahill und Richard Rowley ist teils Politthriller, teils Detektivfilm. Er beginnt als investigative Reportage über einen nächtlichen Angriff von US-Einheiten in Afghanistan, bei dem viele Zivilisten, darunter zwei schwangere Frauen umkamen. Schnell entwickelt sich eine weltweite Recherche in die bis dahin unbekannte Parallelwelt der mächtigen und streng geheimen Spezialeinheit der US-Amerikaner, das Joint Special Operations Command (JSOC). Jeremy Scahill wurde gerade mit dem F:ACT Award 2013 ausgezeichnet. Das Kopenhagener internationale Dokumentarfilm Festival ehrt damit weltweit investigative Journalisten.

Der Norddeutsche Rundfunk und die Süddeutsche Zeitung berichten seit dem 15. November immer wieder über den „Geheimen Krieg“. (NDR)

 
5 Kommentare

Verfasst von - 27. November 2013 in Politik

 

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5 Antworten zu “Fernsehtipp · Themenabend „Geheimer Krieg“ am 28.11. ab 21.45 Uhr in der ARD

  1. ein anderer Stefan

    28. November 2013 at 07:32

    Ich habe nur mal in den Anfang der Bundestagsdebatte reingehört – ausgerechnet mit Friedrich fängt es an, da habe ich schon gleich keine Lust mehr. Der faselt was von Wertegemeinschaft, Demokratie und Freiheit – wie zynisch kann man eigentlich sein? Der Kritikpunkt ist doch eben der, dass diese Überwachungsmanie eben diese Werte aushöhlt. Dieser Mensch ist so fürchterlich, dass mir dazu die Worte fehlen.

     
  2. ein anderer Stefan

    29. November 2013 at 07:20

    Ich habe mir Panorama und Beckmann angesehen. DIe Paranoia der Dienste ist frappierend, und die Reaktion an der CIA-Basis in Frankfurt auf ein Kamerateam, das auf einer öffentlichen Straße filmt, spricht Bände – der Wachmann hat hochaggressiv versucht, das Team zu verscheuchen, und die deutsche Polizei kam im Nu mit einem schwerbewaffneten Aufgebot angerauscht, als gelte es, einen gefährlichen Schwerverbrecher festzunehmen. Natürlich ist der Drohnenkrieg kein „sauberer“ Krieg – so etwas gibt es nicht. Die Vielzahl unbeteiliger Opfer – hier stand die Zahl von 20%, also über 1000 bei knapp 6000 Toten insgesamt, im Raum – zeigt, wie schmutzig dieser Krieg ist.

    Die Verstrickungen deutscher Dienststellen in diesen Krieg sind offenbar so tief und vielfältig, dass man bei genauem Hinsehen hier mindestens eine Mitschuld an völkerrechtswidrigen Angriffen – also Kriegsverbrechen – konstatieren muss. Deutsche Dienste liefern Informationen, die den USA helfen, die Ziele auszuwählen. Die USA sind der Meinung, sich im Krieg zu befinden – „War on Terror“ ist nicht bloß eine Phrase. Damit sind alle Angriffe nach deren Ansicht vom Kriegsrecht gedeckt. Europäische Völkerrechtler vertreten teilweise eine andere Auffassung. Leider werden daraus die Konsequenzen nicht gezogen. Daraus kann man nur den Schluss ziehen, dass das Völkerrecht nicht neutral gehandhabt wird, sondern es darauf ankommt, wer dagegen verstößt. Wenn es die USA sind, ist das offenbar ok. Ein tolles Signal an alle anderen Staaten. Die deutsche Politik gibt hierzu die drei Affen – man will es gar nicht wissen, damit die „plausible deniability“ erhalten bleibt. Politische Verantwortung? Fehlanzeige. Kontrolle? Ein Witz.

    Äußerst bemerkenswert fand ich die Aussage von Werner Weidenfeld – wenn man mit den USA einer Meinung ist, sind es die besten Freunde; wenn es eine Meinungsverschiedenheit auf einem weniger wichtigen Gebiet gibt, spielen die Amis die beleidigte Leberwurst und verweisen auf die Geschichte; und wenn es bei wichtigen Theme knallt, legen die Geheimdienstunterlagen auf den Tisch und erpressen die Gegenseite. Vermutet habe ich das schon länger, aber hier bestätigt es ein Insider. Ansonsten fand ich sein Apologetentum für diese Politik gegenüber den USA unerträglich, und die Berufung auf den Terror und 9/11 als Grund für diesen ganzen Irrsinn zeigt, wie sehr die Indoktrination gewirkt hat.

     
  3. opalkatze

    29. November 2013 at 12:28

    Ich glaube, die haben sehr viel Klein-Klein für Nebendinger reingeschrieben, um sich dann auf die wirklichen Streitthemen konzentrieren zu können. Aus dem Union-FDP-KoaV gelernt? Oder aus dem letzten Union-SPD? Hm.

     
  4. opalkatze

    29. November 2013 at 12:36

    Mich entsetzt, wie entsetzt ich immer noch bin, obwohl das Thema schon so lange meine Baustelle ist. Aber bestimmte Aussagen, eine bestimmte Haltung, hauen mich einfach immer wieder um, und dazu gehörte diesmal, wie du sagst, auch Weidenfeld. Das betrifft aber eine ganze Politikergeneration, die uns blöderweise gerade regieren. Für sie sind das Sachzwänge, kammannixmachen, und Schluss. Da werden Emotionen und Tatsachen auf ganz unschöne Weise vermischt, und auf dieser Klaviatur spielen unsere amerikanischen Freunde meisterhaft.

     
  5. Hinterwäldler

    29. November 2013 at 18:27

    Am merkwürdigsten fand ich wahrsten Sinne des Worte bei Beckmann die Feststellung, weshalb die Merkel von den Amis überwacht wird: Dadurch wird sie in ihrer Politik erpressbar. Jeder Fehlschritt kann zu ihrer Kompromitierung durch die Geheimdienste benutzt werden. Nun lässt es sich auch erklären, weshalb sie so schweigsam ist! Sie will Kanzlerin bleiben. Genauso wie es Friedrich und Pofalla hinnehmen, geschwärztes Papier angedreht zu bekommen.

    Ich denk das die Diskussion bei Beckmann nur der im vollen Umfang versteht, der auch die anschließende Dokumentation „Schmutzige Kriege. Die geheimen Kommandoaktionen der USA“ gesehen hat.

    Darin berichtet ein amerikanischer Journalist über seine Erlebnisse in Pakistan, Afghanistan, Somalia und vor allem in Jemen. Menschen werden getötet, nicht weil sie Terroristen sind, sondern weil sie eventuell, welche werden könnten und das betrifft ganz besonders die nächsten Familienangehörigen und Verwandten der schon getöteten. So etwas ähnliches kennen wir nur aus der Nazizeit mit der Sippenhaftung. Es wird auch gezeigt und erläutert, wie und durch was Menschen motiviert werden sich in die Luft zu sprengen.

    Das die Sendung so spät abends gesendet wurde kann damit begründet werden, das darin Szenen und Bilder zu sehen sind, die nicht für Kinderaugen geeignet sind. Ich erinnere mich an von Amerikanern zerstückelten Frauenleichen, denen in Anwesenheit der Kinder und Ehemänner mit Messern die Kugeln aus dem Körper entfernt wurden, um die Beweisstücke zu beseitigen.

    Wenn du Belegkopien benötigst, schicke mir eine Mail oder schreibe in deiner Antwort anton. Die Beckmann-Diskussion wird nur heute in der Mediathek zu sehen sein. So stand es zumindest am Vormittag noch auf der Webseite der ARD. Wie lange die Dokumentation „Schmutzige Kriege“ zu sehen ist, darüber wurde von der ARD keine Angabe gemacht.

    Ich wohne zwar hinter dem Wald, besitze aber eine schnelle DSL-Verbindung.

     
 
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