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Blogparade zum Arbeitsplatz der Zukunft

18 Feb

Falk Hedemann bittet auf dem CeBIT-Blog zur Blogparade:

Wir möchten gerne eure Erfahrungen zum Thema Home Office lesen und starten daher eine Blogparade zum Thema „Arbeitsplatz der Zukunft“. Wer von euch arbeitet vollständig oder auch teilweise von Zuhause? Welche mobilen Lösungen und Enterprise 2.0-Anwendungen setzt ihr dafür ein? Wie habt ihr euren Arbeitgeber überzeugt? Was gefällt euch besonders am Home Office? Was sind die Probleme beim entfernten Arbeiten? Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft für euch aus?

2014, oder Telearbeit auf dem Land

1985 hatte ich schon einmal einen Arbeitsplatz mit besten Zukunftsperspektiven, denn Mitte der 80er haben nur wenige Leute ihr Geld mit der Vernetzung von Computern verdient. Nach ein paar Jahren mit weniger IT gibt es seit 2009 mein Blog … Kaffee bei mir? und den passenden Twitteraccount. Im April 2010 wurde daraus mein Arbeitsplatz der Zukunft, als ich auf Robin Meyer-Luchts Bitte hin begann, eine Kolumne für Carta zu schreiben. Seit 2012 bin ich Redakteurin bei Carta und arbeite fast ausschließlich von zu Hause.

2010 war allerdings noch gar nichts zukunftweisend oder auch nur zeitgemäß. Obwohl die Bezeichnung Telearbeit schon zu dieser Zeit schrecklich altmodisch war, passt sie in Teilen Deutschlands heute noch: Ich wohne in einem kleinen Eifeldorf, weitab jeder schnellen DSL-, Funk- oder gar Glasfaseranbindung. 2010 habe ich mich – und Carta – mit 384 kbit/s gequält, heute ist es immerhin fast 1 Mbit/s. Bisweilen.

Skype, das ich gerne benutze, geht nur ohne Bild, dafür reicht das DSL, Marke Sparta, nicht aus. Videostreams muss ich als Aufzeichnung ansehen, weil sie zu sehr wackeln. Der von der Kanzlerin auf der CeBIT 2009 angekündigte Breitbandausbau ruft hier höchstens resigniertes Seufzen hervor. Und ständig gibt es neue Gadgets – nur nicht für mich. Da gab es immer bloß die Wahl zwischen dem vorhandenen und dem jeweils leistungsfähigeren nächsten PC-, Laptop-, Netbook- oder Tabletmodell. Natürlich besitze ich auch ein Smartphone, doch was nützt es ohne Netzabdeckung?

Trotzdem steht hier mein kleines Newsdesk, an dem ich sammle, filtere und kuratiere. Anderswo habe ich das mal so beschrieben: Die sozialen Netzwerke sind meine Nachrichtenagenturen, der Feedreader ist meine Presseschau und Twitter mein Newsticker. Im Lauf der letzten Jahre sind verlässliche persönliche Netzwerke entstanden, und ich kann bei wichtigen Ereignissen schnell auf aktuelle Informationen zugreifen oder notwendige Rückfragen stellen. Im Mai 2012 habe ich mit diesen beschränkten Mitteln eine Reportage von jedem der drei Tage der re:publica gemacht – ohne dort gewesen zu sein.

Einfallsreichtum gegen Schnecken-DSL – damit habe ich meinen Arbeitsplatz bei Carta und den einen oder anderen Auftrag bekommen. Ab und zu meckern die Kollegen, weil sie doch so viel lieber ein Video-Interview hätten. Manchmal unkt jemand, „dich gibt es ja gar nicht wirklich“, aber ich versichere, dass das hier kein Automat schreibt.

Ich mag es, dass ich mir die Zeit nach Lust und Laune einteilen kann: zwischendurch etwas anderes machen zu können, zu unmöglichen Tages- oder Nacht-Zeiten zu arbeiten und nicht an einen festen Arbeitsplatz gebunden zu sein. Das erfordert Disziplin – nämlich die, aufzuhören –, gibt aber großen Freiraum.

Weil sich mit der Zeit die Wünsche der Auftraggeber ebenso geändert haben wie meine eigenen, werde ich demnächst – nein, nicht in ein Redaktionsbüro, sondern nur in eine Großstadt umziehen, wo es „richtiges“ DSL gibt. Und weiter von zu Hause aus arbeiten. Dann jedoch mit all den Möglichkeiten, die eine städtische Netzanbindung bietet, und der Bereitschaft, viel Neues zu lernen, das ich bisher nicht ausprobieren konnte.

Damit hört endlich der Neid auf die vielen tollen Dinge auf, die die Kollegen in ihren „How-to’s“ immer beschreiben. Für mich fängt Enterprise 2.0 erst jetzt richtig an.

 
3 Kommentare

Verfasst von - 18. Februar 2014 in Journalismus, Medien, Netzpolitik, Web 2.0

 

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3 Antworten zu “Blogparade zum Arbeitsplatz der Zukunft

  1. Wolfgang Messer (@Fastvoice)

    19. Februar 2014 at 01:54

    Wie, was? Großstadt? Etwa Köln oder so?

     
  2. RebRob

    19. Februar 2014 at 06:51

    Ich bin noch nicht so lange in der Arbeitswelt, aber ich konnte beide Seiten erleben.
    Entschieden habe ich mich wieder für’s Arbeiten im Büro aber mit der Freiheit auch mal sagen zu können, dass ich mal von zu Hause aus arbeiten kann.
    Ich sehe den riesigen Vorteil des Arbeitens im Büro darin, dass dort (sofern möglich) das Team einen beflügeln und auch mal mitreisen kann, wenn es nicht so läuft.

     
 
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