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Google Glass macht Überwachung sichtbar

25 Apr

Ein Ding schafft, was allen bisherigen Snowden-Enthüllungen nicht gelungen ist: Die Öffentlichkeit empfindet die Google-Datenbrille als Bedrohung und nimmt dadurch die Tatsache der ständigen Überwachung zur Kenntnis. Es ist der Unterschied zwischen einem greifbaren Gegenstand und der bloßen Nachricht von der NSA-Datensammelwut oder geklauten Daten, mögen es noch so viele sein.

Dass Thilo Weichert sich über Google aufregt, ist nichts Neues, wenn aber ein bekannter Medienrechtler wie Jan Hegemann Bedenken äußert, kann man darüber schon mal nachdenken. Im Kontraste-Interview (Sendung vom 24.4.) sagt Hegemann: „Wir haben es hier mit einem Instrument zu tun, das, massenhaft eingesetzt, auch zu massenhafter Rechtsverletzung führen wird.“ Damit weist er gleich auf einen ganzen Haufen von Problemen hin, deren wir uns noch kaum bewusst sind und deren Lösung fast unmöglich erscheint.

Das Gefühl der Unsicherheit lässt sich nicht mehr ignorieren: Niemand kann wissen, ob er gerade gefilmt wird, und was mit diesen Daten geschieht. Dabei wird die Gewissheit, dass sie auf Googles Servern landen, eher als abstrakte Gefahr wahrgenommen. Viel unangenehmer ist das Unbehagen über die absolute Ohnmacht, das Ausgeliefertsein: Niemand kann jetzt und in Zukunft etwas gegen die Veröffentlichung, Speicherung, Verknüpfung mit anderen Daten und Profilbildung tun – Urheber- und Persönlichkeitsrechte hin, Schutz der Privatsphäre her.

Diese Technologie ist in der Welt und wird nicht mehr zurückgenommen werden. Ibo Evsan hat Recht, wenn er sagt, Datenschutz sei eine alte Idee. Uns bleibt nichts anderes übrig, als möglichst konstruktiv damit umzugehen. Nur wie?
 
… weiter geht es in einem kleinen länger werdenden Storify.

 
8 Kommentare

Verfasst von - 25. April 2014 in Datenschutz, Netzpolitik, Web 2.0

 

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8 Antworten zu “Google Glass macht Überwachung sichtbar

  1. DFranzenburg

    25. April 2014 at 19:35

    „Dass Thilo Weichert sich über Google aufregt, ist nichts Neues, wenn aber ein bekannter Medienrechtler wie Jan Hegemann Bedenken äußert, kann man darüber schon mal nachdenken.“

    Was soll denn dieses heißen? Daß Thilo Weichert keine Aufmerksamkeit verdient? Ich denke, gerade weil der gute Mann immer und immer wieder in das selbe Horn stößt und sich nicht kleinkriegen läßt oder entnervt die Flinte ins Korn schmeißt, soll man ihm Respekt zollen. Um den Datenschutz in Deutschland wäre es ohne ihn sicherlich anders – übler – bestellt.

    Das mit der Überwachung und dem „nicht sichtbar Seienden“ ist das, was es allen Datenschutzinteressierten so schwer macht und den Kampf manchmal an Don Quichotte erinnern läßt. Das nun „sichtbar Seiende“ ist aber auch das einzig Gute an Google Glass.

    Bei Deiner Frage am Schluß muß ich passen. Da werden wir wohl noch einiges zu kauen haben, um das „wie?“ beantworten zu können.

     
  2. opalkatze

    25. April 2014 at 19:43

    Weichert macht aber zu viel Wind.

     
  3. jmk

    26. April 2014 at 12:05

    Welche Windstärke ist denn angemessen?

     
  4. opalkatze

    26. April 2014 at 12:15

    4 bis 8 Beaufort, aber nicht Dauer-9 oder-10. Da hört irgendwann keiner mehr hin.

     
  5. Klaus Jarchow

    7. Mai 2014 at 11:52

    Ich finde Google Glass gut. Endlich weiß man, wohin mit den gebrauchten Kaugummis. ;-)

     
  6. opalkatze

    7. Mai 2014 at 12:10

    Barbar. Tss.

     
 
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