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Google: Gelöscht oder nicht gelöscht? Das ist jetzt die Frage

31 Mai

Google hat am Freitag eine Formularvorlage ins Netz gestellt, mit der die Löschung persönlicher personenbezogener Daten von Ergebnissen, die auf Inhalte mit Personenbezug verweisen*, beantragt werden kann. Dass dazu ein persönliches Identifikationspapier eingescannt und, daraus folgend, gespeichert werden muss, ist schon der erste Fehler in der Umsetzung. Darauf weist u.a. Thomas Stadler in einem kurzen Kommentar hin.

Für den Nutzer ist die allgemein verbreitete Information jedoch zunächst viel interessanter, es sei ganz einfach, diese Daten zu löschen. Es ist nicht nur ziemlich aufwendig – es stimmt auch nicht.

Screenshot von der Website des NDR, 31.05.2014, 11:06

Screenshot von der Website des NDR, 31.05.2014, 11:06

Denn entfernt werden nur Einträge von europäischen Servern, überall anders bleiben die Daten auffindbar. Auch die Herkunftsseite, von der Google seine Information ursprünglich bezogen hat, wird nicht gelöscht. Zudem gibt es keine Informationen, wie lange es bis zur Löschung dauert. Und zu schlechter Letzt: Es werden nur Einträge von Google entfernt – in den Speichermedien anderer Suchmaschinen bleiben sie erhalten.

Die Meldung von den 12.000 Löschanträgen am ersten Tag gaukelt – einmal mehr – die Wirksamkeit auf Google ausgeübten politischen Drucks vor. Eine trügerische Berichterstattung, denn besser wird dadurch gar nichts. Die sensiblen Daten werden nur besser versteckt. „Sperren statt Löschen“ ist so endgültig zur Maxime erhoben worden.
 

 
6 Kommentare

Verfasst von - 31. Mai 2014 in Datenschutz, Europa, Netzpolitik, Politik, Web 2.0

 

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6 Antworten zu “Google: Gelöscht oder nicht gelöscht? Das ist jetzt die Frage

  1. R@iner

    31. Mai 2014 at 12:41

    Die Titanic hat auch schon etwas sinnvolles dazu geschrieben: So können Google-Nutzer Suchergebnisse löschen lassen

    p.s.: Ich hoffe, Du hast dich in deiner neuen Umgebung eingelebt. Ich bin nach 14 Jahren Dorf vor zwei Jahren wieder in die Stadt gezogen und muss leider sagen: I don’t like it.

    Viele Grüße

     
  2. opalkatze

    31. Mai 2014 at 12:45

    Ah, danke!

    Ja, ich hab es sehr gut getroffen – eine Gartensiedlung mit fast dörflichem Charakter. Damit kann ich bestens leben. Innenstadt wär nix für mich (für Hadji auch nicht).

     
  3. DFranzenburg

    31. Mai 2014 at 13:44

    „Don’t be evil“, wenn’s mit dem Löschen doch nichts wird.

    Mit tatsächlichem Löschen würde Google seinem eigenen Geschäftsmodell der Datenanhäufung, -vernetzung und auswertung entgegenwirken. Das kann man doch nun wirklich nicht verlangen.

    Ich denke, das wird nur mit einer überstaatlichen Instanz (UNIDREE?) machbar sein, daß die Daten dann auch wirklich gelöscht werden und nicht nur im Suchergebnis weggefiltert.

    Das mit der Ausweiskopie ist auch der einzige Grund, weshalb ich mein PayPal-Konto noch habe. Interessant ist, daß zum Anmelden desselben *keine* Ausweiskopie nötig war, zum Löschen wollen sie die aber haben. Dabei habe ich das Konto noch nie benutzt.

     
  4. vilmoskörte

    31. Mai 2014 at 15:07

    Es ist einmal mehr ein unheimlicher Unfug.

     
  5. Nachtwaechter

    31. Mai 2014 at 22:06

    Eine solche »Löschung« kann leicht das exakte Gegenteil der erwünschten Wirkung haben. Und nein, ich glaube nicht, dass sich gewisse Gruppen von Menschen derartige »Recherchemöglichkeiten« wie die Suche nach in Europa versteckten Links entgehen lassen werden. (Das Verfahren lässt sich beliebig erweitern, verfeinern und auch in eine bequeme Nutzeroberfläche verpacken.)

     
  6. DFranzenburg

    2. Juni 2014 at 20:34

    Tausende von Anfragen, was denn UNIDREE heißen soll werden hiermit beantwortet. Da mein Englisch nicht gut ist, habe ich einen Übersetzer bemüht und hoffe mal, daß der Translator da nicht geschlampt hat.

    „United Nations Internet Delete Request Examination and Execution“

     
 
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