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#FSA14 · Akkurater Widerstand: „Oma Krause soll in den Nachrichten proper gekleidete Leute sehen“

11 Aug

Wir wollen, dass Oma Krause in den Nachrichten proper gekleidete Leute sieht. Wir halten die übliche Demonstrations-Folklore für kontraproduktiv.

Michael Bukowski findet, wenn die Nachrichtenbilder von der Freiheit statt Angst 2014 ausnahmsweise einmal keine Menschen zeigten, die in den Augen mancher anderer Menschen bereits als Chaoten gelten, könnte das dem Demo-Ziel womöglich nützen. Also fordert er mit seiner Aktion „Akkurater Widerstand“ die Teilnehmer auf, bitte konservativ gekleidet zur Demo zu kommen: „mit Anzug, Hemd, Bluse, Rock.“

Das kommt an:

 
Ein passendes Banner schlägt Michael auch gleich vor,

 
– stellt aber vorsichtshalber klar:

 
Darauf muss man wohl hinweisen, wie auch immer mal wieder darauf, dass die FSA keine Party oder Spaßveranstaltung ist. Genau so kommt sie nämlich – in den letzten Jahren immer mehr – in den Medien rüber. Und dort wird nun mal Meinung gemacht: außerhalb der Netzblase. In der sind wir zu Hause, muten dem normalen Zuschauer, der im Internet nur einkauft und Reisen bucht, aber ein Verständnis zu, das er gar nicht haben kann. Wie wird er wohl Piratenflaggen und krachend laute Partywagen mit tanzenden Menschen einordnen? Für den Durchschnitts-Nachrichtenkonsumenten wird es erst ernst, wenn Anzugträger oder zumindest „ordentlich angezogene“ Leute zu sehen sind.

Wollen wir unsere Anliegen nun einer breiten Öffentlichkeit vermitteln oder nicht?

Bilder sind mächtig und bleiben viel länger im Gedächtnis als das gesprochene Wort. Deshalb unterstütze ich Michaels Idee. Bietet den Zuschauern „draußen an den Bildschirmen“ Bilder, die sie verstehen und ernst nehmen können: Die stoßen auf mehr Verständnis und Zustimmung als orange Fahnen und Anonymousmasken. Hat ja niemand gesagt, es muss der Hosenanzug oder Muttis Blazer sein, es gibt auch schicke und bequeme Freizeitkleidung. Probieren wir es doch am 30. August aus.

Ihr, liebe Medien, könnt dann ein paar schöne Bilder und einiges gut machen, was ihr versiebt habt. Das mit der Überwachung betrifft euch nämlich auch. Wenn ihr wie aus dem Freizeitpark berichtet, schießt ihr euch ins eigene Knie.

 
21 Kommentare

Verfasst von - 11. August 2014 in Datenschutz, Medien, Politik, Web 2.0

 

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21 Antworten zu “#FSA14 · Akkurater Widerstand: „Oma Krause soll in den Nachrichten proper gekleidete Leute sehen“

  1. aquasdemarco

    11. August 2014 at 13:09

    Was liegt denn da ein Vorurteil gegenüber älteren Mitbürgern vor.

     
  2. opalkatze

    11. August 2014 at 13:13

    Ich finde das ganz anschaulich, und die Omas, die ich kenne, sind bei so was auch keineswegs beleidigt. Ich bin selbst 55, also vergiss es.

     
  3. aquasdemarco

    11. August 2014 at 13:43

    Was genau soll ich jetzt vergessen, meinen Kommentar, die Omas, die mögliche Spießigkeit älterer Menschen, die Demo?
    Smily, damit es jetzt nicht so ernst rüberkommt, war keine Ironie, die wir im Netz oft missverstanden.

     
  4. opalkatze

    11. August 2014 at 14:10

    @aguasdemarco
    Wenn man einen etwas komplexeren Sachverhalt in eine Schlagzeile kriegen will (damit jeder sofort versteht, worum es geht), muss man verkürzen. Ich halte „Oma Krause“ für zulässig, diskutiere das aber nicht, weil das Geschmackssache ist – de gustibus …

     
  5. aquasdemarco

    11. August 2014 at 14:43

    Ok ich wollte auch nicht diskutieren nur “ frei“ einen Kommentar posten, weil mir es in den Sinn kam, ja ich arbeite ja im Marketing und kenn den ganzen Kram:-)
    Viel Erfolg im neuen Demo Look

     
  6. opalkatze

    11. August 2014 at 15:03

    @aquasdemarco (oh, mit „q“, ‚tschuldjung)

    Bei mir ist das Alltagslook, und ich hoffe, dass sich viele andere ebenfalls normal anziehen. Wenn es verkleidet aussieht, taugt es nichts. Okay, brauch ich dir aber dann nicht zu erklären.

    Das ist wirklich einer der Bereiche, wo wir dringend ein bisschen Marketing-Denke gebrauchen könnten. Aber ich predige auch seit anno Pief, dass für das Thema Überwachung erst breites Interesse geweckt wird, wenn wir es in die BLÖD schaffen. Da lachen auch immer alle. Macht aber nix, ist trotzdem richtig.

     
  7. DFranzenburg

    11. August 2014 at 17:24

    Vielleicht sollte man sich mit den Anwälten aus Hamburg kurzschließen. Die sahen auch sehr „vernünftig“ aus. Wenn die das weitergeben bzw. publizieren würden, dann – denke ich – wären sicher auch in Berlin etliche Anzugträger unterwegs.

    Ich find’s auf jeden Fall eine sehr gute Idee und komme dann auch mit meinen feineren Klamotten.

     
  8. DFranzenburg

    11. August 2014 at 17:33

    Sind die Organisatoren informiert? Sollte man unbedingt informieren!

     
  9. opalkatze

    11. August 2014 at 17:39

    Dietmar, ja, steht doch im Text. Aber welche Anwälte? #hierkommssejazunix

     
  10. Joachim

    14. August 2014 at 11:44

    Okay, das Argument mit dem Freizeitpark verstehe ich. Und nein, Spaß ist das nicht, warum die Demo notwendig ist. Allerdings werde ich mir definitiv nicht den Spaß verderben lassen. Wo wären wir ohne Spaß und Humor?

    Und noch etwas: Kleider haben eine soziale Bedeutung. Oft genug wird damit eine Gruppenzugehörigkeit assoziiert. Für Andere sind Kleiner Selbstdarstellung oder Selbstverwirklichung. Mir wird mulmig, wenn man bei der Planung einer Demo über eine Kleiderordnung nachdenken sollte. Haben wir nichts Besseres zu tun?

    Nun überlege ich, mit wem ich mich assoziiere. Ein Anwalt? Nöö. Ein Politiker? Nöö. Jemand der vertrauenswürdig aussieht? Tut mir Leid, nein, nein. Die Idee ist sowas von falsch. Soll ich als Clown gehen? Nicht schlecht. Als Punk? Super, nur bin ich das nicht.

    Weist Du was? In Anlehnung an einen alten Text (von mir) gehe ich als Beppo Straßenkehrer. Ja, genau für den, für den (als dumm verkauften) Michel, ist die Demo da. Folglich: sieh Dich nach dem „abgefucktesten“ Typen um, den Du finden kannst. Vielleicht bin ich das. Es wäre mir eine Ehre.

    Alternativ könnte ich, getreu nach dem Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ auch nackt gehen. Märchen? Aber klar, Schneewittchen sang: „rutsch nicht in ihre Weichen,
    treib dich nicht selbst dir fern“.

    http://www.wtower.de/lied/upflastr.htm

     
  11. opalkatze

    14. August 2014 at 12:19

    Wenn ich einem Anliegen Gehör verschaffen will, muss ich notfalls zu (legitimen) Hilfen greifen. Punkt.

     
  12. Joachim

    14. August 2014 at 12:50

    Vorweg: das Folgende ist nun nicht fair von mir (siehe bitte unten *). Trotzdem drückt das meine Meinung „am Besten(?)“ aus

    Katze, welches Anliegen meinst Du? Dem, in „Schuluniform“ zur Demo zu gehen, damit die Damen und Herren nicht angepisst sind? Sind wir schon Momos dunkle Herren?

    Sorry, nach dem was sie getan haben, nach dem, was sie leugnen, nach dem was sie vorgeben nicht zu wissen und dennoch tun haben wir allen Grund ihnen das erwähnte feuchte Gefühl zu geben.

    Nein, keine verordnete Show und kein von oben einstudiertes Theater. Ich will echte Menschen. Ich will den Michel. Sonst kannst Du gleich eine Werbefirma beauftragen und die Demonstranten bezahlen.

    Cheerleader vorne weg, das käm‘ doch gut. Habt ihr schon die Puschel? Damit auch RTL und die „Bunte“ darauf stehen? Nein nein, Du meinst nur normale Nerds, ordentlich gekleidet zum Beleg der Vertrauenswürdigkeit? Sach mal, was ist eigentlich mit Toleranz?

    Facepalm.

    (* Bitte Katze, das hast Du nicht verdient; nimm es nicht persönlich und erkenne, dass ich Rhetorik brauche um nicht noch längere Romane schreiben zu müssen. Ja ich übertreibe zur Verdeutlichung. Ich stehe dazu. Trotz anderer Meinung bin ich froh über Deinen Blog und Deine Meinung. Sehr froh, denn sonst würdest Du nicht immer wieder von mir hören. Mit Pappnasen diskutiere ich nicht *)

     
  13. DFranzenburg

    14. August 2014 at 15:07

     
  14. opalkatze

    14. August 2014 at 15:13

    Ah, danke!

     
  15. DFranzenburg

    14. August 2014 at 15:14

    @Joachim
    Die Demo ist nicht *für* die Leute die da mitmachen, sondern *gegen* etwas. Und dieses Etwas geht alle an. Folgerichtig muß die Demo so gestaltet werden, daß sich alle angesprochen fühlen können. Dies ist aber nicht möglich, wenn die Demonstranten überwiegend aus Chaoten oder Spinnern zu bestehen scheinen.

    Hat was mit medialer Präsenz zu tun…

     
  16. Joachim

    14. August 2014 at 15:56

    @DFranzenburg
    also wer sich anders kleidet, der ist ein Chaot oder Spinnner. Komische Meinung. Hat was mit sozialer Kompetenz oder Vorurteilen zu tun.

     
  17. günther

    14. August 2014 at 21:28

    wenn sich ALLE gedrängt fühlen, als Nerds aufzutreten, dann SIND Chaoten und Spinner DABEI. Hat nix mit Vorurteilen gegen die Nerds zu tun, das geht gegen die, die sich als Nerds verkleiden, und die damit die wirklichen Nerds diskreditieren.

     
  18. DFranzenburg

    15. August 2014 at 00:17

    Joachim ist ja trollig.

    ><((((*>

     
  19. Joachim

    15. August 2014 at 13:09

    DFranzenburg, man sollte nicht mit Trollen diskutieren. Aber bitte, hier bestehe ich auf einer Begründung!

    Bis dahin gilt: Wer Menschen nach dem Aussehen beurteilt ist sozial inkompetent. Wer damit spielt, der propagiert Diskriminierung. Wer nicht nach Ursachen fragt, nicht nach Taten, der betreibt Populismus um nur seine Absichten durchzusetzen, um abzulenken, zu manipulieren.

    Den Fisch kannst Du behalten. Der stinkt.

     
  20. Joachim

    15. August 2014 at 17:33

    Katze, habe ich die Metadaten (erforderlich) vergessen? Egal, kann’ste streichen.

    Immerhin ist die Demo für die Leute da. Dafür, dass sie ihren Rechten Gehör verschaffen. Das geht alle an, egal wie sie sich kleiden oder kleiden können. Sie ist für den Penner, dem die Kameras in das Schlafzimmer unter der Brücke schauen. Sie ist für den Harz4’ler, der kaum sein „Smartphone“ beherrscht (weil der Anderes zu tun hat). Sie ist für den, der von der Polizei gefilmt wird, wenn der die Straße hinter dem Naziaufmarsch kehrt und dazu lieber nicht den Anzug trägt. Sie ist sogar für die, die schwarz tragen weil sie den Schwachsinn, die totale Überwachung nicht mehr mitmachen werden. Es gibt viele Möglichkeiten „nein“ zu sagen, auch die Möglichkeiten, die ich persönlich ablehne. Sie ist für jeden Idioten, Spinner, für jeden Chaoten, der eine andere Meinung hat als ich. Sie auszuschließen negiert den Sinn der Demo vollständig. Sie auszuschließen verbietet diese Demo.

    Es geht um Grundrechte und nicht um eine Teenie-Show bei RTL. Vor allen Dingen geht es darum, dass die Welt bunt ist, dass es Meinungen gibt und die Freiheit, .sie ohne Vorurteile, Störungen und sogar ohne spezifischen Zweck zu sagen.

    Wenn es nicht ausreicht hier eine Wahrheit zu transportieren, wenn wir uns statt dessen um Show und Medienwirksamkeit kümmern, als gäbe es nichts anders zu tun, dann ist die Wahrheit es nicht wert ausgesprochen zu werden. Man kann sie nicht für 19,90 bei C&A kaufen. Niemand hat die gepachtet und niemand darf sie oder sich an Medien verhökern. Vor allen Dingen ist es unzulässig, dies von Dritten zu verlangen.

    Mein Gott, zieh den Fischgräten-Anzug an. Aber ich bin wie ich bin. Keine Verkleidung. Keine Show. Kein anderer Song.

    Oh man, fast hättet ihr mich gehabt. I almost cut my hair. Ich muss krank sein. Kannst Du Dir das vorstellen?

    YouTube-Link

     
  21. daMax

    17. August 2014 at 08:37

    Sorry aber das soll ja wohl ein Witz sein?! Am besten ändert man das Motto dann auch gleich in #ASF: Anzug statt Freiheit.

     
 
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